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App der Telefon-Seelsorge bietet Unterstützung in Krisensituationen

KrisenKompass – Hilfe digital

BÜCKEBURG/BAD OEYNHAUSEN. Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 10 000 Menschen durch Suizid. Weit mehr als 100.000 Menschen – so schätzen Fachleute – sind betroffen vom Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.
„Darum gibt es am 10. September den Welttag der Suizidprävention – ein Tag der Trauer und des Gedenkens“, berichtet Petra Ottensmeyer, Leitung der Telefon-Seelsorge Ostwestfalen, bei der auch die Anrufe aus dem Gebiet der Schaumburg-Lippischen Landeskirche auflaufen.

veröffentlicht am 04.09.2020 um 12:38 Uhr
aktualisiert am 04.09.2020 um 16:40 Uhr

An diesem Tag wird auch aufmerksam gemacht auf Unterstützungsmöglichkeiten für suizidgefährdete Menschen. „Das ist auch uns in der Telefon-Seelsorge Ostwestfalen ein wichtiges Anliegen.“ Die Motivation zur Gründung der Telefon-Seelsorge war es, ein niederschwelliges Gesprächsangebot für Menschen in Not anzubieten. Seit einem halben Jahr hat die Telefon-Seelsorge in Deutschland ihr Angebot erweitert und die App KrisenKompass gestartet.

„Seit dem 10. März steht dieses Angebot zur Verfügung. Damals ist das ein wenig durch die sich überschlagenden Nachrichten zu „Corona“ untergegangen“, sagt Martin Dohmstreich, stellvertretender Leiter der Telefon-Seelsorge. „Daher möchten wir zum Welttag der Suizidprävention auf dieses neue Angebot hinweisen.“

Der KrisenKompass ist ein Werkzeug, das sich an drei Nutzergruppen richtet:

an Menschen in einer suizidalen Krise, an Angehörige, Kollegen und Freunde, die unterstützen möchten, sowie an Hinterbliebene, die eine Person durch Suizid verloren haben.

Die App bietet umfangreiche Möglichkeiten wie eine Tagebuchfunktion oder persönlichen Archive, um mutmachende Gedanken oder Fotos zu speichern. So kann ein ganz persönlicher Notfall-Koffer für schwierige Momente gepackt werden. Darüber hinaus gibt es Wissenswertes für Krisensituationen. Außerdem lassen sich Notfallnummern, Anlaufstellen und Beratungsdienste hinterlegen. Das Angebot des KrisenKompass ist auf dem Handy schnell aufzurufen und damit immer dabei, wenn es nötig wird.

„Die App kann sicher nicht den persönlichen Kontakt ersetzen.“ - so Petra Ottensmeyer. „Doch für manche Menschen kann sie eine gute Hilfe ergänzend zu unseren anderen Angeboten sein.“ Das zeigen auch erste Rückmeldungen, die die Telefon-Seelsorge erreichen. Auch jenseits des Themas Suizidalität haben Nutzer Anregungen für schwierige Zeiten gefunden. Besonders Atemübungen, Lieder oder Phantasiereisen zum Kraftschöpfen werden gern genutzt. Die App ist „einfach zur richtigen Zeit in die Welt gekommen“, schreibt eine Nutzerin.r




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