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Gemeinde widerspricht der Stadt Porta

Kleinenbremen: Umfahrung der Kirche soll erhalten bleiben

KLEINENBREMEN. In ihrem Bemühen, das frühere Kleinenbremer Feuerwehrgerätehaus zusammen mit einem Teil des angrenzenden Dorfplatzes hinter der Kirche zu verkaufen, geht die Portaner Verwaltung offenbar von falschen Voraussetzungen aus. Im Gegensatz zur städtischen Darstellung drängt die Gemeinde darauf, dass das Gotteshaus weiter umfahren werden kann.

veröffentlicht am 07.02.2019 um 15:14 Uhr
aktualisiert am 07.02.2019 um 17:10 Uhr

Auch nach dem Verkauf des früheren Feuerwehrgerätehauses (rechts) sollen Autofahrer die gegenüberliegende Kleinenbremer Kirche umfahren können. So will es der Bezirksausschuss. Foto: LY

Autor:

Stefan Lyrath
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KLEINENBREMEN. In ihrem Bemühen, das frühere Kleinenbremer Feuerwehrgerätehaus zusammen mit einem Teil des angrenzenden Dorfplatzes hinter der Kirche zu verkaufen, geht die Portaner Verwaltung offenbar von falschen Voraussetzungen aus. Im Gegensatz zur städtischen Darstellung drängt die Gemeinde nämlich sehr wohl darauf, dass das Gotteshaus weiter mit dem Auto umfahren werden kann.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt auf die Umfahrt verzichten möchte“, so Jörg Achilles, Vorsitzender des Bezirksausschusses, in dessen jüngster Sitzung. Nach einem Bericht der Verwaltung von Oktober 2018 soll im Vorfeld „seitens der Kirchengemeinde ausgeführt“ worden sein, „dass eine Umfahrt aus ihrer Sicht nicht erforderlich ist“.

Jenes Gespräch, auf das sich die Stadt beruft, hat es gegeben. „Aber ich habe das nicht geäußert“, stellt Pfarrer Ekkehard Karottki klar. „Die Umfahrt wird natürlich nach wie vor benötigt“, betont er. „Sonst würde ein Engpass entstehen. Die Leute können doch nicht vorwärts reinfahren und dann alle rückwärts wieder raus.“ Dass zur Kirche eine Umfahrt gehöre, sei zudem „ein ungeschriebenes Gesetz“.

Außerdem, so der Pfarrer weiter, sei der 2003 eingeweihte Dorfplatz mit Fördermitteln saniert worden. Die Zweckbindung hierfür ist allerdings nach Angaben der Verwaltung 2018 ausgelaufen. Heute wird die Fläche vor allem zum Parken genutzt. Das ehemalige Gerätehaus steht zum Verkauf, nachdem die freiwillige Feuerwehr im vergangenen Sommer in ihr neues Domizil an der Rintelner Straße umgezogen war.

Dass die Stadt eine Empfehlung des Bezirksausschusses zu ignorieren scheint, sorgt im Ortsgremium für Unverständnis. In der jüngsten Sitzung haben die Politiker daher einen bereits Ende November gefassten Beschluss erneuert.

Darin heißt es, dass der Ausschuss einem Verkauf des Gerätehauses zustimmt. Falls dem Gebäude eine Grundstücksfläche zugeschlagen werde, sollten jedoch die Parkplätze hinter der Kirche sowie eine „mindestens als Einbahnstraße mögliche Umfahrung“ des Gotteshauses erhalten bleiben. Ergänzt wird der Beschluss nun um den Hinweis, dass dies im Hinblick auf kirchliche und andere Veranstaltungen im dörflichen Interesse sei. „Für eine Einbahnstraßenführung brauchen wir mindestens 3,5 bis vier Meter“, rechnet Jörg Achilles vor.

Am Mittwoch, 13. Februar, steht das Thema auf der Tagesordnung des Portaner Haupt- und Finanzausschusses, allerdings im nicht öffentlichen Teil. Dann soll die Verkaufsfläche festgelegt werden. Nach den bisherigen Plänen der Stadt soll etwa die Hälfte des Dorfplatzes mitverkauft werden.

Walter Caselitz, Vorsitzender des Heimatvereins, geht davon aus, dass es zu Verkehrshindernissen kommt, wenn die Zufahrt vom Grillenweg nicht mehr möglich ist. An dieser Seite des Dorfplatzes liegt das alte Gerätehaus. Sein Stellvertreter Florian Staab sieht es ähnlich. „Klar, dass es dann zu Blechschäden kommt“, sagt er.

Caselitz möchte am liebsten, dass der Dorfplatz so erhalten bleibt, wie er ist. „Er ist im guten Zustand, gepflastert und mit altem Baumbestand versehen“, zählt er auf. „Es gibt keinen Grund, etwas zum Nachteil zu verändern.“




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