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Lauenauer Künstler kritisiert Stadtgartencafé-Pläne der Verwaltung / Bauvorhaben seien nicht umsetzbar

„Desolater Zustand“ im Grünen

STADTHAGEN. Die Diskussionen rund um das Stadtgarten-Café in Stadthagen sind noch nicht ganz zur Ruhe gekommen, da wirft Theodor Vollmer seinen Hut in den Ring. Der Lauenauer Künstler hält das Konzept der Stadthäger Verwaltung nicht nur für nicht umsetzbar, der angedachte Neubau ruiniere auch die Ansicht auf das historische Gebäude. Eine Schande, wie Vollmer findet.

veröffentlicht am 29.06.2016 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:22 Uhr

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Wie berichtet, hat der Rat kürzlich über die Wiederherstellung des vor mehr als einem Jahr abgebrannten Schlossgartencafés abgestimmt. Dabei wurde das Konzept des Architekten Gerhard Köster von der SPD abgeschmettert, da die geplanten Kosten in Höhe von 400 000 Euro als zu hoch angesehen wurden.

Stattdessen wird nun der Erhalt des Grundrisses mit Aufwertungen wie einem Zinkdach für rund 140 000 Euro angestrebt.

Das Lusthaus wieder als Café zu nutzen oder einen Neubau in der vom Architekten Köster vorgestellten Form zu bauen, widerspräche der Brandschutzordnung. „Die Gebäude brauchen einen zweiten Fluchtweg, den es in den Plänen aber nicht gibt“, erklärt der Künstler. Diese Anforderung müsse der Stadt aufgrund der Bauvorschriften bekannt sein. Vollmer stuft den Bau eines zweiten Notausgangs als schwierig ein, denn schließlich sei das Stadtgartencafé ringsum von Wasser umgeben. Diese Tatsache ignoriere die Stadt offenbar.

Generell traue Vollmer der Stadt die angedachte Neugestaltung des historischen Renaissancegartens zu – allerdings nicht die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der Anlage. „So ein Garten ist hochkomplex und benötigt sehr viel Pflege“, erläutert der Lauenauer. „Doch das wird die Verwaltung gar nicht gewährleisten können, das sieht man ja jetzt schon.“ Die verkrauteten Kieswege im Stadtgarten und die nicht richtig ausgemähten Wiesen seien nur einige Beispiele für den aus Sicht des Künstlers „desolaten Zustand“.

Für das Handeln der Verwaltung hat der Lauenauer auch nur ein Kopfschütteln über: Vor etwa fünf Jahren war er von der Stadt für eine bauhistorische Untersuchung für rund 1500 Euro engagiert worden. Im Zuge dessen arbeitete der Künstler einen Plan für den Garten und das Café aus. Zur Diskussion stand dieser, seines Wissens nach, jedoch nie. „Die Entwürfe liegen wahrscheinlich vergessen in irgendeiner Schublade“, vermutet er.

Vollmers Pläne sehen vor, dass Lusthaus auf dem Wasser zurückzubauen, indem die „Bausünden“, nämlich die Vorbauten des Cafés aus dem 20. Jahrhundert, entfernt werden, die Fassade nach den historischen Vorlagen rekonstruiert und die Verbindung über eine Brücke wieder hergestellt wird. Das Inventar von 1785 liefere zudem einen Anhaltspunkt für die Innenausstattung. „Als Standesamt kann das Haus ohne Weiteres genutzt werden“, so Vollmer.

Ein Café soll es aber trotzdem geben: „Auf der Südseite des Gartens könnte man ein Gebäude für eine Gastronomie bauen.“ Von dort wäre Gästen der Blick über die gesamte Gartenanlage gewährleistet. In welcher Höhe die Kosten liegen würden, weiß Vollmer nicht: „Es handelt sich noch um eine Ideenskizze.“ Allerdings müsse man auch nicht alles auf einmal umsetzen, sondern sich einen Plan überlegen, nach dem dann Stück für Stück vorgegangen wird.

Wenn die Stadt eine möglichst kostengünstige Lösung anstrebe, sollte sie die Südseite des Lusthauses rekonstruieren. „Aber die historische Bedeutung scheint bei den Politikern nicht diskutiert worden zu sein“, zeigt sich Vollmer entrüstet.

Der Künstler betont, dass der Pavillon auf dem Wasser einmalig und ein Alleinstellungsmerkmal für die Region sei. „Es ist ein touristischer Höhepunkt.“ Viele Städte wie Kamp-Lintfort oder Schieder-Schwalenberg bauen ihre historischen Parkanlagen wieder zurück, so Vollmer. Wenn der Stadtgarten ebenfalls wieder nach historischen Gesichtspunkten hergerichtet werden würde, dann wäre dies ein enormer Pluspunkt für die Kreisstadt.




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