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Förderverein veröffentlicht Newsletter – und weist Kritik der Landwirtschaft zurück

Holpriger Frühlingsstart in der Niederung

BÜCKEBURG. „Etwas holprig tritt der Frühling auch in die Niederung ein“, .berichtet der Förderverein Bückeburger Niederung in seinem aktuellen Newsletter. Dennoch gebe es für Naturfreunde bereits eine Menge zu entdecken.

veröffentlicht am 28.03.2021 um 14:44 Uhr
aktualisiert am 28.03.2021 um 16:20 Uhr

Ungewöhnlich früh haben die Weißstörche fast alle Horste des Vorjahres schon besetzt, die Kiebitze balzen, wenn auch in erschreckend geringer Zahl, die Feldlerche ist zurückgekehrt und singt ebenso wie Singdrossel, Heckenbraunelle und diverse Meisenarten, hat Hans-Dieter Lichtner beobachtet. Eindrucksvoll seien die lauten Rufe der Kraniche, die die Niederung als Rastgebiet, aber auch darüber hinaus als Nahrungshabitat nutzten. Freunde der Niederung hoffen nun, dass auch in diesem Jahr wieder mindestens ein Paar dieser seltenen Vögel das ganze Sommerhalbjahr hierbleibt.

Der März ist die Hauptzugzeit für viele Entenarten wie Krick-, Pfeif-, Löffel- und Spießente: Alle diese Arten lassen sich momentan gut vom Beobachtungsstand am Mittleren Bruch beobachten, ebenso wie zahlreiche Bekassinen, die vor allem an der Wasserkante zu sehen sind. Lichtner im Newsletter: „Gerade zu dieser Zeit kann jeder erkennen, welches Kleinod die Niederung für uns bedeutet: Ein in unserem Land seltenes Refugium für die Natur.“

Ab Mitte April empfiehlt er Naturfreunden einen Abendspaziergang in der Niederung, am besten kurz nach Sonnenuntergang: „Sie werden ein Froschkonzert erleben, das besonders durch den kleinsten Schreier, den Laubfrosch, bestimmt wird – auch so eine Art, die in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, aber in der Niederung seit der Pflege der Feuchtareale einen neuen Lebensraum gefunden hat.“

Gerade einmal 4,1 Prozent der niedersächsischen Landesfläche umfasse Naturschutzgebiete. Natürlich sei Naturschutz in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland besonders schwierig und konfliktbehaftet. Ginge es aber nach den persönlichen Interesse der jeweiligen Nutzer, könnte man den Naturschutz in Deutschland wohl völlig vergessen. Die augenblickliche Diskussion um die Erweiterung des Naturschutzgebietes „Bückeburger Niederung“ zeige das in aller Deutlichkeit. Lichtner: „Wichtig wäre es aber, dass die politischen Institutionen wie der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Bückeburg sich um eine ausgewogene und sachlich faire und fachlich korrekte Diskussion bemühen. Das scheint aber nur ein frommer Wunsch zu sein, wie die Beiträge der dortigen Landwirtschaftsfraktion deutlich machen.“

Seit mindestens fünf Jahren versuchten die Vertreter des Naturschutzes, allen voran der Förderverein Bückeburger Niederung, mit den betroffenen Landwirten ins Gespräch zu kommen. Dabei zeichneten sich durchaus Kompromisslinien ab. So seien die nun vorgeschlagenen neuen Grenzen bereits eine solche Kompromisslinie. Denn:. Ginge es wirklich um ein einseitiges Durchsetzen der Interessen des Naturschutzes, so wäre die auszuweisende Fläche sicherlich gute 100 Hektar größer gewesen. Schweren Herzens hätten die Vertreter des Naturschutzes einer Reduzierung auf die jetzt geplante Fläche zugestimmt, da sie die Interessen der Landwirte und die Frage der politischen Machbarkeit durchaus berücksichtigen wollen. Umso bedauerlicher sei es da, wenn die Vertreter der Landwirtschaft uralte und nachweislich falsche Argumente aus der Mottenkiste geholt hätten, als hätte es diese Kompromissgespräche nie gegeben.kk/r




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