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Senioreneinrichtungen in Bückeburg sind mehr als gut belegt / 210 neue Pflegeplätze sind in Planung

Lange Wartelisten

BÜCKEBURG. Die Lebenserwartung steigt, die Zahl der Geburten ist rückläufig oder stagniert – die Gesellschaft wird immer älter. Der demografische Wandel macht sich auch in Bückeburg bemerkbar: Immer mehr altersgerechter Wohnraum wird benötigt. Die Pflegeplätze in den Bückeburger Einrichtungen sind alle belegt, zum Teil gibt es lange Wartelisten. In Planung sind zwei Pflegeheime mit insgesamt rund 210 Plätzen.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 25.04.2019 um 23:00 Uhr

Führt eine Warteliste: das Evangelische Altersheim an den Hofwiesen. Foto: rc
Leonhard Behmann

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BÜCKEBURG. Die Lebenserwartung steigt, die Zahl der Geburten ist rückläufig oder stagniert – die Gesellschaft wird immer älter. Der demografische Wandel macht sich auch in Bückeburg bemerkbar: Immer mehr altersgerechter Wohnraum wird benötigt. Auf dem Krankenhaus-Areal wird deshalb ein Seniorenkompetenzzentrum mit rund 130 Plätzen entstehen. Und auch beim Evangelischen Altenheim stehen die Zeichen auf Erweiterung. Auf dem Gelände der Diakonie-Sozialstation an der Petzer Straße neben der Grundschule „Im Petzer Feld“ soll ein weiteres Seniorenheim mit 80 Pflegeplätzen sowie mit 25 bis 30 barrierefreien Wohnungen für betreutes Wohnen gebaut werden (wir berichteten).

Der Verein evangelisches Altersheim betreibt bereits an der Lulu-von-Strauß-und-Torney-Straße ein Altenheim mit 70 Pflegeplätzen. Das Haus dort sei „ausreichend belegt“, sagt der Leiter der Einrichtung, Dirk Tiemann, auf Anfrage. Es gebe deshalb eine Warteliste. „Wenn ein Zimmer frei wird, dann rutscht jemand von der Liste nach“, erklärt der Heimleiter das Prinzip. Neben den 70 Plätzen für die Langzeitpflege hat das Heim auch drei Plätze für die Kurzzeitpflege. „Hier wohnen Menschen, die zum Beispiel aus dem Krankenhaus entlassen wurden, aber noch Pflege brauchen“, sagt Tiemann. Gerade im Sommer würden viele Menschen die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen, weil die Menschen, die sich sonst um die Senioren kümmern, verreist sind.

Auch in der Seniorenresidenz Am Kirschgarten an der Scheier Straße spürt die Leiterin Wiebke Fehring die „hohe Nachfrage an Pflegeplätzen“. Die 90 Pflegeplätze für die stationäre Langzeitpflege der Residenz seien belegt. „Und das war auch schon in den letzten 15 Jahren so“, sagt Fehring. Die Warteliste sei lang. An einen Ausbau denkt die Heimleiterin trotzdem nicht. „Der Platz des Geländes reicht dafür nicht aus“, sagt sie. Auch für betreutes Wohnen gebe es nicht den nötigen Platz.

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Auf dem Gelände an der Petzer Straße will das Evangelische Altersheim neu bauen. Foto: rc

Auch Christian Döring, Geschäftsführer der Seniorenwerk gGmbH, die seit Kurzem den Herminenhof führen (wir berichteten), kann nicht über zu wenig Zuspruch klagen. Von den 123 Plätzen im Herminenhof sind bis auf ein paar fast alle belegt. „Dass wir nicht voll belegt sind, ist auch überhaupt nicht schlimm, weil wir jetzt, wo wir das Heim übernommen haben, das Gebäude noch renovieren wollen und dafür freie Zimmer brauchen“, sagt Döring.

Über einen möglichen Ausbau – wie das beim Evangelischen Altenheim der Fall sein wird – denkt Döring derzeit nicht nach. Auch betreutes Wohnen bietet das Pflegeheim zurzeit nicht an. „Wir müssen erst einmal ankommen. Was in zwei oder drei Jahren ist, kann ich aber heute noch nicht sagen“, erklärt der Geschäftsführer. Die Möglichkeit zum Bauen sei da, fügt Döring hinzu.

In der einzigen Bückeburger Einrichtung, die ausschließlich betreutes Wohnen anbietet – gemeint ist die Seniorenresidenz Rosengarten an der Friedrich-Bach-Straße –, sind alle 82 Wohnungen belegt. Eine Warteliste gibt es aber nicht. „Wir annoncieren freie Wohnungen nur im Internet“, sagt Günther Rother, der sich selbst den „Kümmerer“ nennt. Rother kümmert sich vor Ort um die Anliegen und Probleme der Bewohner. Betreut werden die Menschen hier vom Deutschen Roten Kreuz. Weitere Wohnungen soll es aber auch hier nicht geben.

Der Bedarf an seniorengerechtem, bezahlbarem Wohnraum steigt in Bückeburg, da viele Menschen im Alter aus den Ortsteilen in die besser versorgte Kernstadt mit ihren zentralen Einrichtungen ziehen. Kurz vor der Fertigstellung stehen Wohnungen im Herder-Quartier, auch das Gelände des ehemaligen Krankenhauses Bethel an der Herminenstraße soll entsprechen bebaut werden.




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