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Dramatische Szenen beim Hausbrand in Berenbusch / Fritz Kardinal dankt allen Helfern

Enkel rettet seinen Opa

BÜCKEBURG. Fritz Kardinal schießen die Tränen in die Augen, als er die Situation schildert, was sich am Sonntagmittag beim Brand seines Hauses am Kiesweg in Berenbusch abgespielt hat. „Mein Enkel hat mich rausgezogen. Es hätte keine Sekunde länger dauern dürfen.“ Was sich weiter abgespielt hat, lesen Sie hier, ebenso das Dankeschön an alle Helfer.

veröffentlicht am 14.05.2018 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 14.05.2018 um 18:20 Uhr

„Die Rettungskräfte haben sehr gut gearbeitet“, spricht Fritz Kardinal allen Helfern, Nachbarn und Unterstützern seinen Dank aus. Foto: Feuerwehr
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Fritz Kardinal schießen die Tränen in die Augen, als er die Situation schildert, was sich am Sonntagmittag beim Brand seines Hauses am Kiesweg in Berenbusch abgespielt hat. „Mein Enkel hat mich rausgezogen. Es hätte keine Sekunde länger dauern dürfen.“

15 Jahre ist der Enkel alt. Er hatte den Brand entdeckt, der im Dachgeschoss des Wohnhauses ausgebrochen ist. Auch ein Rauchmelder hat fast zeitgleich angefangen, schrille Alarmtöne zu geben. Fritz Kardinal, lange Jahre Vorsitzender des Flugmodellclubs FC Condor Bückeburg und ein stattlicher Mann, reagiert sofort. Er rennt eilends in den Keller, schnappt sich einen Feuerlöscher und flitzt wieder nach oben. Zwischendurch greift er sich ein Handtuch, durchnässt es und bindet es sich vor Mund und Nase, um sich vor dem Qualm zu schützen. Nur: Es nutzt nichts. Als er die Tür zum Mansardenzimmer öffnet, schlägt ihm dicker, schwarzer Qualm entgegen. Er kommt noch nicht einmal dazu, den Feuerlöscher auszulösen, schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dann sackt er auch schon zusammen. Vom Rest weiß er nichts mehr. „Ich bin erst im Rettungswagen wieder zu mir gekommen und habe nur aus den Schilderungen erfahren, wie und wer mich gerettet hat.“

Fritz Kardinal ist an diesem Montagmorgen trotz Rauchgasvergiftung in die Redaktion der SZ/LZ gekommen, um sich bei allen für Hilfe und Unterstützung zu bedanken – bei Feuerwehr, Rettungssanitätern, Polizei, freiwilligen Helfern und Nachbarn: „Allen gilt mein Dank und der meiner Familie. Alle haben prima gearbeitet und sich um uns gekümmert.“ Noch vor Ort hätten ihn die Nachbarn unterstützt, hätten Hilfsangebote unterbreitet. „Das muss unbedingt in die Zeitung.“

Hilfe und Unterstützung, die Fritz Kardinal, seine Frau und sein Sohn mit seiner Familie – Frau und zwei Kinder – auch bitter nötig haben. Denn das Haus am Kiesweg ist noch beschlagnahmt. „Ich komme nicht an meine Brille oder wichtige Papiere wie die Versicherungspolice.“ Auch telefonieren kann er nicht, er hat kein Handy. Erst am Mittwoch kommen erneut Sachverständige der Polizei und der Versicherung, um das Haus und den Schaden in Augenschein zu nehmen und die Brandursache zu ermitteln. Bisher ist nur klar, dass das Feuer im Dachgeschoss ausgebrochen ist. Da sich die Flammen in eine Zwischendecke gefressen hatten, musste die Feuerwehr das Dach aufreißen und von zwei Drehleitern Wasser in das Gebäude spritzen, bis alle Brandherde gelöscht waren.

Ob das Haus noch bewohnbar ist, auch das werden Fritz Kardinal und seine Familie erst am Mittwoch erfahren. Bis dahin sind er und seine Frau bei Freunden untergekommen, sein Sohn und seine Familie in der Nachbarschaft.




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