weather-image
×

Auch der Kreistag verabschiedet Resolution für viergleisigen Ausbau auf der vorhandenen Strecke

Einstimmig gegen die Trassenferne

BÜCKEBURG/STADTHAGEN. Der Kreistag hat Dienstagnachmittag einstimmig einen Resolutionsentwurf der SPD-Fraktion angenommen, in der der trassenferne Neubau der Bahnstrecke zwischen Wunstorf und Porta abgelehnt wird. Stattdessen müsse die bestehende Strecke viergleisig ausgebaut werden – und zwar schnell.

veröffentlicht am 21.06.2016 um 18:42 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:42 Uhr

BÜCKEBURG. Auch der Kreistag des Landkreises Schaumburg hat sich auf seiner Sitzung gestern Nachmittag einstimmig gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn zwischen Bückeburg und Porta Westfalica beziehungsweise Letter-Lindhorst ausgesprochen. Die beiden trassenfernen Neubaustrecken seien aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans herauszunehmen.

Gleichzeitig wird das Verkehrsministerium aufgefordert, die Viergleisigkeit auf der vorhandenen Trasse umzusetzen und einen bestmöglichen Lärmschutz entlang der Strecke zu gewährleisten. Zur schnellstmöglichen Umsetzung müsse im Bundesverkehrswegeplan 2030 die Gesamtmaßnahme zwischen Hannover und Bielefeld entsprechend ihrer Bedeutung in die Dringlichkeitsstufe „Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ eingeordnet werden, um eine zeitnahe Umsetzung des Projektes sicherzustellen. Der Landkreis Schaumburg sei Teil eines länderübergreifenden Verflechtungsbereichs mit circa 370 000 Einwohnern, der auf den Fernbahnhof Minden ausgerichtet ist. Die Anbindung des Landkreises an den Fernverkehr über den Bahnhof Minden sei dauerhaft zu gewährleisten und entsprechend den Zielen des aktuellen Fernverkehrskonzeptes der Deutschen Bahn AG bestmöglich zu verbessern. Zum Hintergrund: Sollte trassenfern ausgebaut werden, wäre Minden vom Fernverkehr abgeschnitten. Die Resolution war seitens der SPD-Kreistagsfraktion beantragt worden.

Der erneute Versuch, trassenferne Teilabschnitte zu realisieren, sei für den Kreistag „völlig unverständlich“, da ein Neubau zu einem wesentlich höheren Flächenverbrauch als ein Ausbau der vorhandenen Strecke führe, wird in der Resolution argumentiert. Der trassenferne Ausbau würde zu einer weiteren Zerschneidung der Landschaft führen und das für den Naturschutz wertvolle Niederungsgebiet Bückeburger Niederung tangieren. Durch eine Trog- oder Tunnellösung seien weitreichende Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu erwarten. Mehrere Ortslagen wie der Bückeburger Ortsteil Scheie oder Hohnhorst würden von mehreren Seiten von Bahntrassen tangiert.

In ihrem Antrag erinnert die SPD-Fraktion an die Diskussion um die Jahrtausendwende, als bereits das erste Mal geplant war, die Strecke zwischen Hannover und Bielefeld viergleisig auszubauen – mit zwei trassenfernen Abschnitten zwischen Bückeburg und Porta sowie damals noch Haste und Seelze. Schon damals seien Resolutionen gegen den trassenfernen Ausbau verabschiedet worden. Die damals von niedersächsischer als auch nordrhein-westfälischer Seite vorgetragenen Bedenken führten 2003 dazu, dass der Streckenabschnitt Minden Haste ausdrücklich als Ausbaustrecke festgelegt wurde und die trassenfernen Neubauvarianten korrigiert wurden. Obwohl die Auslastung des Streckenabschnitts zwischen Minden und Wunstorf derzeit mehr als 110 Prozent beträgt, sei in den vergangenen zwölf Jahren nicht einmal mit der Umsetzungsplanung der Gesetzesmaßnahme begonnen worden: „Dies ist vor dem Hintergrund möglicher Störauswirkungen in der Bahnbedienung und wichtiger Bahnknoten nicht nachvollziehbar.

Bereits die Städte Bückeburg, Minden und Porta-Westfalica sowie der Kreistag Minden-Lübbecke haben oder werden sich in Resolutionen gegen den trassenfernen Ausbau und für den Ausbau auf der vorhandenen Trasse aussprechen.rc/kk




Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige