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Ungewöhnliche Exponate in Nammen

Historische Fahrräder beim Dorftreff

NAMMEN. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher des ersten Dorftreffpunkts Wochenmarkt nach der Winterpause am morgigen Freitag, 12. April. Volker Möllenbeck, aktives Mitglied des veranstaltenden Heimatvereins, stellt auf dem Schulhof aus seiner umfangreichen Oldtimersammlung von Fahrrädern und Motorfahrzeugen einen Teil seiner motorlosen Gefährte zur Schau.

veröffentlicht am 10.04.2019 um 11:28 Uhr
aktualisiert am 10.04.2019 um 17:10 Uhr

Fahrrad-Experte Volker Möllenbeck mit einigen seiner Radraritäten. Im Hintergrund der 1908 in Varel gebaute Hansa A 8. Foto: krö

Autor:

Kurt Römming
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NAMMEN. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher des ersten Dorftreffpunkts Wochenmarkt nach der Winterpause am morgigen Freitag, 12. April. Volker Möllenbeck, aktives Mitglied des veranstaltendem Heimatvereins, stellt auf dem Schulhof aus seiner umfangreichen Oldtimersammlung von Fahrrädern und Motorfahrzeugen einen Teil seiner motorlosen Gefährte zur Schau.

Zehn historische Fahrräder, vom Hochrad aus dem Jahre 1870 bis zu dem Original-Rennrad des französischen Herstellers La Française Diamant von 1907, das von einem Belgier in der Tour de France gefahren wurde, sind zu bestaunen.

Möllenbeck, der als Ingenieur für Holz- und Kunststofftechnik beruflich viel im Ausland herumgekommen ist, hat ein Faible für alles Alte, soweit es sich auf Rädern bewegt. „Von der Sammelleidenschaft für historische Fahrzeuge wurde ich vor etwa einem halben Jahrhundert während meiner Studentenzeit infiziert.“ Es begann mit einer BMW Isetta, dann kamen andere ältere Autos hinzu. Er entwickelte sich zu einem erstklassigen Restaurator. Wertvollstes Stück in der Sammlung ist zweifelsohne der fahrtüchtige Hansa A 8, 1908 im oldenburgischen Varel gebaut. Der 71-jährige Sammler fährt den Hansa, der nur in den trasditionellen blau-weißen Farben des Herzogtums Oldenburg ausgeliefert worden ist, regelmäßig bei Oldtimer-Veranstaltungen.

Bald ging die Sammelleidenschaft auch auf Motorräder über, bevor um 1970 die ersten Fahrradraritäten hinzukamen. „Mir war es immer absolut wichtig, alle Gefährte wieder in ihren Originalzustand zu versetzen“, sagt Möllenbeck. Sein ältestes Fahrrad ist ein Hochrad aus den 1870er-Jahren. Das Vorderrad misst 50 Zoll, das hintere Rad gerade mal 12 Zoll. Das Fabrikat ist unbekannt. Verschiedentlich war Möllenbeck mit seinem Hochrad der Hingucker, wenn er sich radelnd und in der passenden Montur in den Nammer Schützenfest- oder Erntefestumzug einreihte.

Einen Ehrenplatz in Möllenbecks Sammlung nimmt das Originalrennrad des Belgiers Cyrille van Hauwaert (der „Löwe von Flandern“) ein, mit dem dieser in den Jahren 1907 bis 1909 Klassiker wie Paris–Roubaix, Bordeaux–Paris und Mailand–San Remo gewann. 1909 und 1910 bestritt der Begier mit diesem Rad die Tour de France. Besonderheit des „Diamant“: Es hat an der Hinterradnabe an jeder Seite ein Ritzel mit unterschiedlicher Zahnzahl mit je einem Freilauf. Um die Übersetzung zu ändern, muss das Hinterrad mit den Flügelmuttern mit wenigen Handgriffen gelöst und verdreht wieder eingebaut werden. Eine Rarität ist auch das „Retro-Chain“ aus dem Jahre 1913, das vornehmlich von den französischen Postboten gefahren wurde. Vorwärts getreten läuft das Rad im großen Gang. Geht es in eine Steigung, wird rückwärts getreten und im kleinen Gang gefahren.

Neben einem Vollballon-Baronia-Geschäftsrad aus den 1950er-Jahren präsentiert Volker Möllenbeck in der Ausstellung auf dem Nammer Schulhof weitere Rennräder, auch ein Kinderrennrad und als Besonderheit einen Mikopp-Rahmen aus der Mindener Fahrradfabrik Kopp, die bis um 1960 existierte und Zweiräder baute.




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