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Verteidigungsministerium nimmt detailliert Stellung zu strukturellen Änderungen am Standort

Jägerkaserne wird auf lange Sicht geschlossen

Bückeburg (rc). Das Bundesverteidigungsministerium hat sich noch einmal detailliert zu den strukturellen Veränderungen am Bundeswehr-Standort Bückeburg geäußert. Danach wird die Jägerkaserne mitten im Herzen der Stadt „langfristig“ definitiv aufgegeben. Voraussetzung dafür ist die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen in der Schäfer-Kaserne draußen auf dem Flugplatz der Heeresfliegerwaffenschule. Nähere zeitliche Angaben zu den geplanten Änderungen macht das Verteidigungsministerium nicht. „Umfang und Zeitpunkt der Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen werden nach Kenntnis künftiger Strukturen und der finanziellen Ausstattung der Bundeswehr festgelegt“, so der Sprecher Heer, Oberstleutnant im Generalstab Norbert Rahn.

veröffentlicht am 03.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:21 Uhr

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Funktional ungeeignet

Für eine langfristige Nutzung durch die Bundeswehr ist die Jäger-Kaserne aus funktionaler und betriebswirtschaftlicher Sicht ungeeignet, hätten die Überprüfungen der zuständigen Stellen ergeben. Deshalb wurde deren langfristige Aufgabe entschieden. Nach Schaffung der benötigten Infrastruktur in der Schäfer-Kaserne, werde die Jäger-Kaserne daher in das allgemeine Grundvermögen des Bundes abgegeben werden.

Aufgrund des baulichen Zustandes der Jäger-Kaserne bestehe in der Liegenschaft für die kommenden Jahre erheblicher Sanierungs- und Anpassungsbedarf. Dabei verwehre die Raumordnung der Liegenschaft, ein umfassender Denkmalschutz und die derzeitige Belegung planerische Spielräume. Für eine langfristige Nutzung durch die Bundeswehr sei die Liegenschaft somit aus funktionaler und betriebswirtschaftlicher Sicht ungeeignet. Aus diesen Gründen sei daher auch darauf verzichtet worden, eine genaue Schätzung für die möglichen Sanierungskosten zu erstellen. Für den Denkmalschutz von Gebäuden in der Liegenschaft seien im Weiteren dann die Bestimmungen des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes anzuwenden.

Zu der beabsichtigten Verlegung der 4. Rekrutenkompanie führt das Verteidigungsministerium aus, dass der Minister die Verlegung von der Jäger-Kaserne in Bückeburg in die Immelmann-Kaserne in Celle inzwischen gebilligt hat. Der Zeitpunkt der Realisierung der Verlegung werde vor dem Hintergrund gegebenenfalls erforderlicher Strukturanpassungen der Bundeswehr sorgfältig geprüft. Mit der beabsichtigten Umstellung der Wehrpflicht auf sechs Monate sei vorgesehen, die Allgemeine Grundausbildung für Feldwebel und Unteroffiziere, also für angehende Zeit- und Berufssoldate, zu zentralisieren. „Dieses hat auf den Standort Bückeburg keine infrastrukturellen Auswirkungen“, so das Ministerium.

Die Jägerkaserne wurde im Jahre 1867 erbaut. Dort wurde damals das Westfälische Jägerbataillon Nr. 7 einquartiert, weithin bekannt als „Bückeburger Jäger“.Die Kaserne ist eine der ältesten, die noch heute von der Bundeswehr militärisch genutzt wird.




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