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Im Wasser geht es lustig zu

„Chic für Chancen“ und Schwimmlehrer machen Kinder „seetüchtig“

BÜCKEBURG. Heike Schildmeier vom Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“ hat in einer breit angelegten Aktion 114 Kinder in Schwimmkurse bekommen und so einen wichtigen Meilenstein für deren Zukunft gelegt.

veröffentlicht am 02.06.2019 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 02.06.2019 um 17:50 Uhr

Ein engagiertes Team aus Schwimmlehrern und Helferinnen kümmert sich um die 114 Schwimmanfänger. Organisiert hat die Kurse Heike Schildmeier (vorne, im weißen T-Shirt). Foto: gn

Autor:

Gabi Nachstedt
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BÜCKEBURG. Heike Schildmeier vom Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“ hat in einer breit angelegten Aktion 114 Kinder in Schwimmkurse bekommen und so einen wichtigen Meilenstein für deren Zukunft gelegt. Seit drei Wochen finden diese Kurse jeden Tag am Nachmittag im Dr.-Faust-Hallenbad statt, das nur noch dafür geöffnet hat. Der reguläre Badebetrieb ist ins Bergbad umgezogen. In drei Schichten üben die Schwimmlehrer jeweils mit fünf Kleingruppen. Eine Trainingseinheit dauert 45 Minuten.

Bereits Ende Januar hat Schildmeier in allen Grundschulen und Kindergärten in Bückeburg und Bad Eilsen Informationsbriefe verteilen lassen. Dieser kompakte Schwimmkurs kurz vor dem Sommer war für viele Eltern sicher noch einmal ein Anlass, ihre Kinder dorthin zu schicken. Zu wissen, dass das eigene Kind sich im Schwimmbad sicher bewegen kann, ist auch eine große Beruhigung.

Für Familien, die Sozialleistungen beziehen oder ein geringes Einkommen haben, wird dieses Angebot vom Landkreis über sein Unterstützungspaket Bildung und Teilhabe bezahlt. Die übrigen Kinder zahlen 70 Euro für die drei Wochen Schwimmunterricht. Zusätzlich wird dieses Projekt finanziell unterstützt vom Kinderhilfsverein, der Stadt Bückeburg, einigen lokalen Sponsoren und einer großen Spende des Energiekonzerns Westfalen-Weser.

Zehn Schwimmlehrer arbeiten in diesen drei Wochen mit den Kindern: Ute Hämmerling, Christian Vaas, Volker Reppe, Diemuth Stoewer, Marco Hämmerling, Johanna Meier, Leyla Biskup, Sabine Grages, Fiona Rosenthal und Manuel Steckel. Den Schwimmanfängern macht es großen Spaß, denn es geht locker und lustig zu im Wasser. Sie strahlen, weil sie auch schon erste Erfolge vorweisen können. Kurz vor Ende des dreiwöchigen Kurses haben bereits 23 Kinder das Seepferdchen erworben, neun haben das Bronze- und ein Kind das Schwimmabzeichen in Silber geschafft.

Außer Heike Schildmeier und dem hauptberuflichen Bademeister Erik Rechenberg sind noch vier „Kabinen-Muttis“ mit im Organisationsteam. Christine Baumgärtner, Lotte Uhlen, Ihna Grein und Monika Lange-Thiem kümmern sich um die Kleinen, wenn sie aus der Schwimmhalle kommen. Sie unterstützen in den Sammelkabinen beim Anziehen und Sacheneinpacken.

Vorgesehen war dieser Schwimmkurs eigentlich für Kinder ab vier Jahren bis altersmäßig Ende der Grundschulzeit. Doch die Oberschule in Bückeburg ließ nachfragen, ob auch Jugendliche mit 14 oder 15 Jahren mitmachen könnten. So war nun auch ein Junge dabei, der sich vermutlich sonst nie mit Schwimmflügeln ins Wasser getraut hätte. Aber hier waren ja keine Kumpel aus der Klasse dabei, die sich vielleicht über ihn lustig gemacht hätten. Unter den vielen Schwimmanfängern hat auch er nun das Schwimmen gelernt.

Zwei Mädchen mit Migrationshintergrund aus der Oberschule haben ebenfalls mitgemacht. Sie hatten Angst vor dem Wasser und sahen gar nicht ein, warum sie schwimmen lernen sollten. Dazu hatte Schildmeier ein schlagkräftiges Argument: „Ihr müsst schwimmen können, damit ihr später, wenn ihr selbst Muttis seid, im Notfall euer Kind retten könnt.“ Das leuchtete ein. Inzwischen können die beiden Mädchen schwimmen.




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