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Publikum feiert junge Rapper

Hip-Hop-Festival in der Jugendfreizeitstätte findet Anklang

BÜCKEBURG. Bei einem Hip-Hop-Konzert,organisiert vom Infoladen, präsentierten sich vier Interpreten des Sprechgesangs im großen Saal der Jugendfreizeitstätte.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 14:54 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 16:30 Uhr

Rapperin Babsi Tollwut aus Berlin. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Während sich die erste Generation deutscher Hip-Hop-Künstler wie die „Fantastischen Vier“ oder „Fettes Brot“ langsam dem Rentenalter nähert, wachsen an der Basis unaufhörlich junge, aufregende Talente heran und halten das Genre jung. So zu erleben jetzt beim Hip-Hop-Konzert in Bückeburg: Organisiert vom Infoladen und in Kooperation mit der Jugendfreizeitstätte präsentierten sich gleich vier Interpreten des Sprechgesangs im großen Saal der Einrichtung an der Jetenburger Straße. Und das mit großem Anklang: Mindestens 70 Besucher kamen nach Angaben der Veranstalter zu dem Konzert, für das kein Eintritt erhoben, sondern um Spenden gebeten wurde.

„Wir haben einfach gemerkt, dass es hier viele Hip-Hop-Fans gibt und ein großes Interesse an dem Thema besteht“, so Patrick Thielker vom Infoladen. Ursprünglich hatte ein Dreigestirn aus den Berliner Solo-Interpreten Spezial-K und Babsi-Tollwut sowie dem Projekt „Le Monde Est En Flammes“, bestehend aus den den Rappern Ben Dana aus Bremen und Refpolk aus Berlin, das Aufgebot bilden sollen. Spontan hatten die Veranstalter noch „La Partyzipation“ mit ins Line-up genommen, der als Hannoveraner auf der Bühne der Jugendfreizeitstätte zum Auftakt des Konzerts seinen Heimvorteil ausspielen konnte.

Auch die übrigen Künstler präsentierten sich mit ebenso viel aggressivem Dampf wie sprachlichem Anspruch in ihren stets clever formulierten Reimen, den „Lines“, wie die Zeilen der Sprechgesang-Texte im Genre genannt werden. Die Berlinerin Babsi Tollwut markierte dabei weitaus mehr als nur die 25-prozentige Quotenfrau im Line-up, sondern brachte als „queer-feministische Rapperin“ in ihren selbst geschriebenen Songs auch viel Kritik am extrem männlich dominierten Hip-Hop-Genre rüber. Sie bewies dabei viel Durchhaltewillen, da sie trotz Erkältung von Berlin nach Bückeburg gereist und auf die Bühne gegangen war: „Wenn man in einer so kranken Gesellschaft lebt, kann man auch nur krank werden“, erläuterte sie dem Publikum ihre kratzige Stimme. „Da müsst ihr jetzt durch.“




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