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„Man muss loslassen können“ / Jörg Matthias Illig übernimmt Praxis

Dr. Malek nimmt Abschied

BÜCKEBURG. Den „Herrn Doktor“ Malek kennt in Bückeburg fast jeder. Seit 35 Jahren wirkt er an der Langen Straße – 1981 übernimmt er die Praxis seines Vorgängers, Dr. Hoffranzen. Heute ist er selbst in der Lage, in der sich Hoffranzen damals befunden hat. Zwar nicht ganz so alt (67), aber reif für die Rente.

veröffentlicht am 23.06.2016 um 14:25 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:42 Uhr

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BÜCKEBURG. „Man muss auch loslassen können“, sagt Dr. med. Reinhard Malek, der 35 Jahre als Hausarzt in Bückeburg tätig war. Sein Nachfolger ist Jörg Matthias Illig, der die Praxis ab Mitte nächster Woche übernimmt.

Den „Herrn Doktor“ Malek kennt in Bückeburg fast jeder. Seit 35 Jahren wirkt er an der Langen Straße – 1981 übernimmt er die Praxis seines Vorgängers, Dr. Hoffranzen. Heute ist er selbst in der Lage, in der sich Hoffranzen damals befunden hat. Zwar nicht ganz so alt (67), aber reif für die Rente. Oder wie Malek selbst es ausdrückt: „43 Jahre Arzt ist genug, man muss auch loslassen können und aufhören, wenn man noch im Saft steht.“

Ohnehin sei ihm wichtiger gewesen, seine Nachfolge zu regeln, gibt der 67-Jährige zu bedenken. „Es war eine lange Suche“, sagt der gebürtige Dortmunder. „Zum Schluss habe ich kaum noch zu hoffen gewagt.“ Ein Teil des Problems liegt laut Malek darin, dass „nur die Hälfte der Studienanfänger später Arzt werden wollen“. Außerdem hätten gerade weibliche Abgängerinnen anderes vor, als eine Hausarztpraxis zu gründen. Das sei ein „großes Dilemma“.

Immerhin: in Bückeburg ist die Suche zu einem guten Ende gekommen, wie der scheidende Allgemeinmediziner versichert. Jörg Matthias Illig sei für die Aufgabe „hervorragend qualifiziert – ich freue mich, dass er die Praxis in den nächsten Tagen übernimmt.“ Er werde jetzt etwas kürzer treten und viel reisen, sagt Malek, der acht Jahre lang als Vorsitzender des Ärztevereins Schaumburg fungierte. „Langweilig wird mir bei drei Enkeln bestimmt nicht.“ Dr. Malek ist 67 Jahre alt.

Sein Nachfolger, Jörg Matthias Illig, kommt aus einer „Ärztefamilie“ („Vier Generationen, die fünfte ist grade am studieren“) und war lange Zeit bei der Bundeswehr beschäftigt. 1990 erhielt Illig seine Approbation als Arzt, zuletzt arbeitete er als Brigadearzt und Fliegerarzt der Heeresfliegerbrigade Mendig und ab 2016 als Fliegerarzt, Lehrstabsoffizier der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg. Illig hat zahlreiche Auslandseinsätze mitgemacht, unter anderem half er 2005 bei einem Beben in Pakistan. Er werde die Praxis so weiter führen wie bisher, sagt der „Neue“ im Gespräch. Und erklärt das so: „Das ist eine Praxis, die auf einem hohen Niveau geführt wird und die technisch sehr gut ausgestattet ist.“ Der Wechsel bedeute lediglich „das es ein neues Gesicht gibt“, „ansonsten“, versichert Illig, werde sich „nichts ändern.“ Das gilt im Übrigen auch für die Belegschaft, die vollständig übernommen wird. Nur eines wird anders sein, wenn die Praxis im Juli „wieder öffnet“: „Wir nutzen die Gelegenheit, die Räume ein bisschen zu renovieren.“

Ansonsten sei es die „Vielfalt einer Hausarztpraxis“, die ihn zu dem Kurswechsel (weg von der Bundeswehr) gereizt hat. „Ich finde es sehr spannend, dass man hier mit alten und jungen Menschen zu tun hat und mit vielen unterschiedlichen Fälle.“ Der Reiz liege für ihn in der „Familienmedizin“. Das gebe es so bei der Bundeswehr nicht. Von „Dr. Internet“ als „Arzt-Ersatz“ hält Illig wenig. Natürlich könne man Dinge „nachgoogeln“, wichtig sei nur, dass man die Dinge nachher auch richtig einordnen könne. Illig weiter: „Das Problem ist, dass im Internet viele schwere Krankheiten aufgeführt sind und man Sachverstand braucht, um die Relevanz der Symptome richtig einordnen zu können.“ Wer nicht schon über ein Grundwissen verfüge, für den sei Dr. Internet im Grunde kein guter Ratgeber. BÜCKEBURG. „Man muss auch loslassen können“, sagt Dr. med. Reinhard Malek, der 35 Jahre als Hausarzt in Bückeburg tätig war. Sein Nachfolger ist Jörg Matthias Illig, der die Praxis ab Mitte nächster Woche übernimmt.

