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Nach 43 Dienstjahren – Polizeichef Werner Steding in den Ruhestand verabschiedet

„Er hat die Polizei geprägt“

BÜCKEBURG. Er ist Polizist durch und durch – Werner Steding hat in seinen 43 Dienstjahren bei der Polizei Niedersachsen viele schöne, aber auch einige furchtbare Dinge erlebt. Er war an Mord- und Fahrerflucht-Ermittlungen beteiligt – und hat einige davon sogar geleitet. Am Dienstag ist der Leiter des Bückeburger Kommissariats mit Lob und Dank von Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten verabschiedet worden.

veröffentlicht am 27.07.2021 um 18:00 Uhr

Leonhard Behmann

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Redakteur zur Autorenseite

Steding will sich künftig vermehrt Haus und Hof, den beiden Enkeln und seinem Hobby – dem Rudern – widmen.

Der 63-Jährige geht schweren Herzens. Gerne, so sagt er, hätte er noch um ein weiteres Jahr verlängert. Und das, obwohl der Fischbecker eigentlich schon im Vergleich Jahr in den Ruhestand hätte gehen sollen. „Ich habe nicht einen Tag in Bückeburg bereut und mich hier immer sehr wohl gefühlt – Bückeburg ist schon eine tolle Stadt“, sagt der Polizeichef. Die Stadt sei ein Mikrokosmos. „Man kennt sich, trifft sich auf der Straße und bespricht Probleme“, sagt Steding. Der scheidende Polizeichef verweist darauf, wie wichtig ihm immer die Öffentlichkeitsarbeit, speziell der Kontakt zur Presse, gewesen ist.

Die Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen lobte an Steding dessen „besondere Einstellung zum Beruf“. Diese sei einmalig. „Werner Steding hat die Polizeiarbeit hier in Bückeburg geprägt“, meint Gwendolin von der Osten. „Für ihn war es kein Job, sondern eine Berufung“, sagt die Polizeipräsidentin. Schon beim Betreten der gepflegten Wache würde man sehen, wie gut Steding die Dienststelle geführt hat. An Steding gewandt sagte die Präsidentin: „Sie sind nicht einfach weg, sie werden – auch bei der Bevölkerung – in Erinnerung bleiben.“ Steding nahm das Lob dankend an. Der begeisterte Wassersportler sagte aber auch: „Es ist wie beim Rudern – es kommt auf das Team an. Alle müssen ihr Bestes geben.“ Mit Werner Steding verlässt ein wahres Urgestein die Polizei. Im Jahr 1978 trat er seinen Dienst an. Schon zwei Jahre später arbeitete er bei der Autobahnpolizei Hannover, bevor er zum Polizeirevier Hameln wechselte. Nach Arbeit im Polizeistab, als Fachlehrer an der Landespolizeischule, stellvertretender Dienststellenleiter in Bad Münder sowie in der Bezirksregierung Hannover und der Leitung des Polizeikommissariats Bad Nenndorf übernahm Steding schließlich die Führung der Polizei in Bückeburg. „Schon nach drei Tagen in Bückeburg wusste ich: „Hier will ich alt werden“, sagt er und zwinkert mit den Augen.

„Bei meiner Ernennung habe ich auch vor dieser Fahne gestanden“, sagt Polizeichef Werner Steding. Nun wird der Leiter des Bückeburger Kommissariats und Erste Hauptkommissar von Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten in den Ruhestand verabschiedet. Foto: leo

Sein schlimmster Einsatz? Steding muss nicht lange nachdenken. „Das war zu meiner Zeit als Autobahnpolizist. Bei einem Unfall auf der Autobahn 2 sind zwei Säuglinge aus dem Auto geschleudert und getötet worden. Das nimmt einen mit“, sagt er. Und der schönste Einsatz? „Der Besuch Ihrer Majestät Königin Elizabeth II. in Hameln“, sagt der Erste Hauptkommissar. Er sei nah dran gewesen und habe den royalen Besuch abgesichert.

Am Freitag wird Werner Steding zum allerletzten Mal in seinem Büro im Kommissariat an der Ulmenallee sitzen. Dann endet sein Dienst. Seine Nachfolgerin wird die Erste Kriminalhauptkommissarin Daniela Kempa, bisher Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Stadthagen. Sie soll am 1. August ihren Dienst in Bückeburg antreten.




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