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Großes Unverständnis

Dirigent kämpft um das Friedenskonzert des Bach-Orchesters

BÜCKEBURG. Mit großem Unverständnis hat Friedrich-Wilhelm Tebbe auf eine Entscheidung des Rates der Stadt Bückeburg reagiert, sich nicht an den Kosten für ein Friedenskonzert des „Bückeburger Bach-Orchesters“ und einer CD-Produktion zu beteiligen.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 10:49 Uhr
aktualisiert am 31.05.2019 um 18:14 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Als Folge davon hat der Dirigent das zunächst für den 22. Juni geplante Konzert abgesagt, beziehungsweise nach der Absage durch den Rat schon vor einiger Zeit die Organisation an dem Event eingestellt und einige vorgesehene Mitmacher erst gar nicht mehr gefragt. Er hofft nun, dass er am 1. September das Konzert doch noch durchführen kann – am 80. Jahrestag des Beginns des II. Weltkriegs.

„Ich werde weiter für das Konzert, aber auch für die CD-Produktion kämpfen“, sagte Tebbe im Gespräch mit dieser Zeitung. Er hatte beantragt, dass die Stadt die Saalmiete für das Konzert und 100 Exemplare der CD-Produktion übernimmt. Ein Ansinnen, das der zuständige Kulturausschuss einstimmig abgelehnt hatte (wir berichteten). Es könne nicht sein, dass er erst aus der Presse von der Ablehnung erfahren habe, mokierte sich Tebbe über das Benehmen von Rat und Verwaltung. Vor allem aber könne er den Grund der Ablehnung nicht nachvollziehen.

Das Orchester sei in Anlehnung an den „Bückeburger Bach“ im Umfeld der Schaumburger Märchensänger entstanden. Damit wäre der Bückeburger Bezug auf jeden Fall gegeben. Zudem sei es fraglich, dass die Musiker aus Bückeburg stammen müssten, so wie es im Ausschuss geäußert worden war. Alle Orchester würden sich aus Musikern zusammensetzen, die nicht aus der jeweiligen Stadt stammen. Und dass Mozart statt Bach gespielt werde, sei durchaus üblich und nachvollziehbar, zumal da Mozart schon des Öfteren in Bückeburg gespielt worden ist.

Das Orchester habe in ganz Europa gespielt und damit den Namen der Stadt in die Welt getragen. Auch auf dem YouTube Kanal „Schlossgeist 45“ sei das Orchester aktiv, so Tebbe weiter – mit immerhin 56 000 Sendeminuten und 260 000 Aufrufen aus 190 Ländern der Welt. Die CD „Konzert in der alten Residenz Bückeburg“ mit der B-Dur Sinfonie von Johann Christoph Friedrich Bach habe es zum Beispiel ende der Neunziger des vergangenen Jahrhunderts unter die 18 besten CDs der USA gebracht.

Seinerzeit war das Orchester zu einem Konzert nach Wroclaw eingeladen, weil dort auch ein großes Kontingent von Autografen des Bückeburger Bachs liegt. Das Œvre Bachs dürfe nicht weiter in Vergessenheit geraten, sondern müsse sukzessive zurück nach Bückeburg geholt werden, wenn auch nur in Kopie. Außerdem sei es Zeit für einen geplanten Gegenbesuch der polnischen Musiker.

Angesichts des auch in Bückeburg wachsenden Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus sowie kriegstreiberischer Aktivitäten überall auf der Welt, sei es an der Zeit, mit einem Friedens- und Versöhnungskonzert in Bückeburg ein Zeichen zu setzen. Tebbe: „Ich bitte um Neubehandlung des Themas.“




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