Den „Herrn Doktor“ Malek kennt in Bückeburg fast jeder. Seit 35 Jahren wirkt er an der Langen Straße – 1981 übernimmt er die Praxis seines Vorgängers, Dr. Hoffranzen. Heute ist er selbst in der Lage, in der sich Hoffranzen damals befunden hat. Zwar nicht ganz so alt, aber reif für die Rente. Oder wie Malek selbst es ausdrückt: „43 Jahre Arzt ist genug, man muss auch loslassen können und aufhören, wenn man noch im Saft steht.“

Ohnehin sei ihm wichtiger gewesen, seine Nachfolge zu regeln, gibt der Neurentner zu bedenken. „Es war eine lange Suche“, sagt der gebürtige Dortmunder. „Zum Schluss habe ich kaum noch zu hoffen gewagt.“ Ein Teil des Problems liegt laut Malek darin, dass „nur die Hälfte der Studienanfänger später Arzt werden wollen“. Außerdem hätten gerade weibliche Abgängerinnen anderes vor, als eine Hausarztpraxis zu gründen. Das sei ein „großes Dilemma“.

Immerhin: in Bückeburg ist die Suche zu einem guten Ende gekommen, wie der scheidende Allgemeinmediziner versichert. Jörg Matthias Illig sei für die Aufgabe „hervorragend qualifiziert – ich freue mich, dass er die Praxis in den nächsten Tagen übernimmt.“ Er werde jetzt etwas kürzer treten und viel reisen, sagt Malek, der acht Jahre lang als Vorsitzender des Ärztevereins Schaumburg fungierte. „Langweilig wird mir bei drei Enkeln bestimmt nicht.“ Dr. Malek ist 67 Jahre alt.

Sein Nachfolger, Jörg Matthias Illig, kommt aus einer „Ärztefamilie“ („Vier Generationen, die fünfte ist grade am Studieren“) und war lange Zeit bei der Bundeswehr beschäftigt. 1990 erhielt Illig seine Approbation als Arzt, zuletzt arbeitete er als Brigadearzt und Fliegerarzt der Heeresfliegerbrigade Mendig und ab 2016 als Fliegerarzt, Lehrstabsoffizier der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg. Illig hat zahlreiche Auslandseinsätze mitgemacht, unter anderem half er 2005 bei einem Beben in Pakistan. Er werde die Praxis so weiterführen wie bisher, sagt der „Neue“ im Gespräch. Und erklärt das so: „Das ist eine Praxis, die auf einem hohen Niveau geführt wird und die technisch sehr gut ausgestattet ist.“ Der Wechsel bedeute lediglich, „dass es ein neues Gesicht gibt“, ansonsten, versichert Illig, werde sich „nichts ändern“. Das gilt im Übrigen auch für die Belegschaft, die vollständig übernommen wird. Nur eines wird anders sein, wenn die Praxis im Juli wieder öffnet: „Wir nutzen die Gelegenheit, die Räume ein bisschen zu renovieren.“

Ansonsten sei es die „Vielfalt einer Hausarztpraxis“, die ihn zu dem Kurswechsel (weg von der Bundeswehr) gereizt hat. „Ich finde es sehr spannend, dass man hier mit alten und jungen Menschen zu tun hat und mit vielen unterschiedlichen Fällen.“ Der Reiz liege für ihn in der „Familienmedizin“. Das gebe es so bei der Bundeswehr nicht. Von „Dr. Internet“ als „Arzt-Ersatz“ hält Illig wenig. Natürlich könne man Dinge „nachgoogeln“, wichtig sei nur, dass man die Dinge nachher auch richtig einordnen könne.

Illig weiter: „Das Problem ist, dass im Internet viele schwere Krankheiten aufgeführt sind und man Sachverstand braucht, um die Relevanz der Symptome richtig einordnen zu können.“ Wer nicht schon über ein Grundwissen verfüge, für den sei Dr. Internet im Grunde kein guter Ratgeber.




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