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Nur eine Stimme Mehrheit – frisch gewählter Ortsbrandmeister nimmt Amt nicht an

Führungskrise bei Wehr Bückeburg-Stadt schwelt weiter

BÜCKEBURG. Die Führungskrise bei der Feuerwehr Bückeburg-Stadt schwelt weiter. Auf einer internen Versammlung wurde zwar Frank Schubert nach Informationen unserer Zeitung mit hauchdünner Mehrheit gewählt. Er lehnte aber die Annahme des Ehrenamtes ab, weil ihm die Mehrheit zu knapp war: Von 47 anwesenden stimmberechtigten Aktiven votierten in geheimer Wahl lediglich 24 für ihn, die anderen 23 stimmten entweder gegen ihn oder gaben ungültige Stimmzettel ab. Bei der Wahl von Ehrenbeamten ist die geheime Wahl vorgeschrieben.

veröffentlicht am 07.03.2019 um 13:06 Uhr
aktualisiert am 07.03.2019 um 18:50 Uhr

Symbolfoto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Die Führungskrise bei der Feuerwehr Bückeburg-Stadt schwelt weiter. Auf einer internen Versammlung wurde zwar Frank Schubert nach Informationen dieser Zeitung mit hauchdünner Mehrheit gewählt, er lehnte die Annahme des Ehrenamtes aber ab, weil ihm die Mehrheit zu knapp war: Von 47 anwesenden stimmberechtigten Aktiven votierten in geheimer Wahl lediglich 24 für ihn, die anderen 23 stimmten entweder gegen ihn oder gaben ungültige Stimmzettel ab. Bei der Wahl von Ehrenbeamten ist die geheime Wahl vorgeschrieben.

André Märtens, Schuberts designierter Stellvertreter, zog nach der Ablehnung des Amtes durch Schubert seine Kandidatur zurück, sodass über den Stellvertreter-Posten nicht mehr abgestimmt wurde. Nun drängt die Zeit, denn bis zum 1. April muss wegen gesetzlicher Vorschriften ein neuer Ortsbrandmeister gewählt oder aber zumindest ein kommissarischer Ortsbrandmeister bestimmt werden.

„Das ist Demokratie in Vollendung“, kommentierte Stadtbrandmeister Marko Bruckmann, der an dem Abend die Wahlleitung übernommen hatte, auf Anfrage das Wahlergebnis. Die Enttäuschung Schuberts sei zu verstehen, aber andere hätten die Wahl angenommen. Zu den Gründen des knappen Wahlergebnisses und einer möglichen Zerrissenheit der Feuerwehr Bückeburg-Stadt wollte sich Bruckmann nicht äußern und lehnte jede Stellungnahme ab.

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Frank Schubert (v. r.) und André Märtens waren als das neue Führungsduo der Feuerwehr Bückeburg Stadt auserkoren. Jetzt ist alles anders gekommen. Foto: Feuerwehr

Der Stadtbrandmeister gab sich aber optimistisch, dass bis spätestens zum 1. April ein Ortsbrandmeister gefunden wird: „Irgendeiner wird und muss es machen. Wir dürfen uns keine Zeit mehr lassen.“ Sein Stellvertreter Oliver Liese und er müssten jetzt eine Lösung finden: „Und wenn wir es selber machen.“ Bisher habe der Landkreis als übergeordnete Dienstbehörde stillgehalten, weil trotz der Vakanz auf der Führungsebene der Brandschutz in Bückeburg nie gefährdet gewesen ist.

Nach Informationen dieser Zeitung soll zunächst noch ein Gespräch mit André Märtens geführt werden, ob er sich nicht bereit erklärt, für das Amt zu kandidieren. Für kommenden Montag soll ein entsprechendes Gespräch terminiert sein. Denkbar sei aber auch, dass zunächst der stellvertretende Stadtbrandmeister Liese kommissarisch das Amt des Ortsbrandmeisters übernimmt, um der Ortswehr mehr Zeit bei der Nachfolgesuche zu geben, hieß es aus Kreisen der Feuerwehr Bückeburg-Stadt. Liese ist Aktiver bei der Wehr Bückeburg-Stadt.

Intern wird in Kreisen der Feuerwehr Bückeburg-Stadt das knappe Wahlergebnis als „richtige Ohrfeige“ für Schubert gewertet. Fachlich gebe es nichts auszusetzen, wohl aber an seiner Menschenführung. Er habe damit wohl „zu vielen und zu oft vors Schienbein getreten“, schließlich seien alle Freiwillige. Dafür habe er nun die „Quittung“ bekommen.

Das Weiterschwelen der Führungskrise kommt überraschend: Nach der Pressemitteilung der Feuerwehr vom 23. Januar mit der Ankündigung der Kandidatur von Frank Schubert für den Ortsbrandmeister-Posten und André Märtens als sein Stellvertreter musste eigentlich davon ausgegangen werden, dass das seit fast einem Jahr vakante Amt nun endlich besetzt und eine Nachfolgelösung für den zurückgetretenen Ortsbrandmeister Oliver Witt gefunden werden könnte.

Bis hoch zum Bürgermeister habe es klärende und vielversprechende Gespräche gegeben, die es den beiden Kandidaten letztlich möglich gemacht hätten, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen, hieß es damals in der Pressemitteilung. Durch die mögliche Wahl verhindere die Ortsfeuerwehr aus eigener Kraft eine Führungslosigkeit und behalte die Personalfrage selbst in der Hand, ohne dass hier seitens der Verwaltung eine Notlösung gefunden werden müsse.




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