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Museum eröffnet Sonderausstellung „Von gräflichen Gnaden“ / Forschungen zur Urkunde von 1609 im Blickpunkt

Ein großer Schrank bewahrt den 400 Jahre alten Schatz

Bückeburg (jp). Mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Von gräflichen Gnaden – 400 Jahre Stadt Bückeburg“ hat sich das Museum Bückeburg für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte in die Reihe von Veranstaltungen zum 400-jährigen Jubiläum der Bückeburger Marktrechte eingereiht. Eine illustre Gästeschar begrüßten der Vorsitzende des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, Dr. Wolfgang Vonscheidt, und Museumsleiterin Dr. Anke Twachtmann-Schlichter in der Eingangshalle.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 20:21 Uhr

Vonscheidt ging noch einmal auf diese vor Kurzem erfolgte Namensänderung ein: „Das Museum wird nun einmal in Bückeburg wahrgenommen, darum nennen wir uns jetzt konsequenterweise auch ,Museum Bückeburg für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte’. Beim Begriff Landesmuseum denken zu viele Menschen an das Landesmuseum in Hannover.“

Ausdrücklich dankte Vonscheidt der Stadt, vertreten durch Bürgermeister Reiner Brombach, für die Bezuschussung der seit Januar bestehenden Stelle der hauptamtlichen Leiterin. „Dadurch sind wir in der Lage, uns professioneller aufzustellen und haben die erste Voraussetzung geschaffen, Kulturgut mit wissenschaftlichem Anspruch verständlich zu zeigen.“ Ebenso dankte er dem Lions-Club Schaumburg für die Spende von 12 000 Euro, mit der technische Hilfsmittel zur Inventarisierung der Museumsgüter beschafft werden sollen. Brombach erinnerte an die 2008 angestellten Überlegungen, das Landesmuseum in das Stift Obernkirchen auszulagern: „Da mussten wir als Stadt ,Stopp’ sagen.“

Die Sonderausstellung „Von gräflichen Gnaden – 400 Jahre Stadt Bückeburg“, in die Twachtmann-Schlichter einführte, thematisiert auf sieben Tafeln die Kernaussagen jener Urkunde von 1609, mit der Graf Ernst zu Schaumburg Bückeburg das Marktrecht verlieh. Die Schau basiert auf den veröffentlichten Forschungen von Dr. Helge Bei der Wieden, Dr. Brage Bei der Wieden und Dr. Stefan Brüdermann und enthält neben Exponaten des Museums Leihgaben des Niedersächsischen Staatsarchivs, des Museums Amtspforte Stadthagen, der Schaumburger Landschaft und der Hofreitschule. Zu der Ausstellung im Obergeschoß zählt auch ein großer Renaissanceschrank aus dem ersten, vom Grafen Ernst 1607 erbauten Bückeburger Rathaus. Er wurde unter Bürgermeister Sarius Sassenberg angefertigt und diente der Aufbewahrung der Urkunde von 1609.

Die Leiterin erinnerte daran, dass das Graf Ernsts Marktrechtprivileg aus dem Jahr 1609 der Versorgung des Hofes dienen sollte. Bückeburg habe bis dahin nicht ausreichend Wirtschaftskraft besessen, um die Belieferung des Fürstendomizils und der Gäste sicherzustellen.

Termin: Die Sonderausstellung ist bis 30. September im Museum Bückeburg zu sehen. Geöffnet ist das Museum mittwochs bis sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.




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