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Fürstliche Hofreitschule sorgt mit der Aufführung ihrer „Gala der Künste“ für Begeisterungsstürme beim Publikum

„Last Night of the Proms“-Atmosphäre in der Reithalle

Bückeburg (jp). Mit ihrer Aufführung „Gala der Reitkünste“ hat die Fürstliche Hofreitschule für Begeisterung gesorgt. Vor nahezu ausverkauften Publikumsrängen präsentierten die Reiter um Hofreitmeister Wolfgang Krischke und Hofreitschul-Direktorin Christin Krischke ihre Interpretation barocker Reitkunst.

veröffentlicht am 14.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 22:21 Uhr

Auf höchstem reiterischen Niveau, zugleich gespickt mit zahlreichen humorvollen Szenen und Anmerkungen, ließen die zwei- und vierbeinigen Darsteller für anderthalb Stunden die Ära und das höfische Leben des 17. und 18. Jahrhunderts wieder auferstehen. Das Publikum quittierte die Darbietungen des bestens aufgelegten Ensembles mit minutenlangem Beifall für jede einzelne Nummer und viel spontanem Szenenapplaus.

Gleich zu Beginn erläuterte Christin Krischke ihre Art des Umgangs mit Pferden an der Fürstlichen Hofreitschule: „Wir verweigern uns bei der Ausbildung unserer Pferde jedem Zwang und jeder Gewalt gegenüber Tieren. Unsere Pferde machen nur das, woran sie auch selber Spaß haben. Daher werden Sie bei uns nicht das sehen, was es möglicherweise bei Olympia im Reitsport zu sehen gibt.“ Und Hofreitmeister Wolfgang Krischke ergänzte: „Man kann einem Pferd nur das beibringen, was es auch von Natur aus ohnehin tut. Die Kunst des Reiters ist es, dieses Verhalten zum gewünschten Zeitpunkt auf Kommando herauszukitzeln.“

Und wie gut ein solches Training ohne Zwang und harten Drill, sondern vielmehr durch Zuwendung und tiefes Vertrauen zwischen Mensch und Tier funktioniert, das konnten die Bückeburger Hofreiter wieder einmal an zahlreichen beeindruckenden Beispielen demonstrieren. Wie beispielsweise der Kapriole (von lateinisch capriola, dem Bocksprung), einer Übung aus der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd zunächst mit den vorderen Hufen in die Luft springt und dann mit den hinteren auskeilt. Oder dem Tandem, bei dem der Reiter auf einem Pferd sitzend ein weiteres am langen Zügel führt und beide Tiere simultan bestimmte kunstvolle Bewegungen ausführen lässt, was Wolfgang Krischke und die beiden beteiligten Berberhengste mit wunderbarem musikalischen Gespür zu den Klängen von „Land of hope and glory“ absolvierten, was für echte „Last Night of the Proms“-Atmosphäre in der historischen Reithalle sorgte. Gänsehaut-Feeling dann auch bei der Quadrille der Auszubildenden an der Hofreitschule, die mit ihren „Professoren-Pferden“ ritten. Mit ihrem Frederiksborger Moravitas-Bariton präsentierte Hofbereiterin Rebecca Güldenring ein Exemplar der ältesten Tierart der Welt mit Abstammungsnachweis. Bis ins Jahr 1535 lassen sich diese Abstammungszertifikate zurückverfolgen – die dänische Pferderasse gibt es indes noch sehr viel länger.

Hofreitmeister Wolfgang Krischke lässt einen Hengst eine Kapriole springen.

Als Gastreiter absolvierten Christiane und Ralf Meyer zu Westram auf ihren schwarzen Friesen einen hinreißenden Pas de deux. Für Waffengeklirr sorgten die Hofreiter anschließend zunächst mit einem Auftritt als Musketiere und dann mit mittelalterlich anmutenden Waffengängen, wie sie jedoch auch in der Barockzeit zelebriert wurden: Ringe- und Blumenstechen mittels Degen und Lanze. Für weitere Gänsehautmomente sorgten Auftritte der Reiter in phantastischer und märchenhafter Gewandung, die Moderatorin Christin Krischke ohne Erläuterung auf das Publikum wirken ließ, für Lachsalven hingegen der hinreißend komische Kurzauftritt von Pony Jack, mit dem Hofreitmeister Wolfgang Krischke das Beibringen der bereits erwähnten Kapriole im Zeitraffer demonstrierte.

Hinweis: Am Sonntag, 16. September und am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, um 15 Uhr sind weitere Termine der Gala der Künste angesetzt.

Am letzten Wochenende im August werden die Hofreiter gleich auf zwei Großveranstaltungen präsent sein: Zum einen sind sie beteiligt an der Schaumburger Landmesse „Ährensache“ vom 31. August bis zum 2. September auf Schloss Bückeburg. Zum anderen wirken Wolfgang Krischke und seine Reiter federführend mit beim zugleich stattfindenden Ritterturnier in St. Wende, bei dem unter anderem absolut authentische Lanzenturniere sowie jagdliche Reitkunst aufgeführt werden.




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