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Prof. Kämmerling tritt mit Abschlusskonzert ins zweite Glied zurück

Prof. Bernd Goetzke leitet ab sofort die IMAS-Klavierkurse

Bückeburg (mig). Mit einem grandiosen Abschlusskonzert im Festsaal des Schlosses hat sich die IMAS (Internationale Musikakademie für Solisten) für ein Jahr aus Bückeburg verabschiedet. Das hohe Niveau musikalischer Exzellenz ließ die Zuhörer in Begeisterungsstürme ausbrechen. Einen Glanzpunkt setzte vor allem Jun-Ho Gabriel Yeo, der jüngste Konzertteilnehmer.

veröffentlicht am 14.09.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 00:41 Uhr

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Neben den hochklassigen Musikbeiträgen prägte vor allem die „Stab-Übergabe“ Professor Karl-Heinz Kämmerlings das Finale der 32. Herbstakademie. Der 80-Jährige tritt ins zweite Glied zurück und überlässt die Leitung der Klavierkurse seinem Nachfolger, Professor Bernd Goetzke.

Ein bisschen Wehmut war wohl schon dabei, als Kämmerling sich zum Abschluss vom Bückeburger Publikum verabschiedete. Für einen Augenblick genoss der Musikpädagoge und IMAS-Nestor sichtlich den lange anhaltenden Applaus, dann trat er endgültig ins zweite Glied zurück. Mit der Abschiedsgala geht eine lange Ägide zu Ende: Fast drei Jahrzehnte kümmerte sich Kämmerling um den Klavier-Meisterkurs. „Sein Verdienst ist es, über viele Jahrzehnte kontinuierlich auf gleichbleibend hohem Niveau gearbeitet zu haben“, so Nachfolger Bernd Goetzke, im Gespräch. Kämmerling hinterlasse „große Fußstapfen“, seine Arbeit will Goetzke „fortführen und weiterentwickeln“.

Besonders wichtig ist dem Leiter des Instituts zur Früh-Förderung der Musikhochschule Hannover die Nachwuchsförderung. „Groß und Klein sollen zusammengebracht werden, sodass die Großen zum Vorbild für die Kleinen werden können.“ Einen Dank richtete Goetzke an den Vorstand und das Kuratorium: „Diese Menschen stehen leidenschaftlich hinter der IMAS.“

Dass mit Bernd Goetzke ein „würdiger Nachfolger“ gefunden worden sei, bekräftigte auch Dr. Norman van Scherpenberg. „Prof. Goetzke ist international anerkannt und engagiert sich besonders in der musikalischen Frühförderung“, sagte der IMAS-Vorsitzende. Seinen Vorgänger Kämmerling lobte Scherpenberg als „Leuchtturm“ und betonte: „Dass er seine Tätigkeit für den Meisterkurs Klavier nach jahrzehntelanger unverbrüchlicher Treue beendet, ist ein besonderer Einschnitt.“

Veränderungen gibt es auch an anderer Stelle: Neben der Weiterentwicklung der Frühförderung hat die IMAS ihr Erscheinungsbild runderneuert. Scherpenberg: „Das werden einige schon an den Eintrittskarten bemerkt haben und sich vielleicht fragen, wird da zu viel Geld ausgegeben?“ Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall: Weil ein Förderer weggefallen ist, musste sich die IMAS im letzten Jahr auf die Suche nach neuen Sponsoren machen. „Dabei ist uns aufgefallen, das wir unser Erscheinungsbild erneuern sollten.“ Daneben wurde schon in dieser Arbeitsphase der Workshop-Zeitplan gestrafft, weitere – personelle – Veränderungen ergab die Hauptversammlung an diesem Wochenende.

Keine Veränderungen dagegen verzeichnet der musikalische Bereich. Das Niveau der Beiträge war auch in diesem Jahr sehr hoch, vor allem die Schüler des Meisterkurses Klavier zeigten sich gut aufgelegt. Einen besonderen Glanzpunkt setzte dabei der erst 12-jährige Jun-Ho Gabriel Yeo, der die schwierige „Rhapsodie h-Moll op. 79,1“ von Johannes Brahms fehlerfrei und mit besonderer Verve zu Gehör brachte. Viel Beifall bekamen auch Olga Chelova mit Brahms „Paganini-Variationen op 35 Band 1“, Aaron Pilsan mit Frederic Chopins „2 Impromptus“ und Danae Dörken mit der „Fantasie C-Dur op 17, 1. Satz“ von Robert Schumann.

Ebenso glänzende Resultate lieferten die Solisten der anderen Meisterkurse – etwa Christa Stangorra im Fach Violine. Stangorra lieferte eine meisterhafte Interpretation der lebhaften „Introduction und Tarantella“ von Pablo de Sarasate und blieb auch in den lyrischen Passagen ohne Fehler.

Viel Beifall bekam schließlich Mezzosopran Mareike Morr für ihre ausdrucksstark vorgetragenen Lieder von Johannes Brahms „Die unten im Tale“ (aus „Deutsche Volkslieder“) oder für Hugo Wolfs „Storchenbotschaft“. Chapeau!




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