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„Barock meets Jazz“

Organist Armin Becker präsentiert Feinkost für Orgelliebhaber

BÜCKEBURG. Eine der hörenswertesten Solodarbietungen des bisherigen Stadtkirchen-Konzertjahres hat jetzt Armin Becker abgeliefert. Der Organist überzeugte mit seinem im Umfeld der „Einkehr“-Reihe angesiedelten Programm „Barock meets Jazz“ auf der ganzen Linie.

veröffentlicht am 06.06.2019 um 14:13 Uhr
aktualisiert am 06.06.2019 um 17:40 Uhr

Armin Becker an der Janke-Orgel. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. Eine der hörenswertesten Solodarbietungen des bisherigen Stadtkirchen-Konzertjahres hat jetzt Armin Becker abgeliefert. Der Organist überzeugte mit seinem im Umfeld der „Einkehr“-Reihe angesiedelten Programm „Barock meets Jazz“ auf der ganzen Linie. Der rund einstündige Auftritt des Müncheners bot in komprimierter Form Feinkost, die die Herzen der Orgelliebhaber höherschlagen ließ. Und entspanntes Fingerschnippen gab es gratis obendrein.

Becker, der außer Musikwissenschaft auch Romanistik und Mathematik studiert hat, wirkt seit seinem 14. Lebensjahr als Organist. Im Bemühen um die Erweiterung des klassischen Repertoires und die Entwicklung außergewöhnlicher Konzertprojekte gilt das besondere Interesse des 55-Jährigen seit einiger Zeit Transkriptionen, Arrangements und Improvisationen. Jenseits gängiger Konventionen lässt er Kompositionen zueinanderfinden, deren gegenseitige Nähe im Vorhinein nicht zu erwarten stand.

In der Stadtkirche geriet der Auftakt mit Georg Friedrich Händels „Ankunft der Königin von Saba“ gewissermaßen hochklassisch. Beckers eigenkompositorische musikalische Antwort mit auf Händel gemünzten Swing-Themen kam ebenso als Ohrenschmaus daher wie die wagemutige Gegenüberstellung von Johann Sebastian Bachs berührendem „Schafe können sicher weiden“ (Arie Nr. 9 aus der Jagdkantate BWV 208) mit Duke Ellingtons „The Shepherd“. Beim „Herzog“ war das Publikum dermaßen aus dem Häuschen, dass es bereits zu applaudieren begann, bevor die Schäfchen ins sichere Gatter zurückgefunden hatten.

Mit dem furiosen wie frohgemuten „Soothin’ Syrup Stomp“ (Fats Waller) zeigte der Interpret die stets erneut verblüffende Gestaltungsvielfalt der Janke-Orgel auf. Ebenso wie mit dem letzten Pärchen des Vormittags, das zwei schottische Tänze der Gattung „Strathspey“ bildeten. Für Experten: Sechzehntelnoten gefolgt von punktierten Achteln, lombardischer Rhythmus. Hier nahm Becker mit „Bachs Strathspey“ noch einmal das Eingangsmotto seines Gastspiels auf.

Der Münchner freute sich besonders, dass ihm noch auf der Orgelempore Kantor Siebelt Meier und Jutta Hanna Edith Hering-Winckler zum fabelhaften Auftritt gratulierten. Die Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Minden kündigte für die nahe Zukunft ein Gastspiel Beckers in der Weserstadt an, das allerdings sicher nicht, wie das in der Stadtkirche, bei freiem Eintritt zu besuchen sein dürfte.




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