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Nach 22 Jahren als Freier Mitarbeiter hört Herbert Busch bei unserer Zeitung auf

LZ-Journalist Herbert Busch geht in den Ruhestand

BÜCKEBURG. Nach über 20 Jahren als freier Mitarbeiter für unsere Zeitung hat Herbert Busch aufgehört: aus Alters- und leider überwiegend auch aus gesundheitlichen Gründen. 1999 fing er als „Freier“ bei uns an, prägte viele Jahre das Gesicht unserer Zeitung mit – und war ein Gesicht unsere Zeitung. Die Dörfer – und hier insbesondere die Ortsräte und Vereine – waren das Tummelfeld des heute 69-Jährigen, aber auch in der Stadtpolitik sowie kulturellen Veranstaltungen und Festivitäten war er unterwegs.

veröffentlicht am 01.04.2021 um 11:21 Uhr
aktualisiert am 02.04.2021 um 11:27 Uhr

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Redakteur zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Nach über 20 Jahren als freier Mitarbeiter für unsere Zeitung hat Herbert Busch aufgehört, aus Alters- und leider überwiegend auch aus gesundheitlichen Gründen. 1999 fing er als „Freier“ bei uns an, prägte viele Jahre das Gesicht unserer Zeitung mit – und war ein Gesicht unsere Zeitung.

Die Dörfer – und hier insbesondere die Ortsräte und Vereine – waren das Tummelfeld des heute 69-Jährigen, aber auch in der Stadtpolitik sowie kulturellen Veranstaltungen und Festivitäten war er unterwegs. Die Dörfer – und hier insbesondere die Ortsräte und Vereine – waren das Tummelfeld des heute 69-Jährigen, aber auch in der Stadtpolitik sowie kulturellen Veranstaltungen und Festivitäten war er unterwegs. Als Gitarrist und später Bassist – „mehrere kleine Bands, aber nicht so bedeutend“ – wusste er, wovon er schrieb. Und durch seine ruhige, offene und sachliche Art, gepaart oft genug mit einem verschmitzten Lächeln, war er Ansprechpartner für viele, die ihm Sorgen und Nöte mitteilten und ihm sagten, er solle doch mal dieses oder jenes Thema aufgreifen, die ihm aber auch die einen oder anderen Anekdoten erzählten. Den Dorftratsch halt, der in Artikeln – zum Glück nicht immer – seinen Niederschlag fand.

Sein Markenzeichen waren die Holzschlappen, die er bei Wind und Wetter und selbst auf Schnatgängen trug. Nur wenn der Schnee zentimeterhoch lag, war er noch im Besitz eines Paares älterer Sportschuhe. Für die zum Ensemble gehörenden grauen Socken hatte er auch so seine Quelle: Die Damen der AWO hatten beim Weihnachtmarkt immer ein paar Selbstgestrickte für ihn im Gepäck. Die Holzschlappen besorgte ihm – auf Anruf – Philipp Niemann vom gleichnamigen Schuhhaus in Cammer. Wie „bus“ ohnehin ein großer Fan „der Cammeruner“ war.

Was die wenigsten wussten: „bus“ war gelernter Redakteur, hatte in Itzehohe bei der Norddeutschen Rundschau sein Volontariat gemacht. Geboren wurde er in Minden-Todtenhausen, das früher noch zum Amt Petershagen gehörte. „Die vorletzte Hausgeburt“, wie sich Herbert Busch erinnert. Er bezeichnet sich als „waschechten Mindener“ und wohnt noch heute in der Altstadt.

Nach dem Abitur ging es – wie damals üblich – zur Bundeswehr, zu den Sanis nach Flensburg, wo er nach sechzehneinhalb Monaten seinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung einreichte, dem auch stattgegeben wurde. Nach einigen weiteren Stationen im Norden und einem Trip mit einem VW Käfer nach Australien, der allerdings wegen eines Krieges und geschlossener Grenzen bereits in Afghanistan endete, kam er zurück nach Minden. In der Folge gründete er mit sechs weiteren Kumpels eine GmbH, die die Kneipen „Windlicht“ und später den „Seriösen Fußgänger“ betrieb. So manchen Hektoliter hat Herbert Busch gezapft. Mitte der Achtzigerjahre verschlug es ihn dann nach Bückeburg, wo er das „Känguruh“ an der Schulstraße eröffnete. 1998 hörte er dort auf, 1999 fing er bei uns. Verheiratet war er nie – und Kinder hat er auch keine.

Was sein einschneidendes Erlebnis, die beste Geschichte in seiner Journalistenlaufbahn, ein Höhepunkt war? Damit rückte er im Gespräch nicht so recht heraus. Nur so viel: „Es lief immer gut.“

„Herbert Busch hat diese Zeitung für Jahre mitgeprägt, wir verdanken ihm sehr viel“, sagte der stellvertretende Chefredakteur Jakob Gokl zur Verabschiedung: „Wir müssen auf einen Mitarbeiter verzichten, auf den immer Verlass war.“ Eine offizielle Veranstaltung fand in Zeiten von Corona und Abstandhalten nicht statt, wird aber im Sommer nachgeholt, sobald es die Pandemieauflagen zulassen.

Unvergessen werden seine Worte bleiben, wenn er einen Auftrag erhielt oder selbst eine Geschichte ankündigte, sein lang gedehntes: „Jooooh, mach ich, kümmere ich mich drum.“




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