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„Freundeskreis Jetenburger Friedhof“ schließt erste drei Maßnahmen erfolgreich ab

Kleinod pflegen und erhalten

BÜCKEBURG. Die fördernde Mitgestaltung des Jetenburger Friedhofes und dessen Verankerung im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind zwei Ziele, die der „Freundeskreis Jetenburger Friedhof“ verfolgt. „Wir möchten das kulturhistorisch wichtige Areal des ältesten Bückeburger Kirchenstandortes als grünes Kleinod pflegen und erhalten“, verdeutlicht Freundeskreis-Sprecher Dr. Axel Rinne.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 12:42 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 18:40 Uhr

Die Neuanpflanzungen sollen einen kleinformatigen Allee-Charakter entstehen lassen. Foto: bus
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Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. Die fördernde Mitgestaltung des Jetenburger Friedhofes und dessen Verankerung im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind zwei Ziele, die der „Freundeskreis Jetenburger Friedhof“ verfolgt. „Wir möchten das kulturhistorisch wichtige Areal des ältesten Bückeburger Kirchenstandortes als grünes Kleinod pflegen und erhalten“, verdeutlicht Freundeskreis-Sprecher Axel Rinne.

Der Kreis hatte sich 2015 im Anschluss an öffentliche Klagen über den Zustand des Gottesackers inklusive der ihn umgebenden Natursteinmauer gegründet, um die Stadtkirchengemeinde als Träger bei Herrichtung und Erhaltung des Komplexes ehrenamtlich zu unterstützen. Das Hauptengagement galt zunächst der unter Denkmalschutz stehenden Natursteinmauer.

„Die Grabfelderumfassung war an etlichen Stellen marode, nach Entfernung von zersetzendem Pflanzenbewuchs stellten sich die Schäden dann noch gravierender dar, als bei oberflächlicher Betrachtung zu erwarten war“, so Rinne.

Erfreulicherweise erklärte sich die Ortsgemeinschaft Bückeburg des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins unter der damaligen Leitung von Heinz Werner Hinze bereit, dem Förderkreis mit einer Initiativspende von 5000 Euro unter die Arme zu greifen. Weitere finanzielle Hilfe von Stadtkirchengemeinde, Landeskirche, Stadt und Einzelpersonen ergaben schließlich einen fünfstelligen Betrag.

Dieses Geld diente als Grundstock für einen Projektantrag bei der niedersächsischen Bingo-Stiftung, die den Antrag uneingeschränkt positiv beschied, sodass eine Fachfirma die Schadstellen, insbesondere an der Süd- und Ostseite, sanieren konnte.

„Zum Teil musste die breit ausgeführte Mauer völlig neu aufgebaut und vereinzelt auch mit neuen Sandstein-Deckplatten versehen werden“, erläutert der Sprecher. Jetzt soll sie für Jahrzehnte stabil stehen. Das Geld reichte zudem, um den brüchigen Durchgangsweg auf Vordermann zu bringen. Der historische Wegabschnitt erhielt eine neue Asphaltdecke und ist nun auch für Rollstuhlfahrer und Rollatorbenutzer wieder besser befahrbar als zuvor.

Als dritte Maßnahme erstellte die städtische Baumfachfrau Christiane Matthaei in diesem Jahr ein Baumkataster für das gesamte Gelände. Das hatte zur Folge, dass einige stark beschädigte Bäume, wie etwa drei alte Linden an der Nordseite des Friedhofs, aus Sicherheitsgründen umgehend gefällt werden mussten.

„Der veranschlagte Kostenrahmen wurde übrigens eingehalten“, legt Rinne dar, der als nächste Aktivität die Ergänzung des Baumbestandes ankündigt. Fünf Robinien wurden bereits gepflanzt. Die Bäume sollen auf der Nordhälfte des Weges wieder den ursprünglichen kleinformatigen Allee-Charakter entstehen lassen. 2019 sollen weitere Neuanpflanzungen folgen. In diesem Zusammenhang freut sich der Freundeskreis, dass erste Zusagen bereits eingegangen sind.

Des Weiteren steht 2019 eine ansprechende Gestaltung einzelner historischer Grabstellen und des halbumlaufenden Rundweges auf dem Programm. Mit Blick in die Zukunft erinnert Rinne an das 2023 auf der Agenda stehende 450-jährige Bestehen des Gotteshauses. Dort stand schon im 12. Jahrhundert eine Kirche. Das 1573 vollendete jetzige Gebäude war der erste Kirchenneubau in Schaumburg nach der Reformation.

Das weitläufige Areal verwahrt unter anderem die sterblichen Überreste der Erzieherin und späteren Begleiterin der englischen Königin Victoria, Louise Clara Johanna von Lehzen (1784 bis 1870), von Viktor von Strauß und Torney (fürstlich schaumburg-lippischer Minister, Kirchenlieddichter und Ehrenbürger der Stadt Dresden, 1809 bis 1899) und vom „Bückeburger Bach“, dem Komponisten und Hofkapellmeisters Johann Christoph Friedrich Bach (1732 bis 1795).




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