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Von Bekehrung und Seelsorge, von Trost und Tränen

Mit einer Vortragsreihe nähert sich das Herder-Jahr seinem Ende

BÜCKEBURG. Ehe das Bückeburger Herder-Jahr 2021 zur Neige geht, sollen bei einer Vortragsreihe noch einmal besondere Aspekte jener Jahre von 1771 bis 1776 näher beleuchtet werden. Als Veranstalter laden das Niedersächsische Landesarchiv Abteilung Bückeburg und die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bückeburg in die Stadtkirche ein. Damit solle, so Pastor Jan-Uwe Zapke vor der Presse, den Gästen auch etwas von der Atmosphäre an einer der Wirkungsstätten Herders vermittelt werden. Bei Bedarf könne auch diskutiert werden.

veröffentlicht am 03.11.2021 um 10:21 Uhr
aktualisiert am 03.11.2021 um 19:10 Uhr

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Stefan Brüdermann, der als Leiter des hiesigen Landesarchivs gemeinsam mit Professor Lothar van Laak von der Universität Paderborn für das Programm verantwortlich zeichnet, betonte, man wolle mit der Reihe nicht etwa nur einem Fachpublikum Zugang zu Herders Leben und Wirken bieten.

Am Donnerstag, 4. November, referiert Brüdermann selbst ab 18.30 Uhr über Thomas Abbt, den Vorgänger Herders. Er dürfte mit Überraschungen aufwarten, was Herders Motive anbelangt, in diese Fußspuren zu treten. Wieland Kastning, in gewisser Weise als (ehemaliger) Oberprediger ein Nachfolger Herders, nennt seinen Vortrag „Lob des Fragments“. Er wird sich am 11. November dem „Trost der Geschichtsphilosophie für evangelische Prediger“ widmen und die „Provinzialblätter“ des Theologen aufgreifen.

Professor Markus Buntfuß von der Theologischen Hochschule Neuendettelsau lädt am 18. November. dazu ein, „Herders ‚Bekehrung‘ in Bückeburg“ näher zu betrachten. Was „Herders Arbeit als Seelsorger“ ausmachte, erläutert die Doktorandin Vera Gretges aus Basel am 2. Dezember. Sie sei als Stipendiatin des Herder-Preises zurzeit im Landesarchiv damit befasst, die Quellen zu sichten und auszuwerten, berichtete Brüdermann.

Ein vermutlicher Höhepunkt der Reihe liegt bereits im nächsten Jahr. Corona hat den Kalender gesprengt. Für Ulrich Leisinger vom Mozarteum Salzburg wird es darum gehen, das Werk „Die Auferweckung Lazarus‘“ vorzustellen. Von der Zusammenarbeit Herders mit Johann Christoph Friedrich Bach wird zu berichten sein. Ob auch Musik erklingt, wenn es heißt „Ah, weine nicht, Maria!“, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen, sagte Brüdermann, der vier weitere Vorträge im Jahr 2022 für möglich hält, etwa über Herders Haltung zum „Sturm und Drang“.

Der Eintritt ist an allen Abenden frei. Unterstützer wie die Schaumburger Landschaft ermöglichen dieses Angebot in der Herder-Stadt. Die jeweils geltenden Hygiene-Bestimmungen sind einzuhalten.




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