weather-image
×

Gewaltproblem an Grundschulen: WIR von Reaktionen enttäuscht

Keine konkrete Hilfe aus Berlin und Hannover

Bückeburg. Grundsätzliche Übereinstimmung in der Sache – aber keine konkreten Zusagen. So lassen sich Reaktionen aus dem Familienministerium in Berlin und aus dem Kultusministerium in Hannover auf Anfragen der Wählerinitiative „WIR für Schaumburg“ zusammenfassen.

veröffentlicht am 16.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

4298_1_orggross_k-klaus

Autor

Redakteur zur Autorenseite

WIR hatte im Zusammenhang mit der Gewaltproblematik an Bückeburger Grundschulen (wir berichteten) die überregionale Politik eingeschaltet. In Briefen an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Ministerpräsident Stefan Weil hatte Ratsherr Andreas Paul Schöniger die Konfliktlage beschrieben und dringend um Unterstützung durch die Einstellung von Sozialpädagogen gebeten. „Wir brauchen auch an den Bückeburger Grundschulen schnell Sozialpädagogen“, so Schönigers Forderung.

In einer Pressemitteilung informierte WIR nun über die Reaktionen. So habe sich Schwesig sehr offen gezeigt und betont: „Schulsozialarbeit kann sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten zum Gelingen des Schulalltags, denn sie kann präventiv und vermittelnd gegen Ausgrenzung von einzelnen Schülerinnen und Schülern oder gar Gewalt an Schulen wirken.“ Da aber Schul- und Bildungspolitik in die Zuständigkeit der Länder falle, sehe sie vor allem hier die Verantwortung, „gute Rahmenbedingungen zu gewährleisten“.

Ähnlich sehe das auch die Landesregierung, für die das Kultusministerium die Anfrage aus Bückeburg beantwortet habe, so WIR. Und zitiert: „Wir können Ihr Anliegen sehr gut nachvollziehen. Der von Ihnen angemahnte Ausbau der sozialpädagogischen Arbeit an den Schulen in Niedersachsen wird vom Kultusministerium mit Nachdruck verfolgt.“ Es werde derzeit ein Gesamtkonzept erarbeitet. Das Kultusministerium werde die Gewaltprävention an den Schulen als einen inhaltlichen Schwerpunkt der sozialen Arbeit ansehen. Derzeit könne man jedoch noch keine Aussagen zu einem zusätzlichen Mitteleinsatz treffen.

„Diese Antworten sind für die künftige schulische Arbeit trostreich, helfen uns in der gegenwärtigen Situation jedoch nicht weiter“, bewertete WIR-Kreisvorsitzender Richard Wilmers die Reaktionen. Und weiter: Schulsozialarbeit an den Grundschulen sei dringend erforderlich, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.

„Wenn wir hier nicht investieren, werden wir dafür später doppelt und dreifach zahlen müssen“, mahnte Wilmers gegenüber unserer Zeitung.




Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige