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Spannend: Schaumburger Jugendchor verzichtet beim Konzert in der Stadtkirche auf die großen Weihnachtshits

Neuer musikalischer Weg gerät nuanciert und frisch

Bückeburg. Am Samstagabend haben Andreas Mattersteig und sein stattlicher Schaumburger Jugendchor in der gut gefüllten Stadtkirche bewiesen, dass man durchaus auch neue musikalische Wege wählen kann, um ein abwechslungsreiches Konzert ohne die großen Weihnachtshits und viel Emotionalität wirkungsvoll zu präsentieren.

veröffentlicht am 13.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 10:21 Uhr

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Die verschiedensten, teils ungewohnten Klangwelten taten sich gleich im ersten Teil auf. Da galt es für kleine und große Sängerinnen sowie sechs Sänger, ihre Fertigkeiten zunächst an Geläufigem wie Franz Schuberts „Kyrie eleison“ und Felix Mendelssohn-Bartholdys ausladendem „Laudate pueri Dominum“ zu demonstrieren. Dann aber hieß es, Jakob Christs (1895–1974) mit einem Mädchentrio (Lynn Strozyk, Larissa Strozyk, Nicole Popp) angereichertes „Domine, pacem nobis“ auszuloten. Diesen nicht gerade alle Tage aufgeführten Werken schlossen sich das „Agnus Dei“ aus der Feder Cécile Chaminades (1857–1944) und Brant Adams (1955) schwungvolles „Exsultate justi in Domino“ mit den Sopranistinnen Jana-Loisa Wöbking und Sabrina Nitsche an. Trotz der stilistischen Wechselbäder geriet die große Gemeinschaft stimmlich aber keinen Moment ins Wanken. Sie schulterte danach auch Spirituals und andere gleichartige Sätze wie „Encourage my soul“, das humorvolle „I’m a train“ oder die von Natascha Fiebig angeführte Liebesballade „Out here on my own“ mit sichtlicher Freude.

Hinzu gesellten sich ein Christfesthit namens „Have yourself a merry little Christmas“, den Sabrina Nitsche aufpeppte, das lebhafte „Walk in Jerusalem“ und vieles mehr. Die Reverenz an Weihnachtliches setzte sich in Johann Sebastian Bachs von vier Einzelstimmen noch verschönerter Weise „Ich steh’ an deiner Krippe hier“ fort und kam genauso gut abgestimmt daher wie „O Bethlehem, du kleine Stadt“ mit Sophie Pump an der Spitze. Auch das triumphale „Cantique de Noel“ vom Opernkomponisten Adolphe Adam, „Lobt Gott, ihr Christen allzugleich“ aus Böhmen und andere Raritäten fielen bei dem unkonventionellen Konzert auf, das nicht mit „O Du fröhliche“ endete.

Dank der von Mattersteig veranlassten häufigen Umgruppierungen geriet übrigens viel Bewegung und Klangveränderung in seine tüchtige Schar, die trotz momentaner schulischer Hochbelastung ihre auswendig vorgetragenen Texte mühelos beherrschte.

Erwähnt werden müssen zum Schluss unbedingt noch das kompetente Querflötenspiel der Julia Heinz und Verena Brücks Klaviersoli sowie deren adäquate Chorbegleitung – eine Premiere für die junge Pianistin.




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