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Teil des Kleinenbremer Dorfplatzes soll zusammen mit dem alten Feuerwehrgerätehaus verkauft werden

„Das wäre ja wohl ein Witz“

KLEINENBREMEN. Das alte Feuerwehrgerätehaus hinter der Kleinenbremer Kirche soll verkauft werden. Mit im Angebot wäre dann ein Teil des angrenzenden Parkplatzes, ungefähr die Hälfte. Dies ist im Bezirksausschuss bekannt geworden. Das Problem: Bei der Fläche handelt es sich um den früheren Schulhof und heutigen Dorfplatz.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 19:10 Uhr

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Autor:

Stefan Lyrath
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Kritik an der Stadt Porta Westfalica kommt daher von Walter Caselitz, Vorsitzender des Heimatvereins Kleinenbremen. „Es wäre ja wohl ein Witz, wenn man den alten Schulhof verkaufen würde“, erinnerte er im Ausschuss an die historische Bedeutung. Einem Käufer würde Caselitz nicht mehr als „einen Streifen von drei oder vier Metern um das Haus zugestehen“.

In seiner jüngsten Sitzung hat sich das Ortsgremium, von der Stadt um eine Stellungnahme gebeten, auf einen Kompromiss verständigt, der sinngemäß so lautet: Der Bezirksausschuss befürwortet den Verkauf des Gerätehauses. Die Parkplätze an der Kirche müssen jedoch erhalten bleiben. Außerdem muss die Umfahrung des Gotteshauses mit einem Auto weiterhin möglich sein.

Nun soll die Verwaltung „ausrechnen, was übrig bleibt“, so Jörg Achilles, der Vorsitzende des Gremiums. Diese Fläche könnte dann in die Vermarktung gehen. „Gegen den Verkauf des Gerätehauses spricht nichts“, hatte der Politiker Karl-Heinz Mühl vor dem Beschluss zusammengefasst und Zustimmung geerntet.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus im Jahr 1914 war die Grundschule in Kleinenbremen auf zwei Gebäude mit zusammen drei Klassenräumen verteilt. Beide lagen an der Kirche. Deshalb war das Grundstück zeitweise Schulhof. Selbst nach der Einweihung des Neubaus fand dort zeitweise noch Sportunterricht statt. Im Frühjahr 2003 wurde dann im Schatten des Gotteshauses der heutige Dorfplatz eingeweiht, zugleich das erste Projekt des Vereins Dorfgemeinschaft. Alteingesessene Kleinenbremer hatten den Platz bis dahin immer noch „alter Schulhof“ genannt.

Finanziert worden war das Vorhaben durch Spenden, einen Zuschuss des Amtes für Agrarordnung in Bielefeld, eine Kostenbeteiligung der Stadt sowie Eigenleistung der Dorfgemeinschaft. Gesamtkosten: rund 90 000 Euro. Die Zweckbindung hierfür läuft 2018 aus. Heute wird das Gelände vor allem zum Parken genutzt, nachdem der jährliche Dorfmarkt 2011 auf den Mönkhoff-Hof neben der Grundschule umgezogen ist. Außerdem soll der Platz Kirchgänger nach dem Gottesdienst zum Verweilen im Freien einladen.

Das Gerätehaus war in diesem Sommer ausgeräumt worden, damit die Löschgruppe Kleinenbremen-Wülpke ihr neues Domizil an der Rintelner Straße beziehen konnte, eingeweiht im September. Zuvor war die Lütkenbremer Feuerwehr seit 1935 in dem Gebäude hinter der Kirche untergebracht.

Die Fläche, die jetzt verkauft werden soll, ist als Mischgebiet ausgewiesen. Der Stadt schwebt eine öffentliche Ausschreibung vor, verbunden mit der Abgabe eines Nutzungskonzeptes. „Die künftige Nutzung soll die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen“, heißt es in einem Schreiben der Stadtverwaltung.




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