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„Bündnis für Familie“ wird zehn Jahre alt / Viel gemacht und erreicht

„Munter und unkompliziert“

BÜCKEBURG. Das Bückeburger Bündnis für Familie wird in diesen Tagen zehn Jahre alt – und hat im vergangenen Jahrzehnt einiges bewirkt oder will und wird noch einiges erreichen. Es ist zu einem großen funktionierenden Netzwerk aller geworden, die in Sachen Familie in Bückeburg unterwegs sind: seien es Vereine, Verbände, Gruppen, Institutionen, Einrichtungen oder aber auch Einzelpersonen. „Ein munteres und unkompliziertes Mitmachen“ in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, die zum Teil bereits seit zehn Jahren bestehen, sich zum Teil aber auch schon aufgelöst oder mit neuen Themen und neuen Schwerpunkten neu gegründet haben. „Ein tolles Bündnis für Familie“, wie die Ausschussvorsitzende des Ausschusses für Jugend und Familie, die Ratsfrau Iris Gnieser (CDU) lobte, als auf einer Sitzung des Ausschusses das Bündnis sich und seine Arbeit vorstellte.

veröffentlicht am 11.06.2019 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 17:10 Uhr

Eigentlich noch etwas zu klein, aber Luis (2) und Mutter Sabrina Ahrens probieren den Murmeltisch aus, den das Bündnis für Familie mit der Hilfe von Sponsoren in der Fußgängerzone aufgestellt hat. Am kommenden Freitag wird ein zweites Spielgerät in d
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Das Bückeburger Bündnis für Familie wird in diesen Tagen zehn Jahre alt – und hat im vergangenen Jahrzehnt einiges bewirkt und will und wird noch einiges erreichen. Es ist zu einem großen funktionierenden Netzwerk aller geworden, die in Sachen Familie in Bückeburg unterwegs sind: seien es Vereine, Verbände, Gruppen, Institutionen, Einrichtungen oder aber auch Einzelpersonen.

„Ein munteres und unkompliziertes Mitmachen“ in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, die zum Teil bereits seit zehn Jahren bestehen, sich zum Teil aber auch schon aufgelöst oder mit neuen Themen und neuen Schwerpunkten neu gegründet haben. „Ein tolles Bündnis für Familie“, wie die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Familie, die Ratsfrau Iris Gnieser (CDU), lobte, als auf einer Sitzung des Ausschusses das Bündnis sich und seine Arbeit vorstellte.

2007 ist eine Initiative der Bundesregierung aufgegriffen worden, erinnerte der frühere Ratsherr der Grünen, Bernd Schierhorn, an die Anfänge des Bündnisses. Der Rat habe seine Unterstützung zugesagt, 2009 waren die Vorarbeiten so weit vorangeschritten, dass mit einer großen Eröffnungsveranstaltung das Bündnis für Familie auf den Weg gebracht wurde. Schierhorn: „Es wurden Arbeitsgemeinschaften gegründet und unkompliziert losgelegt.“ Damals wie heute stehen dabei folgende Punkte im Vordergrund: Es wird selbstständig gearbeitet, es werden Projekte initiiert und umgesetzt, es werden Verbindungen zu Politik und Verwaltung gehalten, damit klar geregelt ist, woran gerade gearbeitet wird. Ansprechpartner in der Verwaltung ist Stadtjugendpfleger Stefan Reinecke. Schierhorn: „Ohne ihn wäre vieles nicht möglich. Er rackert.“ Auf jeden Fall sei eine Menge geschaffen worden und das familiäre Umfeld der gesamten Stadt deutlich verbessert worden.

Mit diesen Stickern machen Geschäfte und Firmen deutlich, wenn sie bereit sind zu helfen, wie Iris Wilkening vom Bündnis für Familie erläuterte. Foto: rc

Und das stellten einige Aktive vor. Iris Wilkening erinnerte für die Arbeitgruppe „Lebendige Innenstadt“ mit ihren sieben Mitstreitern an größere Projekte, die in der Vergangenheit umgesetzt worden sind. Wie etwa die Aufkleber-Aktion in Bückeburger Geschäften und Einrichtungen: „Hier wird Ihnen geholfen.“ Wo diese Aufkleber an den Eingangstüren oder Schaufenstern kleben, können Passanten zum Beispiel Toiletten benutzen oder nach einem Glas Wasser fragen. In den Geschäften liegen Notfallzettel mit den wichtigsten Ansprechpartnern und Anlaufpunkten parat, die ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden, ebenso der „Rote Faden“ mit den wichtigsten Dingen, die Familien interessieren, wie etwa Sport- und Hilfsangebote. „Eine Heidenarbeit“, so Wilkening, im Hauptberuf Leiterin der Kindertagesstätte am Unterwallweg.

Das größte Projekt ist die Ausstattung der Fußgängerzone mit Erlebnisgeräten ,wie etwa dem Murmeltisch am „Bücki“, der immer wieder Jung und Alt begeistert. Am kommenden Freitag wird im Bereich der Eisdiele ein zweites Erlebnisgerät aufgestellt. In Zukunft sollen auch die Nebenstraßen wie etwa die Braustraße oder aber der Sabléplatz bis hinunter zum Hubschraubermuseum mit einbezogen werden.

Was wäre das beste Bündnis für Familie, wenn die Öffentlichkeitsarbeit nicht funktioniert? Darüber und über seine elf Mitstreiter berichtete Friedrich Struckmeier. Alle zwei Jahre stellt dieser Arbeitskreis den Familientag auf die Beine, wenn alle Vereine, Verbände und Einrichtungen der Stadt zu einem großen Fest zusammenkommen und ihr Angebot präsentieren, wie etwa 2017, als auf dem Marktplatz „das bisher schönste Fest gefeiert wurde“. Derzeit arbeitet der Arbeitskreis an der Zehn-Jahres-Feier, die am 28. September in der Schloss-Remise gefeiert wird. Einmal im Monat steht die AG mit einem Pavillon auf dem freitäglichen Markt, gibt Infos zu allen möglichen Dingen wie etwa der Notfalldose oder auch zum „Schnullerbaum“, an dem derzeit leider kein Schnuller hängt.

Die Sozial-Card ist eine weitere Einrichtung, die auf eine Initiative des Bündnisses zurückgeht, wie Heike Schildmeier berichtete. Die Bürgerstiftung Schaumburg und andere Stiftungen, Lions, Awo und der Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“ unterstützen Familien, die rechnen müssen, und deren Kinder. Mittel für Schulbedarf, für Bus- oder Klassenfahrten, Schwimmprojekte und vieles mehr werden schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt. Die Sozial-Card, die von öffentlichen Stellen geprüft wird, sorgt dafür, dass Familien, die Hilfen in Anspruch nehmen müssen, nicht mehr stigmatisiert werden, da sie ihre Leistungsbescheide nicht mehr überall vorlegen müssen. Demnächst soll der Kreistag über diese Karte beraten.

Viel Arbeit hinter den Kulissen leistete auch der Arbeitskreis „Demokratie und Vielfalt“, wie Bernd Schierhorn erinnerte – damals vor acht Jahren, als in Bückeburg im viel zitierten Rechts-Links-Konflikt rechte und linke Jugendliche und Heranwachsende aufeinander losgingen und monatelang auch die überregionalen Schlagzeilen beherrschten. Es wurde zu – internen – Veranstaltungen mit Experten eingeladen, Eltern und Betroffenen versucht, Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen und an die Hand zu geben. Noch heute zeugen die Schilder „Tolerantes Bückeburg“ an den Ortseingängen von der Arbeit dieser AG. Sie ist inzwischen eingeschlafen, weil sie nach den Worten Schierhorns „hoffentlich nicht mehr notwendig ist“. Sie könne aber jederzeit reaktiviert werden.

Ausschussvorsitzende Gnieser: „Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht einiges, was das Bündnis gemacht hat.“ Es sei faszinierend, wer alles mitarbeitet und wie gut die Vernetzung ist. „Das Bündnis hat Bückeburg sehr familienfreundlich gestaltet.“




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