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SPD-Ortsverein sorgt sich um zu viel Konkurrenz

Gegen Waldfriedhof in Bückeburg

BÜCKEBURG. Brauchen wir einen weiteren Waldfriedhof? Diese Frage hat der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bückeburg in einer Presseerklärung seiner Partei gestellt. Er erinnert daran, dass es in Sitzungen des Bauausschusses und im Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt Bückeburg zu widersprüchlichen Abstimmungsergebnissen zu Anträgen gekommen ist, die für die Stadt weitreichender sind, als auf den ersten Blick erscheine.

veröffentlicht am 12.04.2021 um 11:45 Uhr
aktualisiert am 12.04.2021 um 17:00 Uhr

Zum Hintergrund: Im Bauausschuss hatte die Mehrheitsgruppe von SPD und Grünen noch geschlossen gegen die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt, damit der Friedwald im Schaumburger Wald zwischen Rusbend und Cammer eingerichtet werden kann. Die CDU-Fraktion und die Freien Wähler stimmten für die Änderung des F-Plans. Der Verwaltungsausschuss stimmte dann überraschend doch für die Änderung des F-Plans, nach Informationen unserer Zeitung mit einer Stimme der Mehrheit.

Wie Brüggemann – wie schon im Bauausschuss seitens der SPD-Fraqktion argumentiert worden war – ausführt, sei der Friedwald von einem privaten Forstwirt beantragt, also ein auf Gewinn ausgerichtetes Vorhaben, das über einen sehr langen Zeitraum wirtschaftlich betrieben werden müsse – anders als die von den Evangelisch-lutherischen Gemeinden und der Reformierten Gemeinde betriebenen Universalfriedhöfe im Stadtgebiet. Hier dürften keine Gewinne erwirtschaftet werden. Zudem seien sie barrierefrei, gut zu erreichen, hätten Parkcharakter und stünden allen Glaubensrichtungen offen. Inzwischen seien sie soweit modernisiert worden, dass bis auf Seebestattungen alle anderen Beerdigungsformen möglich sind.

Durch die dem Zeitgeist entsprechende Zunahme von platzsparenden Urnenbestattungen, die Konkurrenz durch den Ruheforst im Harrl und dem demografischen Wandel seien die Gebühreneinnahmen für alle Kirchengemeinden stark zurückgegangen. Schon jetzt unterstütze die Stadt die Stadtkirchengemeinde bei der Unterhaltung des Friedhofes an der Scheier Straße mit erheblichen Mitteln. Trotzdem stünden dort weitere Personalentlassungen bei den Gärtnern an, will Brüggemann erfahren haben.

Außer acht gelassen sei bisher auch immer die starke Belastung des Waldes durch die Beisetzung der stark toxischen Totenasche und der unvermeidbaren Beschädigung des Wurzelwerks der Bäume. In Teilen von Hessen müssten die Urnen aus unverrottbarem Edelstahl sein, um das Grundwasser zu schützen. Brüggemann: „Die SPD plädiert dafür, keinen weiteren privaten Waldfriedhof zuzulassen.“rc




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