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„Mitspielorchester“ bereichert Sommerfest der Schaumburger Märchensänger

Kleine Melodien im Klangwirrwarr

Bückeburg. Treffender konnte man es nicht formulieren: „Hier geht es richtig ab“, kommentierte Nikolaus Dietrich die Klangkulisse, die während des gut besuchten Sommerfestes der Musikschule Schaumburger Märchensänger um ihn herum zu hören war. Als Experte für die musikalische Früherziehung von Kindern hatte er sich mit einem großen Tisch voller Musikinstrumente – von der Triangel übers Xylophon bis hin zur Tuba – in einer „stillen“ Ecke deren Gartens postiert, um Jungen und Mädchen für sein improvisiertes „Mitspielorchester“ zu gewinnen.

veröffentlicht am 19.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

19. Juni 2013 00:00 Uhr

Bückeburg. Treffender konnte man es nicht formulieren: „Hier geht es richtig ab“, kommentierte Nikolaus Dietrich die Klangkulisse, die während des gut besuchten Sommerfestes der Musikschule Schaumburger Märchensänger um ihn herum zu hören war. Als Experte für die musikalische Früherziehung von Kindern hatte er sich mit einem großen Tisch voller Musikinstrumente – von der Triangel übers Xylophon bis hin zur Tuba – in einer „stillen“ Ecke deren Gartens postiert, um Jungen und Mädchen für sein improvisiertes „Mitspielorchester“ zu gewinnen.

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Viel Animationsarbeit musste er dabei allerdings nicht leisten. Genau genommen tendierte sein diesbezüglicher Einsatz sogar gegen null. Denn allein schon die Neugier darauf, wie die verschiedenen Instrumente wohl in ihrer Hand klingen würden, war für die Steppkes Anreiz genug, sich eines dieser Dinger zu schnappen und ungehemmt drauflos zu musizieren. Heraus kam freilich stets das Gleiche: eine wilde Kakophonie aus dissonanten Tönen, der keinerlei erkennbare Struktur zugrunde lag.

Für die Kinder war dies jedoch ein Heidenspaß, und auch Nikolaus Dietrich hatte seine Freude daran. Mehr noch: Mit kleinen eingestreuten Melodien, die der seit rund 35 Jahren an der Musikschule unterrichtende Virtuose seiner Violine entlockte, gelang es ihm immer wieder, dem Klangwirrwarr des Mitspielorchesters eine Richtung zu geben und das Durcheinander tatsächlich in orchestrale Musikstücke zu verwandeln. Schräg blieben sie natürlich trotzdem.

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Für manch eines der Kinder war dieser erste, unverkrampfte Kontakt mit handgemachter Musik möglicherweise der Weg hin zu einer ernsthaften Beschäftigung mit dieser Materie, wie sie die jungen Instrumentalschüler, die im Konzertsaal des Hauses vor vollen Zuschauerreihen Proben ihres bislang erworbenen Könnens ablieferten, bereits beschritten haben. Auf dem Programm standen außer den Darbietungen von Klavier-, Geigen-, Saxophon- und Klarinetten-Eleven übrigens auch Gesangsdarbietungen des Kinder- und des Konzertchores sowie Tanzvorführungen einer in den Räumlichkeiten der Musikschule ebenfalls beheimateten „externen“ Tanzschule. Ferner spielten in der Pause zwei hauseigene Rockbands im Garten auf.

„Je früher man mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes beginnt, desto besser“, erklärte Laszlo Gulyas, der musikalische Leiter der Musikschule. Der Einstieg in das Blockflöten-, Cello- und Klavierspiel etwa könne schon im Alter von vier bis fünf Jahren erfolgen. Lediglich bei Instrumenten, die mehr Kraft erfordern wie beispielsweise die Trompete sollten die Kinder noch ein paar Jahre älter sein. Ab zehn Jahre könne es aber auch hier losgehen. wk