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Adventskonzert: Mitreißendes Programm, wenige Besucher

Lieder aus 120 Kehlen bringen Kirche in Schwung

Kleinenbremen (ly). Bei Heimspielen ist der Männergesangverein Neesen-Lerbeck eine Macht. Auswärts könnten die Herren dagegen mehr Unterstützung gebrauchen. Das gilt zumindest für Adventskonzerte in Kleinenbremen.

veröffentlicht am 12.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:41 Uhr

Weniger als 100 Zuhörer verfolgten in der Lütkenbremer Kirche die Auftritte von vier Chören, etliche Reihen blieben leer. Im fast vollen Lerbecker Gotteshaus war einige Tage zuvor deutlich mehr Publikum. Horst Gründel, Vorsitzender des Männerchors, nimmt es sportlich. „Wir wollen weitermachen“, erklärt er bereits jetzt seine Bereitschaft, auch 2013 wieder in Kleinenbremen aufzutreten. Es wäre auch schade um ein stimmungsvolles, abwechslungsreiches, streckenweise mitreißendes Konzert, gestaltet von mehr als 120 Mitwirkenden. So klatschte das Publikum beim Auftritt des gemischten Chors Hahlen begeistert mit, die Kirche kam in Schwung. Würde ein Gotteshaus nicht scheinbar Zurückhaltung gebieten, wären viele wahrscheinlich aufgesprungen.

Die Hahler kommen frisch und modern rüber, haben auch Songs wie „War is over“ von „Beatle“ John Lennon im Repertoire. Chorleiter ist Benjamin Sazewa, ein junger Mann von 25 Jahren, der außerdem als Chef anderer Chöre, Solokünstler, Frontsänger, Gesangspädagoge und Stimmbildner aufhorchen lässt.

Einen großen Sprung nach vorn haben die „Porta-Ladies“ gemacht, sozusagen das Damenteam des Männergesangvereins Neesen-Lerbeck – und das nicht nur zahlenmäßig. Rund 40 Frauen standen vorm Altar, es werden immer mehr. Ob „Süßer die Glocken nie klingen“, „Swinging Christmas“ oder „Feliz Navidad“ – sie haben’s drauf.

Chorleiterin ist Valentina Schaadt, deren Handschrift auch der MGV Neesen-Lerbeck trägt. Schaadt, in Kleinenbremen zugleich musikalische Gesamtleiterin, hat den Männerchor zu einem homogenen Klangkörper geformt, der mit klar akzentuiertem Gesang überzeugt. Und mit Kondition, denn die Herren hatten gleich mehrere Auftritte. Sie boten eine breite Palette überwiegend klassischer Weihnachtslieder, angefangen von der Adventskantate „Machet die Tore weit“ bis hin zu „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Rund machten das Adventskonzert Musiker der Posaunenchöre Kleinenbremen, Hartum und Hahlen, geleitet von Christine Pearson. Ein Highlight kam wie immer zum Schluss: „Jerusalem“ mit dem Solisten Roland Rokitta.

Nur der Besuch war „ein bisschen negativ“, wie es Horst Gründel ausdrückt. Vielleicht lag’s daran, dass der Freitagabend kein optimaler Termin für ein Chorkonzert ist. Als ideal gilt Sonntagnachmittag. Aber da wären die Sänger mit dem „Treffen unterm Weihnachtsbaum“ der Kleinenbremer Dorfgemeinschaft kollidiert. Sie mussten ausweichen.




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