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Ein Herzensanliegen

Französisch-deutsches Theaterprojekt: Autor Philippot zu Gast

BÜCKEBURG. Die Verständigung zwischen Franzosen und Deutschen ist Jean-Bernard Philippot ein Herzensanliegen. Die Kultur habe dabei besondere Bedeutung und biete viele Möglichkeiten, sagt der Autor, Regisseur und Schauspieler im Pressegespräch.

veröffentlicht am 03.06.2019 um 15:09 Uhr

Auf Erkundung in Bückeburg (von links): Jürgen Morche, Evi Dopheide, Jürgen Höcker, Adelheid Olivier, Georges Olivier, Jean-Bernard Phillipot und Julien Dubuc. Foto: vhs

Autor:

Volkmar Heuer-Strathmann
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BÜCKEBURG. Im Sommer 2018 hat Philippot mit einem gemischten Ensemble, zu dem auch eine Gruppe Schaumburger gehörte, in Frankreich ein Stück über den Ersten Weltkrieg inszeniert. Nun arbeitet er an „Resistance(s)“, einem modernen Werk, das im März 2020 auch in Bückeburg gezeigt werden soll. Deshalb wurden schon mal mögliche Spielstätten in Augenschein genommen, etwa die Remise oder die Aula des Gymnasiums Adolfinum.

Als Autor hat sich Philippot an Dokumenten orientiert, die an den Widerstand in Deutschland und die Resistance in Frankreich erinnern. Als Beispiele nennt er die Flugblätter der „Weißen Rose“ und das Gedicht „Freiheit“ von Paul Eluard. Die Texte wurden abgeworfen, verteilt, liegen gelassen, um möglichst viele Menschen für die eigene Bewegung zu gewinnen. In Deutschland galt der Widerstand, soweit man davon sprechen kann, dem NS-System, in Frankreich stand das kollaborierende Vichy-Regime im Fadenkreuz, aber natürlich auch die Besatzer. Die Akteure riskierten ihr Leben. Nicht wenige wurden Opfer von staatlichem Terror.

Bei diesem Projekt sind nur Franzosen auf der Bühne zu erleben, allesamt Schauspieler. Im November 2019 soll in Frankreich in der Partnerregion Soissons Premiere sein. In Bückeburg werden die Akteure auf Deutsch parlieren. Livemusik ist Teil der Inszenierung. Die Künstler wollen Jung und Alt erreichen. Als Profis wissen sie, dass Theater heutzutage harte Konkurrenz hat, nicht nur durch das Netz.

Die Schaumburger Bühne unterstützt die Gruppe mit logistischen Mitteln. Regisseur Jürgen Morche empfindet viel Sympathie für das Projekt, auch weil es ein deutliches Zeichen setze gegen jede Art von Abschottung. Jürgen Höcker, der 2018 bereits in Frankreich mitwirkte, versteht sich als Förderer und Kontaktperson. Auch er hat Feuer gefangen und befasst sich mit der Sponsorensuche. Schaumburger Schulen, die Interesse haben an einer Aufführung in der Zeit kurz vor den Osterferien 2020, können Kontakt aufnehmen per Mail: juergen.hoecker@icloud.com .

Die Fachschaft Französisch am Adolfinum hat bereits ihr großes Interesse bekundet. Ebenso Schulleiter Michael Pavel, der in „Resistance(s)“ die Chance sieht, die Aufmerksamkeit der Schüler beim Thema NS-Zeit mal mehr auf „positive Menschen“ zu rich-ten, auf Vorbilder, auf Menschen mit Courage. Das Ensemble „Compagnie Nomades“ hat ein sehr klares Selbstverständnis: „Die Kultur unserer beiden Länder ist die Waffe der Pazifisten.“




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