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In Sachen Genehmigung läuft in diesem Jahr beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum alles geräuschlos

Kein Lärm um den Lärm

BÜCKEBURG. Kein Lärm um den Lärm: Nachdem die Genehmigung des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums im vergangenen Jahr kurzzeitig erhebliche Wellen schlug, herrscht bei dem Thema in diesem Jahr allgemeine Funkstille.

veröffentlicht am 11.07.2018 um 13:43 Uhr
aktualisiert am 11.07.2018 um 17:20 Uhr

Nicht nur die Musiker und Fans der Band Versengold können sich freuen: Beim MPS gibt es in diesem Jahr keinen Lärm um das Thema Lärm. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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„Ohne jegliche Probleme“ habe das Ordnungsamt des Landkreises Schaumburg die Genehmigung des Mammutfestivals rund um die Mausoleumswiese abgenommen, erklärte Veranstalter Gisbert Hiller auf Anfrage. Dies bestätigte auch Landkreis-Pressesprecherin Anja Gewald: Das Genehmigungsverfahren sei reibungslos verlaufen, man habe die Großveranstaltung wie immer mit bestimmten Auflagen genehmigt. Dabei habe man sich an den Festlegungen der Vorjahre orientiert, so Gewald. Wie üblich werde die Veranstaltung durch Lärmmessungen des Landkreises Schaumburg begleitet. Ob es dabei zu Überschreitungen komme, könne jedoch erst nach den beiden Veranstaltungswochenenden im Rahmen einer gründlichen Auswertung festgestellt werden.

Im vergangenen Jahr hatte ein Anwohner des Veranstaltungsgeländes mit seiner Ankündigung, das gesamte Mittelalterlich Phantasie Spectaculum auf gerichtlichem Wege verbieten zu lassen, für enormes Aufsehen unter Besuchern und Akteuren des MPS, aber auch der Bückeburger gesorgt. Nach einer massiven Öffentlichkeitskampagne von Fans sowie der von dem Bückeburger Uwe Grabsch gegründeten, mittlerweile rund 9800 Personen umfassenden Facebook-Gemeinschaft „Pro MPS Bückeburg“ legten der Veranstalter und der Landkreis Schaumburg ein gemeinsames Verfahren zur Überwachung der Schallemissionen von den Bühnen fest. Nach den beiden Veranstaltungswochenenden erklärten Landkreis-Pressesprecher Klaus Heimann und Kreisrätin Katharina Augath, das Lärmkonzept des Veranstalters sei aufgegangen.

Ganz anders als in Bückeburg, wo Veranstalter und Genehmigungsbehörden offenkundig miteinander im Reinen sind, sieht es hingegen am bislang größten Veranstaltungsort des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Hamburg-Öjendorf aus. Nachdem das MPS im dortigen Volkspark 22 Jahre lang praktisch störungsfrei stattgefunden und sich dabei unter der Bezeichnung „Das fette Ö“ zum mit Abstand größten und am stärksten besuchten Spielort der gesamten Veranstaltungsreihe gemausert hatte, verweigerte das zuständige Fachamt Management in Hamburg Mitte vom Jahr 2019 an eine weitere Durchführung. Die Gründe für diese Entscheidung waren nicht etwa Anwohnerbeschwerden oder eine Beeinträchtigung des Landschaftsschutzes oder des Naturschutzes, sondern Begehrlichkeiten, die der Erfolg des Hiller-Events bei anderen Großveranstaltern geweckt hatten.

Die hatten inzwischen auch ein Auge auf das so angenehm außerhalb der Hamburger Kernstadt gelegene und trotzdem gut zu erreichende Gelände geworfen und pochten nun bei der Hamburger Genehmigungsbehörde darauf, dort ebenfalls große Events wie beispielsweise Open-Air-Konzerte durchführen zu können. Um eine Gleichbehandlung zu gewährleisten und zugleich den Öjendorfer Park nicht gänzlich zu ruinieren, entschied das Fachamt Management, in Zukunft dort gar keine Großveranstaltungen mehr zu genehmigen.

Veranstalter Gisbert Hiller zeigte – nach anfänglich lautstark bekundetem Missfallen – Verständnis für die Entscheidung und kündigte an, ab 2019 mit dem MPS von Hamburg-Öjendorf in das rund 40 Kilometer südlich von Hamburg in der Lüneburger Heide gelegene Luhmühlen umzuziehen.

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