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Verkehrsunfälle auf Kreuzungen: Senioren-Union fordert, Ampeln nachts wieder einzuschalten

Einerseits – andererseits

Bückeburg. Naheliegend erscheint der Gedanke, die Ampeln an einigen Straßenkreuzungen in der Innenstadt über Nacht abzuschalten und die Vorfahrt währenddessen mittels der dort stehenden Verkehrsschilder zu regeln. Zum einen ist in dieser Zeit im Allgemeinen weniger los auf den Straßen, sodass es keiner stur nach Ampelzeitintervall gesteuerten Organisation bedarf, zum anderen spart die zeitweilige Abschaltung der Anlagen Stromkosten ein, was dem klammen Haushalt der Stadt Bückeburg zugute kommt. Allerdings hat das Ganze offenbar auch einen unschönen Nebeneffekt, wie Mitglieder der Senioren-Union Bückeburg bei einem Ortstermin an der Kreuzung Ulmenallee/Scheier Straße/Oberntorstraße von Polizeihauptkommissar Arno Hansing erfahren haben – und zwar ein erhöhtes Verkehrsunfallaufkommen.

veröffentlicht am 17.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Demnach haben sich hier in den Jahren 2012 bis 2014 elf Verkehrsunfälle ereignet, davon neun unmittelbar im Kreuzungsbereich, von denen wiederum „mehr als 50 Prozent“ in der Zeit von 20 Uhr – also nach automatischer Abschaltung der Ampelsteuerung – bis Mitternacht passiert waren.

Noch „markanter“ sind die Unfallzahlen hinsichtlich der Straßenkreuzung Unterwallweg/Bahnhofstraße, die nachts ebenfalls ohne Ampelsteuerung auskommen muss. Allein aus dem Jahr 2014 sind bei der Bückeburger Polizei sechs unmittelbar im Kreuzungsbereich verursachte Verkehrsunfälle bekannt, von denen vier nach 20 Uhr eingetreten waren.

Durch die von Hansing präsentierten Zahlen sah sich Friedel Pörtner, Vorsitzender des Vereins, in seiner Einschätzung bestätigt, dass der Verkehr im Bereich dieser beiden Kreuzungen im Interesse einer Verminderung der Unfallzahlen wieder länger als nur bis 20 Uhr mit Ampeln geregelt werden muss. Dies voranzutreiben, dafür habe man sich übrigens schon zuvor „einmütig“ innerhalb des Vorstandes der Senioren-Union ausgesprochen, verriet der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete, wobei man wisse, dass „das Votum der Polizei“ bei der letztlich von der Stadt Bückeburg zu treffenden Entscheidung, wie die Ampeln zukünftig geschaltet werden, „maßgebliches Gewicht“ hat. Seitens der Polizei werde man dieses Thema auf jeden Fall bei der nächsten Tagung der gemeinsamen Verkehrsunfallkommission der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg ansprechen, versicherte Hansing. Allerdings stehe diese turnusmäßig erst im Mai 2016 an. „Wenn es erst Tote gegeben hat, dann geht es schneller“, merkte eine Dame aus dem Kreis der Senioren-Union hierzu in sarkastischem Ton an. Woraufhin der Polizeihauptkommissar berichtete, dass bei einem der genannten Verkehrsunfälle im Bereich der Straßenkreuzung Unterwallweg/Bahnhofstraße auch ein Mensch ums Leben gekommen war.




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