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Fast 50 Kothaufen vor Wohn- und Ferienhaus / Fähnchen-Aktion soll Hundehalter wachrütteln

Es stinkt zum Himmel

BERENBUSCH. Doris und Rüdiger Westphal stinkt‘s gewaltig: Sage und schreibe 48 Hundehaufen haben die 66-Jährige und ihr 63 Jahre alter Mann auf dem Grünstreifen vor ihren beiden Grundstücken Sauerlandstraße 13 und 15 gezählt und mit je einem roten Papierfähnchen samt Botschaft markiert – dann haben sie aufgehört.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 11:55 Uhr
aktualisiert am 18.09.2018 um 16:10 Uhr

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Autor:

THOMAS WÜNSCHE
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Nicht, weil es entlang der 65 Meter langen Grundstücksfront nicht noch mehr Hinterlassenschaften von Vierbeinern geben würde – der Drucker machte nicht mehr mit.

„Wir wissen uns nicht mehr anders zu helfen“, sagt Doris Westphal mit Blick auf die an einer Art Schaschlikspieß im Wind flatternden Fähnchen. „Scheiß vor deine Tür“, „Haufen sucht Frauchen“, „Achtung Tretmine“, „Schweine an der Leine“, „Kein Hundeklo“ und „Tüte vergessen?“, hat das Ehepaar in Heimarbeit auf die Wimpel gedruckt – in der Hoffnung, dass diese Botschaften Hundehalter, die mit ihren Vierbeinern den Weg über die Sauerlandstraße in den nahen Wald nehmen, wachrütteln.

Denn eines ist für Rüdiger Westphal klar: „Nicht der Hund ist das Ferkel“, wie die letzte der Botschaften auf den Fähnchen deutlich macht. „Wir wohnen seit 2004 in Berenbusch. Damals gab es hier etwa fünf Hunde; ein Problem mit Hundekot hatten wir noch nicht“, erinnert Doris Westphal. Doch seitdem habe sich die Situation vor ihrem Haus mit der wachsenden Zahl von Vierbeinern mehr und mehr verschlimmert. Richtiggehend unerträglich sei es dann seit dem vergangenen Jahr geworden – und der Supersommer 2018 tue ein Übriges, dass der Kot zum Himmel stinke.

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Eine Nachbarin, die an der Sauerlandstraße 8 lebt, bestätigt das Problem mit den Exkrementen. „Ich hatte das auch, habe laminierte Zettel und Kottüten in meine Hecke gehängt.“ Daraufhin habe sich das Problem allmählich verlagert – hin zu den Westphals.

„Der schmale Wiesenstreifen gehört der Gemeinde, die dort aber nur einmal im Jahr mäht“, sagt das Ehepaar. Ergo nimmt Rüdiger Westphal das Grün regelmäßig von sich aus unters Messer. Mit dem Resultat, dass ihm die Tretmienen nur so um die Ohren fliegen.

„Ich höre in Berenbusch das erste Mal davon“, sagt Horst Schwarze auf Anfrage dieser Zeitung. Der Ortsbürgermeister vermutet einen „Sonderfall“,verweist das Ehepaar an den für öffentliche Sicherheit zuständigen Fachdienst bei der Stadt Bückeburg.

„Wir kennen die Leute nicht, die hier Gassi gehen“, sagen die Westphals. An den Autokennzeichen, die in der Nachbarschaft parkten, sei aber abzulesen, dass es sich mit Masse um Auswärtige handele. Der in der Fortsetzung der Sauerlandstraße parallel zum Mittellandkanal verlaufende Wirtschaftsweg sei für Hundehalter sehr attraktiv; um die 20 Tiere hat das Eherpaar inzwischen gezählt. Auf ihr Verhalten ansprechen indes möchten die Hausbesitzer die Hundehalter lieber nicht mehr: „Da gibt‘s nur dumme Antworten“, sind sie sicher.

„Das Problem ist, dass die Hinterlassenschaften bis auf die Terrasse stinken und den Aufenthalt dort oft kaum möglich machen“, betont Rüdiger Westphal – und mit jedem neuen Haufen auf dem Grasstreifen werde der für den nächsten Hund noch „attraktiver“. Erschwerend kommt hinzu, dass das eine der beiden Westphal’schen Häuser ein Ferienhaus ist, was dessen Vermietung nicht eben einfach mache. „Wir haben überhaupt nichts gegen Hunde“, unterstreichen die beiden. Im Gegenteil: Das Ehepaar hatte früher selbst welche. „Aber“, so die Westphals, „hier spielen auch Kinder.“ Und Kot enthalte Krankheitskeime.




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