weather-image
13°

Pfadfinder bringen das Friedenslicht

Krippenspiel in der Stadtkirche begeistert das Publikum

BÜCKEBURG. „Das war eines der schönsten Krippenspiele seit Jahren!“ So begeistert wie Ralf Nasemann zeigten sich die meisten Besucher der Stadtkirche von dem, was die 38 Kinder und drei Erwachsenen der Stadtkirchengemeinde unter Leitung von Pastor Jan-Uwe Zapke für den Heiligen Abend auf die Beine gestellt hatten.

veröffentlicht am 26.12.2018 um 14:43 Uhr
aktualisiert am 26.12.2018 um 19:30 Uhr

38 Kinder und drei Erwachsene wirkten in diesem Jahr beim Krippenspiel mit. Foto: JP
jp01

Autor

Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. „Das war wirklich eines der schönsten Krippenspiele seit Jahren!“ So begeistert wie Ralf Nasemann zeigten sich die allermeisten Besucher der Stadtkirche Bückeburg von dem, was die 38 Kinder und drei Erwachsenen der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Bückeburg unter Leitung von Pastor Jan-Uwe Zapke für den Heiligen Abend auf die Beine gestellt hatten. Erzählt wurde dabei die Geschichte von der Geburt Jesu in einer Rückblende: Auf dem Weg zurück zu ihren Herden erinnern sich die Hirten daran, wie es zunächst zum Aufruf zur Volkszählung durch den römischen Kaiser Augustus kommt, was dann die Reise von Maria und Josef nach Bethlehem und der Geburt im Stall zur Folge hat. Dabei mischten sich nicht wenige höchst humorvolle Dialogszenen und Anachronismen in das Krippenspiel, wenn beispielsweise statt vom römischen Kaiser Augustus vom „Trumpator“ die Rede war oder sich die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland darüber austauschten, ob man statt dem Stern zu folgen, sich nicht vielleicht lieber auf moderne, satellitengestützte Smartphone-Technologie aus China verlassen sollte.

Wie üblich musste man schon rund eine halbe Stunde eher da sein, um beim Krippenspiel in der Stadtkirche noch einen Sitzplatz zu ergattern. Auch die übrigen Bückeburger Gottesdienste waren am Heiligen Abend nicht weniger stark besucht. Auf eben dieses Phänomen, dass gerade zu Weihnachten viele, auch religionsferne Menschen den Kontakt mit der Kirche wieder suchen, hob Landesbischof Karl-Hinrich Manzke in seiner Predigt während der Vesper in der Stadtkirche ab, und verband es mit dem biblischen Satz aus der Weihnachtsgeschichte „Und sie fanden beide – Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.“ Weihnachten sei keine ewige Suchbewegung, sondern eine Findergeschichte. Diejenigen, die zur Krippe eilen – die betuchten Weisen aus dem Osten ebenso wie die handfesten Hirten vom Felde – fänden Freude. „Und das ist das Entscheidende!“

„Das Weihnachtsevangelium erzählt uns, dass Große und Geringe gemeinsam das Kind in der Krippe anbeten“, meinte Oberprediger Wieland Kastning in seiner Predigt während der Vesper in der Jetenburger Kirche. „ Die Unterschiede werden relativ, wenn wir uns im Kreis um Jesus verbunden wissen. Aber nicht gleichgültig.“ Das Kind in der Krippe versammle Menschen unterschiedlichster Herkunft und Weltanschauung um sich. „ So folgen die Weisen dem Stern. Und die Hirten den Worten des Engels. Schauen von sich weg. Und finden Gott im Kind in der Krippe.“

Die Pfadfinder vom Stamm der Bilche verteilen das Friedenslicht aus Bethlehem in zahlreiche Gottesdienste, hier im Bild Amely Wesselmann und Hanna Röwer in der Stadtkirche. Foto: JP

Raus aus dem engen Ich-Gebäude, hin zum anderen, sei die Botschaft von Weihnachten, so Wieland Kastning. Zurzeit seien weltweit jedoch alle Zeichen auf das große „Ich zuerst“ gestellt: „Gesperrte Grenzen. Nationalismus, Sehnsüchte nach Stärke und einfachen Lösungen grassieren. Der Friede, den wir so lange genossen haben, der uns Reisefreiheit und Wohlstand beschert hat, erleidet Brüche.“ Es gebe daher viel zu tun. Auch in Deutschland gebe es unbequeme Aufgaben zu schultern, die einer gemeinsamen Willensanstrengung und Opferbereitschaft bedürfen. „Allein das Wollen reicht nicht.“ Er hoffe und bete daher, „dass außer uns noch viele andere weltweit heute aus dem Häuschen sind und sich einfinden bei dem, der der Weg und die Wahrheit und Leben, das Licht der Welt in all ihren Dunkelheiten war, ist und bleiben wird.“

Als lebendiges Zeichen trugen die Pfadfinder vom Stamm der Bilche wieder das Friedenslicht aus Bethlehem in zahlreiche Kirchen und verteilten es an die Gottesdienstbesucher, damit diese damit daheim die Weihnachtskerzen entzünden konnten.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare