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Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit der Fürstlichen Hofkammer

„Machen seit Jahrzehnten Naturschutz im Wald“

BÜCKEBURG. Auf ihrer Sommertour hat die SPD-Kreistagsfraktion mit Landrat Jörg Farr die Fürstliche Hofkammer besucht, wo sie von Alexander zu Schaumburg-Lippe, Hofkammerdirektor Christian Weber und Alexander Trapp, Assistent der Geschäftsführung, empfangen wurde. Weber hat zunächst die Fürstlichen Betriebe vorgestellt und anschließend über die Probleme eines Waldeigentümers durch die Naturschutz-Richtline der EU berichtet. „Zu viel Genehmigungsaufwand“, wie Weber klagte.

veröffentlicht am 23.08.2018 um 13:14 Uhr
aktualisiert am 29.08.2018 um 16:40 Uhr

BÜCKEBURG. Die Probleme eines Waldeigentümers durch die Naturschutzrichtlinie der EU haben im Mittelpunkt der Sommertour der SPD-Kreistagsfraktion mit Landrat Jörg Farr bei einem Besuch der Fürstlichen Hofkammer gestanden.

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, Hofkammerdirektor Christian Weber und Alexander Trapp, Assistent der Geschäftsführung, informierten auch über die Fürstlichen Betriebe. „Die Familie investiert viel Geld in den Erhalt ihrer Gebäude, zuletzt rund 300 000 Euro in die Sanierung des Gewölbes in der Kapelle. Wir brauchen Cash“, verdeutlichte Weber.

„Der Wald steht im Spannungsfeld der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales“, sagte Weber. Es sei ihnen schon bewusst, dass die Hofkammer in der Gesellschaft gern „in die ökonomische Ecke“ gedrängt werde, wenn Wege zerfahren sind und gefällte Bäume herumliegen, spielte er auf Kritik an, die des Öfteren auch diese Zeitung beschäftigt. Es werde aber eine nachhaltige ökonomische Bewirtschaftung angestrebt.

„Wir machen seit Jahrzehnten Naturschutz im Wald und sorgen für den Erhalt der Schutz- und Erholungsfunktion“, so Weber. Natürlich seien Ökologie und Naturschutz wichtig. Es gebe aber auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der ländlichen Bevölkerung.

Sorgen bereitet der Hofkammer die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU aus dem Jahr 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensformen sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen. „Für Deutschland passt diese EU-Richtlinie einfach nicht“, meinte Weber. Und: „Ich will mir nicht alles vom Landkreis genehmigen lassen müssen.“

Durch Bewirtschaftungseinschränkungen im Schaumburger Wald drohten nach Angaben Webers Einkommensverluste von 82 000 Euro jährlich – der Erschwernisausgleich betrage aber nur 14 000 Euro. Weber rechnete dem Landrat vor, dass auch dem Kreisforstamt rund 160 000 Euro Kosten drohen. „Prüfen sie die juristische Sichtweise unseres Vorschlages, dass die bisherige Landschaftsschutzgesetz-Verordnung zur Erfüllung der EU-Richtlinie ausreichend ist, und setzen Sie sich für einen Erschwernisausgleich auch im Landschaftsschutzgebiet ein – auch für kommunale Waldbesitzer“, nannte Weber der Verwaltung und dem Landtagsabgeordneten Karsten Becker seine Wünsche. Becker berichtete, dass der neue Umweltminister Olaf Lies mit den Waldbesitzern in einen Dialog getreten sei, um die Konfrontationen zu entschärfen. Die EU habe aber bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet; es würden hohe Strafzahlungen drohen. Der Landkreis habe keine Möglichkeit zu sagen: „Wir machen das als Landschaftsschutzgesetz.“ Auf dieser Ebene gebe es keine Chance, so Becker, die Vorgaben der EU zu unterlaufen.




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