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Abschied von einer Legende – der letzte Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D landet in Achum

Eine Ära endet in Bückeburg

BÜCKEBURG. Das markante und unverkennbare Fluggeräusch, das ihr den Spitznamen „Teppichklopfer“ einbrachte, wird am Himmel fehlen. Kein anderer Bundeswehrhubschrauber ist öfter gestartet und gelandet. Generationen von Besatzungen lernten mit dem Hubschrauber das Fliegen und meisterten mit ihm die unterschiedlichsten Einsätze im In- und Ausland. Nach mehr als 50 Jahren Dienst und 2,3 Millionen Flugstunden stellt die Bundeswehr die Bell UH-1D – auch „Huey“ genannt – endgültig außer Dienst. Die letzte Maschine wird am kommenden Mittwochnachmittag zum allerletzten Mal landen – und zwar auf dem Militär-Flugplatz in Achum.

veröffentlicht am 18.06.2021 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 18.06.2021 um 21:22 Uhr

Leonhard Behmann

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Redakteur zur Autorenseite

Damit geht eine Ära zu Ende, die in der Fürstenstadt ihren Lauf nahm. Schon früh – fünf Jahre vor Indienststellung der ersten Maschinen – fanden erste Erprobungen des Hubschraubers in Bückeburg an der damaligen Heeresfliegerwaffenschule statt. Und hier – an der „Wiege der Hubschrauber“, wie die Bundeswehr sagt – endet nun auch die Dienstzeit des außergewöhnlichen Hubschraubers. Gut möglich, dass am Mittwoch bei der Abschieds-Zeremonie bei einigen Piloten und Bordtechnikern Tränen fließen werden. Die letzte Maschine mit der Kennnummer „73+08“ auf dem Heckausleger hat extra eine spezielle bunte Sonderlackierung bekommen. Auf der Maschine steht: „Goodbye Huey“. In den letzten Wochen und Monaten waren Hubschrauber-Besatzungen mit der Maschine noch einmal auf „Tournee“ und besuchten zahlreiche ehemalige Stationierungs- und Einsatzorte des Helikopters in ganz Deutschland.

340 Exemplare wurden ab 1968 für die Bundeswehr beschafft. Eingesetzt waren sie für den Personentransport, bei der Bekämpfung von Waldbränden, bei Hochwasser und als SAR-Maschinen im Such- und Rettungsdienst im Einsatz. Zuerst bei Heer und Luftwaffe und seit 2013 nach einer Umstrukturierung nur noch bei den Heeresfliegern. Die Maschinen haben sich nach Angaben der Bundeswehr „durch hohe Zuverlässigkeit und solide Flugeigenschaften“ ausgezeichnet. Bei der Suche nach abgestürzten und vermissten Flugzeugen kamen die SAR-Hubschrauber von Typ Bell UH-1D der Bundeswehr in den letzten Jahren auch immer wieder im Weserbergland zum Einsatz und unterstützten die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK aus der Luft. Auch beim tragischen Absturz eines Schulungshelikopters der Bundeswehr aus Bückeburg im Juli 2019 kam ein Rettungshubschrauber dieses Typs bei Dehmke (Landkreis Hameln-Pyrmont zum Einsatz. Bekannt wurde die SAR-Huey auch durch die ZDF-Serie „Die Rettungsflieger“.

Als Ersatz für den leichten Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D haben die Rettungsflieger der Bundeswehr nun einen der modernsten Hubschrauber der Welt bekommen – eine Airbus H145. Ab sofort werden sie mit dem leichten Unterstützungshubschrauber immer dann abheben, wenn Menschen in höchster Not sind.

Die letzte Huey hat extra eine spezielle bunte Sonderlackierung bekommen. Foto: Bundeswehr/Straub

Mit einem Festakt auf dem Flugplatz in Achum wird sich die Bundeswehr am Mittwoch von der letzten Bell UH-1D verabschieden. Die Maschine wird nicht verschrottet – sie wird an das Bückeburger Hubschraubermuseum übergeben. Dort wird sie voraussichtlich ab August zu bestaunen sein. Für den Abschied des Hubschraubers haben die Soldaten noch etwas Besonderes geplant. „Im Beisein des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, wird eine Formation mit sechs unterschiedlichen Hubschraubern, aus allen Heeresfliegerverbänden, die „Goodbye Huey“ vor dem Heeresflugplatz Bückeburg in Luft empfangen und zur Abschlusslandung geleiten“, verrät Oberstleutnant Peter Straub vom Transporthubschrauberregiment 30 der Division Schnelle Kräfte im baden-württembergischen Niederstetten. Für Generalleutnant Mais wird es auch ein persönlicher Abschied sein – er selbst flog die Bell UH-1D einige Jahre als Hubschrauberpilot.




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