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Neuer Leiter Lehre/Ausbildung: Oberst Hans-Peter Grathwol geht – Oberst Bodo Schütte kommt

„Noch größere Findlinge zu räumen“

Bückeburg. Ein Soldat, der in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderer die Reformen und Umstrukturierungen bei der Bundeswehr und insbesondere bei den Heeresfliegern in verantwortlicher Position umgesetzt hat, ist in den Ruhestand verabschiedet worden: Oberst Hans-Peter Grathwol, der Kommandeur des Bereichs Lehre/Ausbildung des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums Bückeburg. Im Rahmen eines feierlichen Appells auf dem Flugplatz in Achum entband der Kommandeur des IHAZ und General der Heeresflieger, Brigadegeneral Uwe Klein, Oberst Grathwol von seinem Kommando und übertrug Oberst Bodo Schütte das Kommando. Im Bereich Lehre und Ausbildung wird das gesamte Führungs- und Fachpersonal der Heeresfliegertruppe in den Verwendungsreihen Hubschrauberführer, Luftfahrzeugtechnisches Personal und das Flugsicherungspersonal ausgebildet – in Spitzenzeiten bis zu 3200 Trainingsteilnehmer jährlich.

veröffentlicht am 12.01.2016 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:41 Uhr

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Autor:

von raimund cremers

In seiner Abschiedsrede ließ Oberst Grathwohl, der seit 2009 den Bereich Lehre/Ausbildung geleitet hatte, anklingen, welchen Herausforderungen er – und seine Kameraden – sich in den vergangenen Jahren gegenübersahen: „In diesen sieben Jahren prägte nicht der eigentliche Auftrag den Berufsalltag, sondern die vielen zusätzlichen Herausforderungen.“ Und listete die jüngste Geschichte der Heeresflieger auf:

Die Unterstützung der Einführung des NH90 und die Aufnahme des Routineausbildungsbetriebs bei „einer stets wechselnden und insgesamt noch nicht zufriedenstellenden Ausbildung“.

Die Unterstützung des Einsatzes des sogenannten „Forward Air Medevac“ mit dem NH90, dass Soldaten bei Einsätzen im Notfall geborgen, gerettet und medizinisch versorgt werden können wie etwa in Afghanistan.

Die Einführung der CH 53 GA. Ab 2012 dann die Ausphasung der CH-53 aus dem Ausbildungsbetrieb und die Übergabe an die Luftwaffe.

Die Zertifizierung der Simulatoren.

Die Neuausrichtung der Offiziersausbildung sowie die Übergabe der Grundausbildung.

Die Herausnahme der Bell UH-1D aus dem Ausbildungsbetrieb.

Zunächst die Sicherstellung der Inübunghaltung der Bo-105-Hubschrauberführer, ab 2012 die Zusammenfassung aller Bo-105 am Standort Celle und den Beginn der Ausphasung dieses Hubschraubertyps.

Die Übernahme des deutschen Anteils der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung für den Kampfhubschrauber „Tiger“ und des deutschen Anteils des Ausbildungszentrums Tiger in Südfrankreich.

Und: „Die Auflösung, Aufstellung und Abgabe von Inspektionen und Staffeln.“

Ein sehr anspruchsvolles und vor allem zeitfüllendes Aufgabenportfolio, fasste Oberst Grathwohl, der 1974 in die Bundeswehr eingetreten war, zusammen: „In dem einen oder anderen Bereich sind noch einige Steine, wenn nicht sogar größere Findlinge, aus dem Weg zu räumen.“

Deren Räumung jetzt Oberst Bodo Schütte übernimmt, der 1982 seinen Dienst bei der Bundeswehr in Bückeburg antrat. Nach Studium und verschiedenen Verwendungen bei den Heeresfliegern führte er ab 2012 als Kommandeur das Kampfhubschrauberregiment 26 in Roth, das Mitte 2014 aufgelöst wurde. Bereits im Juli 2015 wurde er zum IHAZ nach Bückeburg versetzt, absolvierte in der Zwischenzeit einen Lehrgang für „Strategische Studien“.

IHAZ-Kommandeur Uwe Klein erinnerte in seiner Rede an die Überführung der alten Heeresfliegerwaffenschule in das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum, nur folgerichtig und konsequent aus der seit Jahrzehnten praktizierten Internationalität der Heeresflieger. Der kontinuierliche Übergang in die neue Organisationsform sei Ende dieses Monats mit der Übergangsphase abgeschlossen, das IHAZ befinde sich mit seinem „Bückeburger Konzept“, einem europaweit einzigartigen Verbund ausbildungsmethodischer Elemente, „im vollen Wirkbetrieb“: „Wir sind up-to-date und gewappnet für die Zukunft.“ Dass das so ist, dafür habe Oberst Grathwohl als Leiter Lehre/Ausbildung und „Kapellmeister“ des IHAZ mit der Erfüllung seines Kernauftrags mit Führungskraft, klaren Vorstellungen, hohem Durchsetzungsvermögen, aber auch mit Herz- und Fingerspitzengefühl beigetragen.




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