weather-image
13°

Altes Tanklöschfahrzeug kommt aus Schierneichen / Museums-Mannschaft vor Kraftakt

Freude auf den Magirus-Jupiter

BÜCKEBURG. „Wir haben keine andere Wahl, wir müssen anbauen!“: Mit diesen Worten schwört Karl-Heinz Driftmann die Mitglieder des „Vereins zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge“ auf den größten Kraftakt 2019 ein. Denn: Das alte Tanklöschfahrzeug (TLF), ein Magirus-Jupiter mit 6-Zylinder-V-Motor und drei Achsen, das zur Erstausstattung des Flugplatzes Achum gehörte, soll auf Wunsch der Feuerwehr und auf Beschluss des Rates der Samtgemeinde Nienstädt im Sommer eine neue Heimat im Museum der Hilfsorganisationen an der Freiherr-vom-Stein-Straße finden.

veröffentlicht am 09.01.2019 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 09.01.2019 um 19:40 Uhr

Als größtes und schwerstes Einzelobjekt hat der Verein vom THW die Feld-Fernsprechvermittlung für 150 Nebenstellen erhalten.
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. „Wir haben keine andere Wahl, wir müssen anbauen.“ Mit diesen Worten schwört Karl-Heinz Driftmann die Mitglieder des „Vereins zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge“ auf den größten Kraftakt 2019 ein. Denn: Das alte Tanklöschfahrzeug (TLF), ein Magirus-Deutz Jupiter mit Sechs-Zylinder-V-Motor und drei Achsen, das zur Erstausstattung des Flugplatzes Achum gehörte, soll auf Wunsch der Feuerwehr und auf Beschluss des Rates der Samtgemeinde Nienstädt im Sommer eine neue Heimat im Museum der Hilfsorganisationen an der Freiherr-vom-Stein-Straße finden.

Die offizielle Nachricht über die Entscheidung in Nienstädt war für uns „die größte Überraschung des vergangenen Jahres“, wie der Vereinschef bekennt. Denn seit Langem sei spekuliert worden, was mit dem Veteran aus Schierneichen geschehen wird. Für die Übernahme sei es zunächst wichtig gewesen, den Bezug des Fahrzeugs zu Bückeburg herzustellen. Kein Problem, denn wie auf historischen Fotos im Feuerwehrarchiv ersichtlich sei, wurde das Fahrzeug in Bückeburg im Rahmen der nachbarlichen Löschhilfe beim Brand der Stadtkirche, beim Brand im Marstall und in der Altstadt eingesetzt.

Driftmann: „Wir haben für das Fahrzeug zwar keinen Stellplatz mehr, aber es gibt Möglichkeiten, das Problem auf eine für alle zufriedenstellende Weise zu lösen.“ Das Magirus-TLF befinde sich noch bis Mai/Juni 2019 in Verwahrung der Freiwilligen Feuerwehr Schierneichen-Deinsen-Baum. „Bis dahin“, so Driftmann, „wollen wir versuchen, eine gute Lösung für die Unterbringung abzuschließen.“ Es gebe in Schierneichen Kameraden, die ihren alten „Kollegen“ gern als Museumsstück erhalten wollten. Sie würden bei den Konservierungsarbeiten mithelfen.

2 Bilder
So wie hier auf dem Foto von Heinz Wittkugel könnte ein Stück Zukunft aussehen: Das Magirus-TLF (l.) befindet sich noch bis Mai/Juni 2019 in Verwahrung der Freiwilligen Feuerwehr Schierneichen-Deinsen-Baum. Fotos: pr

„Vermieter Heiner Wömpner stellt uns das Grundstück für den Erweiterungsbau kostenlos zur Verfügung. Ämter und Verwaltungen, der Kreishandwerksmeister, der Kreisbrandmeister und der Landrat wollen, dass wir dieses Projekt stemmen – und arbeiten mit daran, uns dabei zu unterstützen“, freut sich Driftmann.

Aufgrund der Größe der Baumaßnahme müsse der Bauantrag über ein Architekturbüro eingereicht werden. „Die Abmessungen“, so Driftmann, „sind so festgelegt, dass wir einen Teil der Exponate aus der Halle des ,Loewe‘ und aus dem Schuppen gegenüber der Einfahrt mit unterbringen – und so trotz der Größe des Zugangs Platz gewinnen.“ Erste Entwürfe lägen vor.

Hinzu kommt: Im Winterhalbjahr 2018/2019 soll die Ausstellung wegen zahlreicher Neuzugänge neu konzipiert werden. Als größtes Einzelobjekt habe der Verein vom Technischen Hilfswerk (THW) eine Feld-Fernsprechvermittlung für 150 Nebenstellen bekommen. Um sie lebensecht zu präsentieren, gebe es eine Schaufensterpuppe, die den Bediener der Anlage darstelle.

„Als Zugang größeren Umfangs erhielten wir aus Steinhude ein komplettes ,Puppentheater‘, einschließlich Tau-cher und Schlauchboot“, so der Vereinschef stolz. Inzwischen habe sein Zusammenschluss 22 Schaufensterpuppen, mit deren Hilfe die Ausstellung lebendiger wirke.

Der Bereich Feuerwehr habe durch den allerersten Stromerzeuger der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt, der in einer Scheune in Cammer zwischen alten Geräten aufgetaucht sei, erweitert werden können.

Die Neugestaltung des Unterrichtsraumes im Feuerwehrhaus an der Röntgenstraße habe dem Verein zudem einen riesigen Zugang an diversen Bildern, Urkunden und Erinnerungsstücken aus den Städtepartnerschaften beschert.

Nicht zu vergessen: „Inzwischen“, so Driftmann, „haben wir vom Dach des Turms des alten Feuerwehrhauses Meinsen die zweistufige Sirene samt Mast erhalten. Zurzeit befindet sie sich in einer Halle der Firma Ahrens in der Kreuzbreite.“ Zusammen mit einem Oberflurhydranten aus Scheie werde sie demnächst neben der Einfahrt zum Museum aufgestellt werden.

Für den Stellplatz bittet der Verein um Spenden auf das Konto IBAN: DE 38 2555 1480 0333 8423 75 bei der Sparkasse Schaumburg in Bückeburg. „Unser Verein ist gemeinnützig, wir dürfen steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen“, so Driftmann. Eine Hilfe wären auch Spenden von Baumaterial oder das Mitwirken von Fachleuten beim Aufbau. tw




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare