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Bunt und vielseitig

Bürgermeister Reiner Brombach zieht Bilanz

BÜCKEBURG. In Bückeburg hat sich 2018 viel bewegt. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Bürgermeister Reiner Brombach Bilanz gezogen – und schon einen Ausblick auf das neue Jahr gewagt.

veröffentlicht am 30.12.2018 um 14:40 Uhr
aktualisiert am 30.12.2018 um 18:40 Uhr

Der zweite Bauabschnitt der Julianen-Kindertagesstätte mit zwei weiteren Krippengruppen und zwei Kindergartengruppen wird im späten Frühjahr 2019 fertig. Foto: rc
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Herr Brombach, 2018 ist vorbei, ihre Bilanz?

2018 war in Bückeburg gekennzeichnet durch zahlreiche Ereignisse, die das Leben in Bückeburg seit Jahren vielseitig und bunt gestalteten.

Welche Ereignisse sind bei Ihnen hängen geblieben?

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Für Bürgermeister Reiner Brombach war einer der bewegendsten Momente des Jahres 2018 die Rettung der thailändischen Kinder aus der überschwemmten Höhle. Foto: rc

Außer den Veranstaltungen auf dem Schloss wie Landpartie, Mittelalterliches Spectaculum oder vor Kurzem erst der Weihnachtszauber, die viele Tausend Gäste nach Bückeburg lockten, waren auch Veranstaltungen der Stadt gut besucht. Die Sportlerehrung, bei der vier Mannschaften und 36 Sportler geehrt wurden, die mit ihren Leistungen als Werbeträger weit über den heimischen Bereich hinaus gewirkt haben. Die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt hat ihr 150-jähriges Jubiläum gefeiert, das von vielen Aktionen und Veranstaltungen umrahmt war. Das Sattelfest oder im August das 375-jährige Jubiläum der Grundschule Meinsen-Warber.

Eine lange Reihe …

Ja, die sich noch weiter verlängern lässt: Bückeburg kocht über, Autoschau oder die die lange Nacht der Kultur sind feste Bestandteile des Veranstaltungslebens. Neu war der Weihnachtsmarkt rund um den Marktbrunnen, der auf uneingeschränkt positive Resonanz der Besucher stieß. Mit dabei waren zum 25. Mal unsere französischen Freunde aus Sablé-sur-Sarthe, ihr Rillette und Glühwein waren – wie immer - heiß begehrt, auch bei mir.

Neben den vielen Veranstaltungen, die Bückeburg so lebenswert machen: Was ist sonst noch haften geblieben?

Die zahlreichen Bauprojekte. Sie kennzeichnen das Bild unserer Stadt, und sie beweisen, dass Bückeburg eine überaus attraktive Stadt ist, deren Wohn-, Arbeits- und Freizeitangebot für eine Stadt unserer Größenordnung als außergewöhnlich zu bezeichnen ist.

Private Vorhaben, die oben genannten. Was tut die Stadt, damit das so bleibt?

Wir haben Millionen in öffentliche Bauten investiert. An erster Stelle ist der Umbau der ehemaligen Blindow-Schule zu einer Kindertagesstätte und Krippe zu nennen. Der erste Bauabschnitt ist bereits Anfang des Jahres in Betrieb genommen worden. Auch der zweite Bauabschnitt befindet sich in der Realisierung und kann im Laufe des Jahres 2019 seiner Nutzung zugeführt werden. Außerdem nehmen wir mit der Sanierung und Renovierung der Grundschule Am Harrl weitere Millionen in die Hand.

Die Stadt schafft damit auch Arbeitsplätze?

Ja, wir mussten auf die vielen Neuerungen im personellen und sachlichen Bereich reagieren. So sind durch die Inbetriebnahme der neuen Kindertagesstättenplätze zahlreiche Erzieherinnen eingestellt worden, die unsere kleinsten Mitbürger liebevoll und pädagogisch wertvoll betreuen.

Apropros Arbeitsplätze: So eine hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen haben wir als Beobachter seit Jahren nicht registriert.

Das ist richtig. Im Gewerbegebiet Kreuzbreite konnten mehrere neue Firmen angesiedelt werden und somit auch neue Arbeitsplätze. Die Nachfrage ist weiter ungebrochen, sodass die Erweiterung angrenzender Flächen unmittelbar bevor steht.

Auch die Nachnutzung des Bethel-Areals ist geklärt. Ist Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen?

Ja. Mit dem Abriss wird Raum geschaffen für ein Alten- und Pflegeheim sowie mehrere Wohngebäude, eine architektonisch anspruchsvolle Bebauung. Bauten, die sicherlich nach ihrer Fertigstellung schnell Bewohner finden, da sie sich im Zentrum der Stadt in äußerst attraktiver Lage befinden.

Bückeburg ist auch eine Touristenstadt. Was wird hier getan?

Mit der Umgestaltung des Gebäudes in der Langen Straße 45 konnte die Tourist-Information neue, helle und attraktive Räumlichkeiten beziehen. Auch der Schaumburger-Land-Tourismus und der Kulturverein haben ihre Arbeitsplätze in diese Räume verlagert. Ergänzung, falls gewünscht: Dass wir mit der Verlagerung richtig liegen, zeigen die steigenden Nutzerzahlen.

Immer wieder ein leidiges Thema in Zeiten knapper Kassen, die Infrastruktur, marode Straßen und Schlaglöcher.

Die Stadt konnte neben den Hochbauten auch diverse Straßenbauten in Angriff nehmen. Vorrangig ist die Bahnhofstraße zu nennen, die in Teilen bereits saniert ist. Der zweite Abschnitt folgt 2019. Neben der Freiherr-vom-Stein-Straße in diesem Jahr werden wir 2019 den Kiesweg und den Pfahlwinkel in Angriff nehmen. Obwohl die Mittel natürlich knapp sind und einiges in die kommenden Jahre verschoben werden muss.

Immer wieder eine Herausforderung ist auch der Brandschutz?

Wir konnten die Feuerwehren in Cammer und Evesen mit neuen Fahrzeugen ausstatten, für alle Ortswehren wurde ein Anhänger beschafft, der für Gefahrguteinsätze dienen soll. In 2018 wurden Abgasabsauganlagen in mehreren Feuerwehrhäusern installiert. 2019 folgt der Rest. Beim Großbrand von Pinta hat die Feuerwehr ihre hohen Ausbildungsstand und ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Die ständige Aus- und Weiterbildung sorgt für Sicherheit bei den Bürgern.

Ein überregionales Thema: Was sagen Sie zum Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM?

Trainer und Mannschaft waren sich nach der problemlosen Qualifizierung offensichtlich zu sicher, mit dem gleichen System und Spielern Weltmeister werden zu können. Ein fataler Irrtum!

Und der VfL Bückeburg?

Der VfL ist nach wie vor ein Aushängeschild unserer Stadt. Die Jugendarbeit ist vorbildlich. Die 1. Herren spielt derzeit noch etwas unbeständig.

Was war der bewegendste Moment für Sie 2018?

Bei mir sind mehrere bewegende Momente haften geblieben: die Rettung der thailändischen Kinder aus der überschwemmten Höhle; der Einsturz der Brücke in Genua; die Ereignisse in Chemnitz und die Reaktion des Verfassungsschutzpräsidenten darauf; die Auseinandersetzungen im Hambacher Forst, das Ende des Steinkohlebergbaus und der Rücktritt von Angela Merkel als Parteivorsitzende.

Abschließend wünsche ich allen Bückeburgerinnen und Bückeburgern einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Möge es uns allen Frieden und Erfolg bringen!




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