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Freundschaft von ihrer schönsten Seite

„Freundeskreis“ besucht „Amis de Bückeburg“ in Sablé

BÜCKEBURG/SABLÉ. Mitglieder der Vereine „Amis de Bückeburg“ und „Freundeskreis Bückeburg-Sablé“ haben sich in diesem Jahr in Bückeburgs französischer Partnerstadt Sablé getroffen.

veröffentlicht am 14.08.2019 um 12:14 Uhr
aktualisiert am 14.08.2019 um 18:20 Uhr

Wie Andrea Tiedemann-Malek, Vorsitzende des Freundeskreises, mitteilte, besuchten die Bückeburger auf der Hinfahrt zunächst die Stadt Rouen. Dort ging es ganz bequem in einem kleinen elektrischen Zug durch die engen Straßen mit ihren Fachwerkhäusern und prunkvollen Sehenswürdigkeiten. In Augenschein genommen wurde auch der Platz, der Jeanne d’Arc gewidmet ist, weil sie dort verbrannt wurde und ihr Gefängnisturm dort steht. Eine moderne Kirche und ein großes Kreuz ihr zu Ehren wurden 1979 errichtet.

Am Abend wurden alle Reisenden von ihren Gastgebern in Sablé am Busbahnhof empfangen. Den Mittwochabend und den Donnerstag verbrachten die Bückeburger mit den gastgebenden Familien, die teilweise auch andere Familien eingeladen hatten.

Am Donnerstagabend gab es den ersten Höhepunkt der Reise: ein Konzert von bekannten Musikstücken in der katholischen Kirche von Sablé, gespielt auf der Kirchenorgel durch ein Vereinsmitglied und auf einer kleinen transportablen Drehorgel. Am Freitagmorgen ging es dann mit Bahn und Bus nach St. Nazaire, der Stadt an der Loire-Mündung. Die Durchfahrtshöhe unter der riesigen Autobahnbrücke über den Fluss beträgt rund 60 Meter, damit Seeschiffe darunter hindurch in den Hafen mit seinen Schiffs- und Flugzeugwerften fahren können.

2 Bilder
Lichtinstallation im U-Boot Bunker. Foto: pr.

Ziel des Ausfluges war aber das Hafengelände, in dem in den Jahren 1941/42 deutsche Soldaten 14 U-Boot-Bunker gebaut hatten. „Diese etwa 300 Meter lange und 130 Meter tiefe Anlage mit dem circa acht Meter dicken Dach sieht zugleich schrecklich und beeindruckend aus“, schreibt Tiedemann-Malek in einer Pressemitteilung. Einige dieser Bunkertaschen sind teilweise leer, teilweise bunt durch Lichtinstallationen beleuchtet und können gratis besichtigt werden; in einige andere hat man das Passagierdampfer-Erlebnismuseum „Escal’Atlantique“ hineingebaut. Dort wird die Geschichte der Atlantik-Kreuzfahrten von St. Nazaire aus dargestellt: Gezeigt werden Schiffsmodelle, ihr Aufbau, Kabinen mit Originalmöbeln und Passagiergepäck in den üblichen Passagierklassen, Möglichkeiten für Unterhaltung an Bord. Auf interaktiven Bildschirmen werden zusätzliche Informationen gegeben. Besonders umlagert von Jugendlichen waren Computer, auf denen man in der Rolle eines Handelsschiffskapitäns Probleme der Route und des Warenverkaufs simulieren konnte. Witziger Abschluss war die Fahrt mit einem Fahrstuhl, die als Fahrt mit einem Rettungsboot dargestellt wurde.

Ausgeruht und gut gestärkt durch ein Drei-Gänge-Menü wurde die nebenan liegende alte U-Boot-Schleuse besichtigt. In ihr ist das französische U-Boot „Espadon“ („Schwertfisch“) vertäut. Es war zwischen 1960 und 1985 in Dienst gestellt und kann jetzt mit Erläuterungen durch ein Audiofon besichtigt werden.

Im anschließenden Gebäude des „Écomusée“ wird anschaulich die Geschichte der Stadt und der Industrie erklärt. Die Ausstellung reicht von Fundstücken aus der Steinzeit über Modelle von historischen Schiffen und ihren Reisen sowie die Darstellung von Entwicklungen vom Bau von Schiffen, Flugbooten und Flugzeugen von Concorde bis zum Airbus A 380.

Am Samstagmorgen erfolgte ein herzlicher Empfang durch den stellvertretenden Bürgermeister Claude Perrinelle bei launigen Reden sowie Sablé-Keksen und Getränken im Saal Théophile Plée, der direkt an dem mit Blumen geschmückten kleinen Jachthafen an der Sarthe liegt.

Anschließend fuhren alle Gastgeber und Gäste in ein kleines dörfliches Restaurant zum Mittagessen.

Die Pausen zwischen den vielen köstlichen, kleinen Gängen wurden von beiden Vereinen genutzt für Tänze in historischen Kostümen, Sketche, Gesangsdarbietungen auf Deutsch und Französisch. Ein selbst übersetzter deutscher Schlager aus den Sechzigerjahren passte bei nur zwei abgeänderten Worten genau auf die so lange bestehende Partnerschaft, und so wurden Ringe und Armbänder an alle Frauen verschenkt. Allerdings bestanden die Schmuckstücke nicht aus Gold, sondern aus blauen, weißen und roten Perlen – den Farben Frankreichs und Schaumburgs.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von langjährigen und neu gewonnenen Freunden, denn es gab sowohl bei Gästen als auch bei Gastgebern Erstteilnehmer, die sich gut verstanden.r




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