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Orks als Geheimpolizei beim Spectaculum?

Da lacht sogar der Tod …

BÜCKEBURG. Zu einem echten Lehrstück in Sachen Gerüchte in Zeiten von Fake-News und sozialen Netzwerken hat sich eine Geschichte entwickelt, die am zweiten Veranstaltungswochenende auf dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum und im Internet die zwerchfellerschütternde Runde machte.

veröffentlicht am 18.07.2018 um 11:04 Uhr
aktualisiert am 18.07.2018 um 15:50 Uhr

Besucher in Ork-Gewandung gehören seit einigen Jahren zum Bild des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Ein (bislang namentlich leider nicht bekannter) Händler des mittelalterlichen Marktes hatte - wohl aus reinem Jux und kaum die Folgen abschätzend - einem Besucher im Brustton der Überzeugung (und vermutlich mit sehr viel verschwörerischem Raunen und verstohlenen Seitenblicken) an seinem Stand berichtet, die seit einigen Jahren häufig auf der Großveranstaltung anzutreffenden Besucher in Ork-Gewandung seien gar keine Besucher, sondern in Wahrheit „die Geheimpolizei des Veranstalters“.

Ihre Aufgabe sei es, die gesamte Großveranstaltung permanent zu überwachen und jegliche Verfehlung von Mitarbeitern, Künstlern, Heerlagern oder Besuchern sofort „nach oben durchzupetzen“. Dieses „nach oben“ sei dabei wörtlich zu nehmen, denn gemeint war damit niemand anderes als der zu voller Körperlänge aufgerichtet 2,03 Meter messende Veranstalter Gisbert Hiller. Der derart in Kenntnis staatstragender Geheimnisse gesetzte Gast nahm die Botschaft jedoch mitnichten als Scherz, sondern für bare Münze und tat damit das, was man gemeinhin grundsätzlich mit Geheimnissen in der heutigen Zeit zu tun pflegt: Er verbreitete sie unverzüglich im sozialen Netzwerk Facebook.

Dort schlug die Geschichte von den Stasi-Orks auf dem Spectaculum derartige Wellen, dass sich MPS-Moderator Horis El Hammamy alias „Bruder Rectus“ genötigt sah, bei der Gewandungsprämierung darauf einzugehen, bemüht, einen Lachkrampf zu vermeiden. Auch Mitmoderator Mirco Lehmann alias „Der Tod“ fiel es sichtlich – trotz Maske – schwer, nicht in schallendes Wiehern auszubrechen. Inständig wünschten sich beide, den Namen des Markthändlers zu erfahren, der die Schauermär vom „IM Ork“ in die Welt gesetzt habe. Die sei so herrlich, dass ihm 15 Kollegen einen ausgeben wollten.

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