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Kommandeur Helge Lammerschmidt berichtet über Mindener Panzerpionierbataillon 130

Grenzenlose Möglichkeiten

MEINSEN/WARBER. Die Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend hat sich während ihres Neujahrsempfangs über Details des in Minden stationierten Panzerpionierbataillons 130 in Kenntnis setzen lassen. Dessen Kommandeur, Oberstleutnant Helge Lammerschmidt, griff in seinem Bericht sowohl militärische als auch private Aspekte auf.

veröffentlicht am 09.01.2019 um 11:19 Uhr
aktualisiert am 09.01.2019 um 16:20 Uhr

Kameradschaftsvorsitzender Olaf Rietenberg (rechts) bedankt sich bei Helge Lammerschmidt. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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Das der Panzerlehrbrigade 9 (Munster) unterstellte Bataillon ist laut Auftrag „im Rahmen vernetzter, streitkräftegemeinsamer und multinationaler Einsätze im gesamten Intensitätsspektrum im Rahmen von Einsätzen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung sowie Landesverteidigung als Bündnisverteidigung“ für die Planung, Vorbereitung und Durchführung von Einsätzen zuständig. Einsatzbereiche sind Pionieraufgaben, Kampfmittelabwehr und Infrastruktur.

Von besonderem Interesse waren Lammerschmidts Schilderungen über das größte Nato-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges, das im Oktober und November des zurückliegenden Jahres in Norwegen unter der Bezeichnung „Trident Juncture“ rund 50 000 Soldaten aus 29 Nato-Nationen sowie Schweden und Finnland zusammenführte. Bei der Großübung kamen 70 Wasserfahrzeuge, 150 Flugzeuge und rund 10 000 Bodenfahrzeuge zum Einsatz. Mit von der Partie waren auch rund 430 Mindener Pioniere.

„Dort hatten wir schier grenzenlose Möglichkeiten“, erläuterte der Oberstleutnant. Besonders das „scharfe Üben“ mit Munition und Sprengstoff sei in den norwegischen Wäldern mit wesentlich weniger Reglementierungen verbunden als hierzulande. Selbst das Sprengen einer Brücke und das Verlegen von Minen unterhalb der Grasnarbe seien problemlos möglich gewesen.

Mit dem Manöver ging eine erhebliche Steigerung des Materialbedarfs einher. Anstatt 280 Kilogramm Sprengstoff (2017) wurden 1000 Kilogramm benötigt, mit Blick auf die Betriebsstoffe machte Lammerschmidt eine Erhöhung von 200 000 auf 300 000 Liter aus. Durch die Teilnahme wuchs zudem die Zahl der Überstunden von 82 260 (2017) auf 361 861 an.

Ein Abbau der Überstundenzahl steht für dieses Jahr nicht in Aussicht, denn das Pionierbataillon ist seit dem 1. Januar Bestandteil der unter der Bezeichnung „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF) agierenden superschnellen Eingreiftruppe der Nato. Die im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellte, rund 8000 Soldaten umfassende Einheit ist Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland.

Ihre Besonderheit ist der hohe Bereitschaftsgrad. Die Vorauskräfte müssen innerhalb von höchstens 72 Stunden verlegbar sein, alle anderen in fünf bis sieben Tagen. Für die Soldaten bedeutet das unter anderem, dass sie sich innerhalb der Bereitschaftszeiten nicht weit vom Dienstort entfernen dürfen. „Trotz der enormen Belastung sind Stimmung und Moral der Soldaten gut“, erklärte der Berichterstatter. Die Angehörigen des am besten ausgestatteten Pionierverbandes Deutschlands identifizierten sich ohne Wenn und Aber mit ihrer Arbeit.

Bleibt zu erwähnen, dass die Nato-Eingreiftruppe von Ullrich Spannuth geführt wird. Der in Rusbend beheimatete Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 war im zurückliegenden Jahr Gast der Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend.




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