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Irmgard Klingst 95-jährig verstorben

Kämpferin für Frieden, Menschenrechte und Integration

BÜCKEBURG. Irmgard Klingst (95) ist in dieser Woche in Berlin nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Sie war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Gründungsmitglied von Amnesty International in Bückeburg, langjährige Vorsitzende der AG Sozialdemokratischer Frauen im SPD-Unterbezirk, Gründungsmitglied der Bückeburger Initiative „Alle unter einem Dach“, Gründerin des Kulturfests „Bückeburg ist bunt“. Die Beisetzung wird in Bückeburg sein.

veröffentlicht am 22.03.2019 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 22.03.2019 um 17:30 Uhr

Irmgard Klingst
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BÜCKEBURG. Irmgard Klingst (95) ist in dieser Woche in Berlin nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Sie war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Gründungsmitglied von Amnesty International in Bückeburg, langjährige Vorsitzende der AG Sozialdemokratischer Frauen im SPD-Unterbezirk, Gründungsmitglied der Bückeburger Initiative „Alle unter einem Dach“ und Initiatorin des Kulturfests „Bückeburg ist bunt“. Die Beisetzung wird in Bückeburg sein.

Mit dem Bundesverdienstkreuz war Irmgard Klingst im März 2011 ausgezeichnet worden. Damit ist ihr jahrzehntelanges Engagement für Frieden, Menschenrechte, Toleranz und Integration gewürdigt worden. 1970 zählte Irmgard Klingst zu den fünf Gründungsmitgliedern von Amnesty International in Bückeburg. Sie gehörte dem Sprecherteam an und verfasste unzählige Protestbriefe gegen Menschenrechtsverletzungen in aller Welt. Dabei kam ihr sicherlich zugute, dass sie vier Sprachen beherrscht. Von 1981 bis 1985 war sie 2. Vorsitzende des inzwischen nicht mehr bestehenden Vereins für Rollstuhlfahrer und bildete als nicht behindertes Vorstandsmitglied eine wichtige Stütze für den Verein. Sie betreute Senioren und kümmerte sich um Insassen der Justizvollzugsanstalt. Aktiv war Irmgard Klingst auch in der SPD: Mehrere Jahre führte sie den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

Im Jahr 2000 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Initiative „Alle unter einem Dach“, die sich für Integration von Migranten einsetzt. Unter ihrer Regie entstand das Kulturfest „Bückeburg ist bunt“. Vor Jahren zog sie nach Berlin in die Nähe eines ihrer Kinder. Verheiratet war sie mit dem Künstler Herbert Klingst, von dem gerade eine Ausstellung im Museum läuft.

Landrat Jörg Farr 2011 stellte in seiner Laudatio für das Bundesverdienstkreuz treffend fest: „Sie sind ein Vorbild, nach dem sich viele Menschen richten sollten. Sie setzen sich für Ihre Überzeugungen ein, stehen auch dafür ein und machen so unsere Gesellschaft lebenswerter.“rc




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