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Sopranistin weckt bei „Einkehrmusik“ Interesse für Privatleben

Einladung ins „Herzenshaus“

BÜCKEBURG. Werke von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Felix-Alexandre Guilmant, Charles Wesley und Georg Friedrich Händel haben auf dem Programm der „Einkehrmusik zum Advent“ gestanden. Die immer sonnabendvormittags zum entspannenden Innehalten in die Stadtkirche einladende Reihe bot diesmal ein Wiederhören mit der Oboistin Ulrike Köhler und der Sopranistin Teresa Boning; den Orgelpart übernahm Kantor Siebelt Meier. Wer über den Nachnamen Boning stolpert: Es ist tatsächlich die Frau von Wigald.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 11:48 Uhr
aktualisiert am 05.12.2018 um 18:20 Uhr

Ulrike Köhler (von rechts), Teresa Boning und Siebelt Meier präsentieren „Einkehrmusik zum Advent“. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. Werke von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Felix-Alexandre Guilmant, Charles Wesley und Georg Friedrich Händel haben auf dem Programm der „Einkehrmusik zum Advent“ gestanden. Die Reihe, die zum entspannenden Innehalten in die Stadtkirche einlädt, bot diesmal ein Wiederhören mit der Oboistin Ulrike Köhler und der Sopranistin Teresa Boning; den Orgelpart übernahm Kantor Siebelt Meier.

Boning absolvierte im Oktober 2015 ihren Master of Arts Oper/Musiktheater am Mozarteum Salzburg mit Auszeichnung. Im Dezember 2017 gab sie unter der Leitung des Dirigenten László Gyükér ihr Debüt als Königin der Nacht in Bremen (Die Glocke), Augsburg (Kongresszentrum) und Freiburg (Konzerthaus). Köhler zählt zu den regelmäßigen Gästen in heimischen Gotteshäusern und war unter anderem an der musikalischen Gestaltung eines von NDR und WDR übertragenen Radiogottesdienstes beteiligt.

Das in unterschiedlichen personellen Konstellationen musizierende Trio präsentierte sich in vorzüglicher Verfassung. Besondere Akzente setzten naturgemäß die ein- und ausgangs des Konzerts gemeinsam von den drei Interpreten absolvierten Auftritte. Sowohl Vivaldis „Donmine Deus“ als auch Händels „Meine Seele hört im Sehen“ gelangen sehr zum Gefallen des Publikums. Zwischendurch ließen Köhler und Siebelt mit Wesleys „Pastorale“ sowie Boning und Siebelt mit Bachs Arie „Komm in mein Herzenshaus“ (aus „Ein feste Burg ist unser Gott“) aufhorchen.

Die Sopranistin Teresa Boning, geborene Tièschky, Frau von Wgald Boning in der Bückeburger Stadtkirche. Foto: bus
  • Die Sopranistin Teresa Boning, geborene Tièschky, Frau von Wgald Boning in der Bückeburger Stadtkirche. Foto: bus

Das „Herzenshaus“ stieß im informierten Teil der Zuhörerschaft nicht zuletzt wegen Details aus dem Privatleben der Sopranistin auf reges Interesse. Boning war in der Musikbroschüre der Stadtkirche noch unter ihrem ursprünglichen Namen Teresa Tièschky angekündigt worden. Sie hat im Anschluss an ihrer Hochzeit mit dem Komiker Wigald Boning im Januar dieses Jahres den Nachnamen ihres Ehemanns angenommen.

„In einem Herz aus weißen und rosa Luftballons stehend hat Wigald Boning seine Hochzeit mit der Opernsängerin Teresa Tièschky verkündet“, verriet die Fachpresse. „Gemäß Artikel 6 der bayerischen Landesverfassung wird man bayerischer Staatsbürger durch Geburt, Legitimation, Einbürgerung oder Heirat. Da ich eine waschechte Bayerin geheiratet habe, bin ich ab sofort Bayer“, wurde der bei Oldenburg geborene Gatte zitiert.

Der theologisch interessierte Teil des Publikums wusste unterdessen, dass es sich bei „Komm in mein Herzenshaus“ keineswegs um eine Einladung ins Liebesnest handelt. Der vollständige Text lautet: Komm in mein Herzenshaus / Herr Jesu, mein Verlangen / treib Welt und Satan aus / und laß dein Bild in mir erneuert prangen / weg, schnöder Sündengraus!

Gleichwie geriet der Beifall aller Zuhörer dermaßen herzlich und heftig, dass sich das Trio im Zugabeteil mit einem musikalischen Kurzbesuch bei „Tochter Zion“ revanchierte.




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