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Hans Steinhage überlebte das KZ Sachsenhausen / Heute mit der NS-Zeit abgeschlossen

Muckermann-Unterstützer wird heute 90

Bückeburg/Oldenzaal. Der frühere „KZ Häftling 34735“, Hans Steinhage, vollendet am heutigen 28. Mai in Oldenzaal sein 90. Lebensjahr. Dazu gratulieren auch die Bückeburger Katholiken. Für den Pfarrgemeinderat bedankt sich Johannes Kersting für seine mehrfachen Besuche in Bückeburg.

veröffentlicht am 27.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:41 Uhr

Der 1919 geborene Niederländer hatte im Jahre 2007 die Tafel an der Muckermann-Passage enthüllt. Am 17. August 2008 war er zusammen mit Dr. Johannes Schwarte aus Münster im „Zeitzeichen“ zum 125. Geburtstag von Friedrich Muckermann bei NDR und WDR zu hören. Im vergangenen Herbst war Hans Steinhage als Zeitzeuge und Ehrengast bei der Veranstaltung „Bückeburger im Widerstand“ anwesend.

1940 wurde er kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Oldenzaal festgenommen und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Der Grund seiner Verhaftung war die Hilfe für den Bückeburger Jesuitenpater Friedrich Muckermann. Dieser war 1934 nach Holland geflohen, um seiner Verhaftung in Deutschland zu entgehen. Von den Nazis wurde er steckbrieflich als Staatsfeind Nr. 1 verfolgt, weil er vom holländischen Oldenzaal aus, zusammen mit Josef Steinhage (dem Vater des Jubilars), die Wochenzeitung „Der Deutsche Weg“ herausgab. In dieser bekanntesten Exilzeitung wurde das durch die Nazi-Regierung verübte Unrecht angeprangert. Als nach dem Einmarsch der Wehrmacht Vater Josef nicht aufzufinden war, wurden seine Kinder Hans und Myrcell Steinhage verhaftet und in das KZ gebracht. Beide überlebten, Myrcell ist vor einigen Jahren gestorben.

Auf einem Muckermann- Treffen im Jahre 2008 war die eigene Familie erstaunt darüber, wie freimütig Hans Steinhage heute über seine Zeit im KZ Sachsenhausen spricht. „Als wir Kinder waren, hat er nie darüber gesprochen“, bemerkte Tochter Annelies. Nun scheint es, als habe der Niederländer die schlimme Zeit endlich überwunden. „Das belastet mich jetzt nicht mehr, das waren nur fünf von 89 Jahren“, bekannte er gegenüber dem Bückeburger Johannes Kersting. Bereitwillig zeigte er bei diesem Treffen in Oldenzaal auch seine KZ-Kleidung, die er in den Jahren 1940 bis 1945 getragen hatte. Erst vor einem Monat, im April 2009, übereignete er diese anlässlich der diesjährigen Erinnerungsfeier der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Lagers Sachsenhausen.




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