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Wehrbeauftragter kritisiert einmal mehr Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft / Anmietung keine Dauerlösung

Hubschrauber immer noch Mangelware

BÜCKEBURG. „Hubschrauber sind wie im vergangenen Jahr immer noch Mangelware. Die Anzahl der tatsächlich einsatzbereiten Hubschrauber NH90, Tiger und CH-53 bewegt sich seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Hinweise auf wesentliche Verbesserungen sind nicht erkennbar. Nach den Ausführungen des Verteidigungsministeriums bestehe zwar ein positiver Trend, dieser werde sich aber erst mittelfristig auswirken.“
Der das schreibt, ist der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Bartels, der in seinem kürzlich vorgelegten Jahresbericht einmal mehr auch die Situation bei den Heeresfliegern und dem Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum aufgreift und einmal mehr auch Bückeburg erwähnt.

veröffentlicht am 07.02.2019 um 13:45 Uhr
aktualisiert am 07.02.2019 um 18:44 Uhr

Auf Dauer auch keine Lösung meint der Wehrbeauftragte zur Anmietung von Hubschraubern wie der H-135-T3 (l.), von der fünf Exemplare auf dem Flugplatz Achum stehen, um Flugstunden und bestimmte Lehrgänge erfüllen zu können. Foto;: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. „Hubschrauber sind wie im vergangenen Jahr immer noch Mangelware. Die Anzahl der tatsächlich einsatzbereiten Hubschrauber NH90, Tiger und CH-53 bewegt sich seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Hinweise auf wesentliche Verbesserungen sind nicht erkennbar. Nach den Ausführungen des Verteidigungsministeriums bestehe zwar ein positiver Trend, dieser werde sich aber erst mittelfristig auswirken.“

Der das schreibt, ist der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels, der in seinem kürzlich vorgelegten Jahresbericht einmal mehr auch die Situation bei den Heeresfliegern und beim Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum aufgreift und einmal mehr auch Bückeburg erwähnt. Bereits im Jahr 2015 sei bei einem Truppenbesuch beim Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg darauf hingewiesen worden, dass durch die Reduzierung von 14 auf acht Hubschrauber NH90 der bestehende Bedarf an Flugstunden in der Ausbildung nicht vollständig gedeckt werden könne.

Bis heute stehen nicht genügend NH90 zur Verfügung, um die für die Bundeswehr mittel- und langfristig nötige Zahl an Piloten auszubilden, so der Wehrbeauftragte. Um genügend einsatzfähige NH90-Besatzungen zu haben, müsste die Bundeswehr jährlich 17 NH90-Piloten ausbilden. Im vergangenen Jahr waren es nur neun, 2017 sogar nur sieben. Der Wehrbeauftragte: „Licht am Ende des Tunnels scheint aber in Sicht.“ Denn bereits im Berichtsjahr 2018 konnte durch eine verbesserte Nutzungsrate des vorhandenen Hubschrauberbestandes zumindest die Anzahl der Flugstunden deutlich erhöht werden. Zudem habe das Verteidigungsministerium mitgeteilt, an der Erhöhung der Anzahl von NH90 für die Ausbildung zu arbeiten und Maßnahmen zur Steigerung der verfügbaren Trainingsplätze zu schaffen. Kurzfristig aber, so das Ministerium, werde sich an der Lage nichts ändern lassen.

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Cockpit der H-135-T3. Foto: rc

Im Hinblick auf die Einsatzbereitschaft der CH-53-Hubschraubergeschwader, einst Prunkstück der Heeresflieger und heute bei der Luftwaffe angesiedelt, stellt der Wehrbeauftragte ebenfalls fest, dass die notwendigen Flugstunden für die Piloten nicht gesichert seien: „Diese Situation ist unbefriedigend und kann gefährlich werden, wenn Piloten Fehler machen, weil sie aus der Übung sind.“ Außerdem hätten die Piloten den Anspruch an sich selbst, aber auch an den Arbeitgeber, nicht „nur gerade eben so“ den Lizenzerhalt zu schaffen, sondern Expertise in ihrem Beruf zu entwickeln.

Die geplante Anschaffung einer größeren Anzahl eines zusätzlichen, auf dem Markt verfügbaren, bereits in die Bundeswehr eingeführten, handelsüblichen, preisgünstigen und leichten Verbindungs- und Unterstützungshubschraubers für alle Hubschrauberverbände von Heer, Luftwaffe und Marine könnte helfen, die Flugstundenmisere zu beseitigen. „Dazu braucht es schnelle, konsequente Entscheidungen, keine Zehn-Jahre-Standard-Auswahlprozedur“, so Bartels.

Die Anmietung von Flugstunden beim ADAC (Heer), bei der Motorflug Baden-Baden GmbH (Internationales Hubschrauberausbildungszentrum), bei DL Helicopter Technik GmbH (Marine) und bei HTM Helicopter Travel Munich GmbH (Luftwaffe) könne kurzfristig helfen, „ist aber keine Dauerlösung für die Bundeswehr“, so der Wehrbeautragte.

Außer dem Mangel an Ersatzteilen bezeichnet Bartels die Instandsetzungskapazitäten als „ein Nadelöhr“. Hinzu kämen Nachrüstungsvorhaben. Die Bundeswehr müsse bei den Hubschraubern dringend nachsteuern, damit sie die Einsatzherausforderungen, die Aufgaben im Normalbetrieb und insbesondere die Ausbildung der Besatzungen sowie des übrigen technischen Personals angemessen wahrnehmen könne. „Ein ständiges Agieren am Belastungslimit schadet den Soldatinnen und Soldaten und dem noch vorhandenen Material“, so der Wehrbeauftragte.




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