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Trägerverein für Übernahme gegründet – Heimatverein wählt neuen Vorstand

Das Museum wird übertragen

Bückeburg. Der Schaumburg-Lippische Heimatverein hat seine komplette Führungsriege ausgewechselt. Nachdem während der im Restaurant „Altes Forsthaus“ tagenden außerordentlichen Hauptversammlung niemand vom bisherigen Vorstand Vergnügen an der Weiterausfüllung seiner Funktion signalisiert hatte, betraute die Versammlung Heinz Brunkhorst mit dem Amt des ersten Vorsitzenden. Der Lindhorster trat die Nachfolge von Edeltraut Müller (Bückeburg) an, die ebenso wie Dr. Wolfgang Vonscheidt (stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Schneider (Schriftführer) und Udo Bokeloh (Schatzmeister) nicht zu einer erneuten Kandidatur zu bewegen war.

veröffentlicht am 24.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

24. Juni 2013 00:00 Uhr

Bückeburg. Der Schaumburg-Lippische Heimatverein hat seine komplette Führungsriege ausgewechselt. Nachdem während der im Restaurant „Altes Forsthaus“ tagenden außerordentlichen Hauptversammlung niemand vom bisherigen Vorstand Vergnügen an der Weiterausfüllung seiner Funktion signalisiert hatte, betraute die Versammlung Heinz Brunkhorst mit dem Amt des ersten Vorsitzenden. Der Lindhorster trat die Nachfolge von Edeltraut Müller (Bückeburg) an, die ebenso wie Dr. Wolfgang Vonscheidt (stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Schneider (Schriftführer) und Udo Bokeloh (Schatzmeister) nicht zu einer erneuten Kandidatur zu bewegen war.

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Auf Vonscheidt (Bückeburg) folgte Gerhard Klugmann (Stadthagen), auf Schneider (Bückeburg) Ulrike Hasemann (Stadthagen) und auf Bokeloh (Bückeburg) Uwe Hahne (Bückeburg). Dem Vorstand des rund 1000 Mitglieder starken Vereins gehören kraft Amtes zudem die Vorsitzenden der Orts/Mitgliedergemeinschaften Bückeburg (Heinz Hinze), Stadthagen (Karl-Heinz Kirchhoff), Lindhorst (Regina Sieker) und Seeprovinz/Steinhude (Jürgen Engelmann) an. Die Wahlen gingen durch die Bank einstimmig über die Bühne.

Was zu Beginn der mit allerhand Spannung erwarteten Zusammenkunft keineswegs zu erwarten gestanden hatte. Die 72 Stimmberechtigten (Bückeburg: 43, Stadthagen: 21, Lindhorst: 5, Seeprovinz: 3) benötigten eingangs eine knappe halbe Stunde, um erst einmal Einvernehmen über Verfahrensfragen zu erzielen. Das streckenweise ins Kuriose tendierende Hickhack nahm sein Ende mit einem die Tagesordnung betreffenden Kompromiss, der bei sieben Gegenstimmen schließlich die ersatzlose Streichung des Punktes „Satzungsänderung“ zur Folge hatte.

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Beim dito mit viel Gewogenheit für erschöpfende Kleinigkeitsummalungen erörterten Tagesordnungspunkt „Übertragung des Museums an einen Trägerverein“ setzte schlussendlich ein Antrag auf den Schluss der Debatte (auch sieben Gegenstimmen) dem prallen Meinungsaustausch ein Ende. Hier hatte Müller den Vereinsmitgliedern allerdings einige bemerkenswerte Neuigkeiten mitzuteilen. Schilderungen der zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Vorsitzenden zufolge ist inzwischen ein zur Übernahme bereiter Trägerverein für das „Museum Bückeburg für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte“ (offizielle Bezeichnung) gegründet worden.

Diesen Verein sollen Müller (Vorsitzende), Bückeburgs früherer Kämmerer Horst Tebbe (stellvertretender Vorsitzender), Gudrun Mirbach-Prägler (Schriftführung) und Udo Bokeloh (Schatzmeister) repräsentieren. In der Diskussion um die Übergabe des Museums an den Trägerverein ging es vor allen Dingen um die Zukunft der im niedersächsischen Staatsarchiv verwahrten Besitztümer des Heimatvereins. „90 Urkunden, die älteste ist älter als das Fleckenprivileg der Stadt Bückeburg, zehn laufende Meter Akten, die nicht nur Vereinsgeschichte, sondern darüber hinaus alles beinhalt, was unsere Mitglieder dem Heimatverein anvertraut haben, und eine umfangreiche Siegelsammlung“, zählte die ehemalige Vorsitzende Dr. Roswitha Sommer auf.

Des Weiteren verfüge der Verein über eine außerordentlich große Trachtensammlung, legte die 2006 zur Heimatvereinsehrenvorsitzenden ernannte Expertin dar. Und: „Es kann nicht sein, dass der Schaumburg-Lippische Heimatverein, der 1890 schon 15 Jahre vor dem Museum gegründet wurde, auf alle seine Archivalien verzichtet.“ Sowohl der in Gründung befindliche Museumsträgerverein als auch der Heimatverein sollten zu jeder Zeit Zugriff auf diese Verwahrgüter haben. Sonst komme der letztgenannte Verein „einem nackten Mann ohne Hemd“ gleich. Sommer: „Dann hat er überhaupt nichts mehr.“

Bewundernswerterweise fand die Versammlung trotz zahlreicher mitunter weit auseinanderklaffender Argumentationsrichtungen auch in dieser Causa letztlich einen Mittelweg. Bei jetzt acht Gegenstimmen kamen die Mitglieder überein, das Museum samt der Bückeburger Nebenstelle Lange Straße 20 und des in der Zehntscheune Obernkirchen befindlichen Eigentums dem Trägerverein zu übertragen. Indes mit den Vorgaben, über Archivalien und Bücherbestand gesondert zu verhandeln, den Richtlinien des Deutschen Museumsbundes und des Internationalen Museumsrates zu folgen und die derzeit bestehenden Arbeitsverträge zu gleichen Bedingungen fortzusetzen.

Der neue Vorstand wurde beauftragt, die Übergabe vorzubereiten. Über das Erreichte soll im Rahmen der nächsten Mitgliederversammlung Bericht erstattet werden. „Dass die Vorsitzübernahme kein leichtes Unterfangen darstellt, habe ich heute an der lebhaften Debatte erfahren“, gab der just ins Amt gewählte Heinz Brunkhorst zu verstehen. „Aber ich stelle mich dieser Aufgabe.“bus