weather-image
Wichtiges Projekt der Oberschule

Gewalt? Ohne uns!

BÜCKEBURG. Im Rahmen von drei Projekttagen haben sich Schüler der Oberschule kurz vor den Weihnachtsferien jahrgangsübergreifend mit dem Thema Gewalt beschäftigt. Dabei ging es um Mobbing, um Beleidigungen in den Netzwerken, Beratung und Selbstverteidigung nur für Mädchen, Vermeidung einer Eskalation von Gewalt oder wie man seine hochkochenden Gefühle unter Kontrolle bekommt.

veröffentlicht am 27.12.2018 um 14:05 Uhr
aktualisiert am 27.12.2018 um 18:00 Uhr

Einfach mal seine Gefühle mit Farbe ausdrücken – das ist Action-Painting. Foto: gn

Autor:

Gabi Nachstedt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Lehrer der Oberschule haben damit ein wichtiges Projekt realisiert, das finanziell auch vom Landkreis unterstützt wird.

Seit über einem halben Jahr arbeiten die Schulsozialarbeiterin Jeannine Ephan und der Lehrer Jan Alsleben an der Realisierung des Projektes „Gewalt? Ohne uns!“. Dafür haben sie drei externe Trainer mit ins Boot geholt.

Martin Rietsch, der Rapper, Fußballer und Anti-Mobbing-Coach mit nigerianischen Wurzeln ist mit seinem Workshop „2schneidig“ schon in über 100 Schulen zu Gast gewesen. An jedem Projekttag arbeitete er mit jeweils zwei Jahrgängen in der Aula der Oberschule zu den Konfliktfeldern Mobbing, Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile oder Gewalt. Sein Programm, kombiniert mit kreativen Parts aus Sport, Musik und Hip-Hop, kam bei den Schülern sehr gut an.

Beim Wen-Do lernen Mädchen, sich selbst zu verteidigen. Foto: gn
  • Beim Wen-Do lernen Mädchen, sich selbst zu verteidigen. Foto: gn
Vertrauen zu können – das ist eine wichtige Erfahrung. Foto: gn
  • Vertrauen zu können – das ist eine wichtige Erfahrung. Foto: gn

Ausschließlich für Mädchen wurden zwei Projekte angeboten. Das Mädchen- und Frauenberatungszentrum „Basta“ ließ die Teilnehmerinnen bestimmen, worüber sie reden wollten. Verhütung, Stress mit dem Freund oder den Eltern – hier konnten viele Fragen gestellt und Probleme angesprochen werden. Die Pädagogin Ira Morgan unterrichtete die Schülerinnen in Wen-Do, einem Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsprogramm.

In der Turnhalle über dem Hallenbad sollte auf faire Weise gekämpft werden – mit festgelegten Regeln und Respekt vor dem Gegner. Hier lernten die Schüler verschiedene Techniken des geschickten Abrollens, wenn man geschubst wird. Auch, wie man sich wehrt, ohne den Gegner in seiner Ehre zu verletzen, um eine problematische Situation zu deeskalieren, wurde trainiert.

Das große Thema „Mobbing in der digitalen Welt“ wurde in mehreren Arbeitsgruppen beleuchtet. Die Schüler erfuhren, was man tun kann, wenn jemand selbst betroffen ist, wie man vorbeugen kann und, was das Strafrecht dazu sagt.

Weitere Angebote an den Projekttagen waren „Action-Painting“, eine Möglichkeit mit Farbe seine Gefühle auszudrücken.

Die Gruppenergebnisse, großformatig auf Fermacell-Platten festgehalten, werden im Treppenhaus aufgehängt. In der kleinen Turnhalle im Gebäude der Oberschule ging es schließlich um Vertrauen. Jeweils ein Partner führte einen Mitschüler, der die Augen verbunden hatte, über einen Parcours mit vielen Unebenheiten. Dieses Vertrauen zu entwickeln, vom anderen gehalten und beschützt zu werden, ist gar nicht so einfach. Gleichzeitig wurden in dieser Projektgruppe auch Übungen zur Entspannung erlernt, um die Gefühle herunterzukochen, wenn der Stress in der Schule, in der Familie oder auch bei Freunden überhandzunehmen droht.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare