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Angeklagter erscheint nicht zum Prozess

Haft für Sex mit 13-Jähriger

BÜCKEBURG. Zur Urteilsverkündung ist der Angeklagte vorsichtshalber gar nicht erst erschienen. Nun wird er mit Haftbefehl gesucht. Zwei Jahre und sechs Monate Haft wegen schwerem sexuellem Missbrauch eines Kindes hat das Landgericht gestern gegen den in Bückeburg lebenden Flüchtling verhängt. Der Mann hatte Sex mit einer 13-Jährigen. Er selbst war damals 26.

veröffentlicht am 15.10.2018 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 18:40 Uhr

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lyBÜCKEBURG. Zur Urteilsverkündung ist der Angeklagte vorsichtshalber gar nicht erst erschienen. Nun wird er mit Haftbefehl gesucht. Zwei Jahre und sechs Monate Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Landgericht gestern gegen den in Bückeburg lebenden Flüchtling verhängt. Der Mann hatte Sex mit einer 13-Jährigen. Er selbst war damals 26.

„Das Gericht ist überzeugt, dass dem Angeklagten das Alter des Kindes bekannt war“, so Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer. „Außerdem wusste er, dass er sich durch den Geschlechtsverkehr strafbar macht.“ In einem Gespräch, geführt in einem Drogeriemarkt, hatte die 13-Jährige ihn über ihr Alter aufgeklärt.

Überdies war der Mann darauf von einem Bückeburger angesprochen worden, der sich ehrenamtlich in einem Projekt mit Flüchtlingen engagiert, wo sich der Asylbewerber und das Mädchen kennengelernt hatten. Der Ehrenamtliche hatte die 13-Jährige nach ihrem Alter gefragt und den 26-Jährigen darauf hingewiesen, dass Sex in einer derartigen Konstellation nach deutschem Recht nicht erlaubt ist.

Wäre das Mädchen 14 Jahre alt gewesen, hätte sich der Asylbewerber nicht strafbar gemacht. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte bestritten, das Alter des Mädchens gekannt zu haben (wir berichteten). Er will das Kind für eine Frau von 18 oder 19 Jahren gehalten haben.

Nicht nachweisen ließ sich dagegen, dass der Mann die Schülerin zum Sex gezwungen hat. Von Vergewaltigung kann daher keine Rede sein. Zum Geschlechtsverkehr war es im Zimmer einer Freundin der 13-Jährigen gekommen. „Ich möchte das nicht, ich bin dazu noch nicht bereit“, soll das Mädchen leise gesagt haben. Sie weiß allerdings nicht, ob ihr Bekannter das gehört und zudem als Ausländer auch verstanden hat.

Nach Erkenntnissen der Kammer hat die Schülerin sich weder gewehrt noch Nein gesagt. Beim Verlassen des Zimmers soll sie nach Zeugenaussagen glücklich gewirkt haben. Heute weiß man, dass die Tat ihr im Nachhinein sehr zugesetzt hat. „Psychisch ist sie erheblich beeinträchtigt“, stellte Kütemeyer nach der nicht öffentlichen Vernehmung fest. „Die Befragung musste sogar einmal unterbrochen werden.“

Auf Außenstehende hatten das Mädchen und der Familienvater wie ein Paar gewirkt, wenn sie Händchen haltend durch Bückeburg gingen. So sah es wohl auch die 13-Jährige. „Sie hatte den Eindruck, sie sei fest mit ihm zusammen“, glaubt Richter Kütemeyer. „Dass er eine Frau und Kinder hat, wusste sie nicht.“

Das Gericht geht von einem minder schweren Fall aus. Für den Angeklagten spricht aus Sicht der Richter, dass der heute 27-Jährige zugibt, mit dem Mädchen Sex gehabt zu haben, sich bei der Mutter dafür entschuldigt hat und die 13-Jährige schon fast 14 war. Außerdem habe der Geschlechtsverkehr nur wenige Sekunden gedauert.

Haftbefehl wurde erlassen, weil die Kammer von Fluchtgefahr ausgeht. In seiner Bückeburger Wohnung hatten Polizisten den Mann gestern nicht angetroffen.ly




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