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Direkte Hilfe – Friseurstudio aus Bückeburg hilft Schulkindern im Iran mit 2750 Euro

Ein Ausflug für 50 Cent ist unbezahlbar

Bückeburg (wk). Ein Erlös von rund 2750 Euro zugunsten einer kleinen iranischen Grundschule und deren Schulkinder ist das Ergebnis einer Spendenaktion gewesen, die das Bückeburger Friseurstudio „Xsesso Hair da Emidio“ im März auf die Beine gestellt hatte. Der Großteil des Geldes war dabei während eines quasi Haar-styling-Marathons zusammen gekommen, bei dem Firmeninhaber Emidio Gaudioso und sein Team sowie andere Mitstreiter von 8 Uhr morgens bis weit nach Mitternacht für den guten Zweck zu Werke gegangen waren (wir berichteten).

veröffentlicht am 10.05.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:21 Uhr

Zwischenzeitlich ist das Spendengeld bei der in der Hauptstadt Teheran gelegenen Schule angekommen, so Gaudioso. Seine Ex-Frau Poopak Parish – eine gebürtige Iranerin und Ideengeberin für die Spendenaktion – sei vor einigen Wochen auf Verwandtenbesuch im Iran gewesen und habe die rund 2750 Euro bei dieser Gelegenheit persönlich an den Leiter der ärmlichen Schule übergeben. Zudem habe sie sich einen Eindruck von den dortigen Verhältnissen und der Verwendung des Geldes verschaffen können.

In der mit veralteten und dreckigen Schulbänken ausgestatteten Schule werde vormittags Unterricht für Mädchen abgehalten und nachmittags für Jungen, berichtet die 37-jährige Wahl-Kanadierin per Email aus den USA, wo sie gerade für einige Zeit unterwegs ist. Das wenige Geld, das der iranische Staat der Schule zur Verfügung stelle, gehe meist für dringend notwendige Reparaturarbeiten drauf. Überleben könne die Schule letztlich nur durch private Geld- und Sachspenden, von denen die dortigen Behörden aber nichts wissen dürfen, da die Gefahr bestehe, dass sie diese dann vereinnahmen.

Die Schulkinder selbst stammen laut Parish aus armen Familien, die aus den umliegenden Provinzen in der Hoffnung nach Teheran gekommen sind, dort ein besseres Leben zu führen. Aufgrund von Überbevölkerung und allgemeinen wirtschaftlichen Problemen seien deren Zukunftschancen in der Hauptstadt Irans jedoch noch geringer. So würden die Familien nun „in 15 Quadratmeter kleinen Buden“ leben und die Familienväter wegen der ausweglosen Situation oftmals zu Drogen greifen. Da die Männer mitunter frühzeitig versterben, gebe es zudem viele alleinerziehende Mütter, die „eine Menge Leid und Sorgen“ tragen müssen.

Um diesen Familien zu helfen, verwende der Schulleiter die privaten Spendengelder nicht nur für die Schule, sondern kaufe davon auch Bekleidung für die Kinder, Nahrungsmittel für deren Familien und bezahle ärztliche Behandlungen der Kinder, da viele von ihnen nicht krankenversichert seien, schildert Parish.

An der Schule wiederum investiere er das Geld unter anderem in die Anschaffung betagter Computer, die Ausrichtung von Englisch-Sprachkursen und Schulausflügen, so Parish. Manche Kinder wüssten sonst nicht mal, was beispielsweise ein Kino ist und hätten auch noch nie einen Spielplatz besucht. Ein Ausflug koste umgerechnet zwar nur 50 Cent pro Person, doch selbst diesen geringen Betrag könnten sich etliche Eltern nicht leisten.

„Ich weiß jetzt, wofür alles gut war“, resümiert Parish mit Blick auf die Aktion des Friseurstudios „Xsesso Hair da Emidio“. Schließlich sollten auch die bedürftigen Schulkinder im Iran die Chance bekommen, ein besseres Leben zu führen. Mit dem Spendenbetrag habe man zumindest ein wenig dazu beigetragen, freut sich der Friseur.




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